"Wie man das so in den Sand setzen kann, ist mir völlig schleierhaft": Plasberg diskutiert über Impf-Chaos

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Was lief beim Impfstart in Deutschland schief? In der jüngsten Ausgabe der ARD-Talkshow "hart aber fair" diskutierte Moderator Frank Plasberg mit seinen Gästen über die Gründe für das Impf-Chaos hierzulande.

Ex-SPD-Vorsitzender Franz Müntefering kritisierte den Impfstart. (Bild: ARD)
Ex-SPD-Vorsitzender Franz Müntefering kritisierte den Impfstart. (Bild: ARD)

Der Impfstart in Deutschland gestaltet sich holprig. Nicht nur die Menge der Impfdosen und die ausgefallenen Lieferungen stellen sich als Problem heraus, sondern auch abgesagte Impftermine - das geplante Impfszenario entwickelt sich zunehmend chaotisch. Dem Thema nahm sich Moderator Frank Plasberg in der jüngsten Ausgabe seiner ARD-Talkshow "hart aber fair" an, in der er fragte: "Zu wenig, zu langsam, zu kompliziert: Scheitert Deutschland am Impfen?"

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering bezeichnete das Impfen eigentlich als "Chance". Aber: "Wie man das so in den Sand setzen kann, ist mir völlig schleierhaft", erklärte der 81-Jährige. Man habe verkündet, dass es nun losgehe, dann seien die Impfdosen nicht dagewesen. "Die Exekutive muss das mit den Ländern und mit den Kommunen abgestimmt haben, ehe so etwas gemacht wird."

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Nicht nur Franz Müntefering zeigte sich bei "hart aber fair" kritisch. (Bild: ARD)
Nicht nur Franz Müntefering zeigte sich bei "hart aber fair" kritisch. (Bild: ARD)

Notärztin: "Da haben wir den Sommer verschlafen"

Notärztin Dr. Lisa Federle sah die verpasste Chance im Sommer. "Ich behaupte einfach, da haben wir den Sommer verschlafen, und da bleibe ich dabei", resümierte sie. Im Sommer hätte man die Chance gehabt, eine "gescheite Terminabstimmung beim Impfen durchzuplanen", außerdem hätte man die Verfügbarkeit der Schnelltests ausarbeiten und planen können. "Das haben wir definitiv verschlafen." Sie glaube, dass das System in Deutschland "einigermaßen" funktioniere, weil die Landräte, die Bürgermeister, die Kommunen und die Bürger "super mitarbeiten". Es sei extrem, wenn alles auf dem Bürger laste, wenn sie die Schnelltests "an der Backe hätten" und sich sonst keiner darum kümmere. "Da stimmt etwas nicht an unserem Staat."

Zu Beginn wanderte der Blick auch auf die Vorgehensweise in anderen Ländern, beispielsweise dem "Impfweltmeister" Israel. "Die haben früher eingekauft zu höheren Preisen und das Impfen viel einfacher organisiert", erklärte die Investigativ-Journalistin Anette Dowideit. Deutschland zähle zu den langsameren Ländern. "Italien hat erstmal das medizinische Personal geimpft. Die hatten deshalb eine bessere Logistik", erklärte sie später.

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