Mehr Geld durch faule Tricks: Krankenkassen und Ärzte machen gemeinsame Sache

Mehr Geld durch faule Tricks: Krankenkassen und Ärzte machen gemeinsame Sache

Damit sie mehr Geld aus den Gesundheitsfonds bekommen, arbeiten Krankenkassen und Ärzte offenbar zusammen. Vor allem mit angeblich chronisch kranken Patienten wollen sie gesetzliche Vorgaben umgehen, wie eine neue Studie herausfand.

Laut eines Berichts der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sollen sich die Krankenkassen durch einen Trick bereichern. Eine Studie des Iges-Instituts zeige, dass Kassen und Ärzte sich zusammengetan hätten, um mehr Geld aus Gesundheitsfonds zu erschleichen. Das gelinge durch Programme für chronisch Kranke. Denn je mehr Versicherte in diese Programme eingeschrieben würden, desto mehr Geld bekämen die Krankenkassen ausgeschüttet.

Da die Kassen selbst Patienten nicht als chronisch krank einstufen können, benötigen sie die Mithilfe der Ärzte. Aber warum machen die bei diesem Trick überhaupt mit? Angeblich bieten die Krankenkassen den Medizinern ebenfalls finanzielle Anreize. Wie es heißt, seien auf diese Weise in den vergangenen drei Jahren rund eine Milliarde Euro geflossen. Dabei wurde allerdings nicht zwischen falschen und richtigen Einstufungen unterschieden. Das liege vor allem an den nur unzureichend überwachten Softwares, die in den Arztpraxen verwendet würden.

Vorwürfe, dass Krankenkassen und Ärzte gemeinsame Sache machen könnten, kamen bereits im vergangenen September auf. Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, hatte der gesamten Branche faule Tricks unterstellt. Die unabhängige Studie sollte diese Vorwürfe überprüfen. Mit Erfolg, denn allem Anschein nach sprechen die Zahlen für sich. Demnach gäbe es tatsächlich viele Ärzte, die ihre Patienten auf dem Papier kränker machten, als sie wirklich seien. Welche Konsequenzen dieses Vorgehen hat, ist derzeit noch nicht klar. Auch jüngste Gesetzesverschärfungen konnten den falschen Abrechnungen offenbar keinen Einhalt gebieten.

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