Mentale Karte: Katzen wissen, wo sich Menschen aufhalten

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Eine europäische Kurzhaarkatze guckt um die Ecke einer Zimmertür.
Kommt immer dann um die Ecke, wenn man nicht mit ihr rechnet: Die gewöhnliche Hauskatze. (Symbolbild: Getty)

Wer schon immer dachte, dass Katzen einem heimlich folgen, wird von einer Studie bestätigt: Hauskatzen verfolgen die Bewegungen von Menschen, auch ohne sie zu sehen.

Jeder Katzenbesitzer kennt das Phänomen: Man bewegt sich durch die eigene Wohnung, nichtsahnend, und plötzlich steht die Katze wie aus dem Nichts vor einem. Weil sie anscheinend von ihrem Schlafplatz zwei Räume entfernt geahnt hat, dass man sich unvorsichtigerweise grob in Richtung des Futternapfes bewegt hat. Diesen "siebten Sinn" mystifizieren Katzenliebhaber und Katzenhasser finden ihn verstörend. Doch tatsächlich steht dahinter eine besondere Fähigkeit, wie Wissenschaftler nun heraus fanden.

Katzen erschaffen interne Landkarten

Die Forscher der Universität con Kyoto in Japan widmeten sich dem Phänomen. Dabei fanden sie heraus, dass Katzen so etwas wie eine mentale Landkarte eines Ortes anlegen. Das heißt, selbst, wenn sie scheinbar teilnahmslos auf dem Sofa herumlungern, können sie zu jeder Zeit Bewegungen in ihrer Umgebung wahrnehmen und wissen, wo sich jedes andere Lebewesen aufhält. Dafür benutzen sie vor allem ihr ausgezeichnetes Gehör, das dann verbunden mit der "mentalen Karte" den Standort der Menschen bestimmt, wie die Forscher heraus fanden. Ihre Studienergebnisse wurden auf der Wissenschaftsplattform Plos One veröffentlicht. 

Für den Studienaufbau spielten die Wissenschaftler den Katzen die Stimmen ihrer Besitzer von verschiedenen Orten aus vor. Dabei stellten sie fest, dass die Tiere extrem überrascht reagierten, wenn die Stimme plötzlich von einem unerwarteten Ort erklang, als wäre der Mensch plötzlich von einem Ende der Wohnung in das andere teleportiert worden. Dies gilt übrigens nicht nur für die menschlichen Stimmen, sondern auch Geräusche von anderen Katzen, die den Versuchstieren bekannt waren. Fremde Stimmen oder elektronische Geräusche dagegen sorgten für keine Reaktion bei den Katzen. 

Unerwartete Fähigkeit

Die Fähigkeit der Tiere, die Geräusche in einem für sie nicht sichtbaren Raum zu verorten, war der Wissenschaft bisher unbekannt. Sie wird auch als Bemessungsgrundlage für die Intelligenz von Lebewesen mit einbezogen. Menschliche Babys sind dazu in der Lage, zu wissen, dass etwas existiert, das sie nicht sehen können, wenn sie etwa acht Monate alt sind. Andere Tierarten wie Schimpansen und Bären entwickeln die Fähigkeit ebenfalls. Die Studie aus Kyoto zeigt, dass auch Katzen diese sogenannte Objektpermanenz besitzen und lässt neue Schlüsse auf ihre Intelligenz zu. Wenn also die eigene Katze plötzlich unerwartet erscheint, weil man vor dem Kühlschrank steht, hat das nicht so viel mit übernatürlichen Kräften zu tun, sondern damit, dass sie einfach klüger ist, als man gedacht hat.

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