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Migranten in Provinz verbracht: Polizei räumt Vorplatz des Pariser Rathauses

Migranten in Provinz verbracht: Polizei räumt Vorplatz des Pariser Rathauses

Am Mitwochmorgen hat die französische Polizei den Vorplatz des Pariser Rathauses geräumt. In der Morgendämmerung wurden rund 50 Migranten, die dort lebten, in die Provinz geschickt. Darunter befanden sich Familien mit kleinen Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren. Die Migranten packten ihre Sachen und bestiegen einen Bus, der sie zu einer temporären Unterkunft in der Stadt Besançon im Osten des Landes fuhr.

Kritik kommt von Hilfsorganisationen

Kritikern zufolge will die französische Regierung somit Frankreichs Hauptstadt aufhübschen, ohne den Migranten aber längerfristige Wohnräume bereitzustellen. Diese brauchen die bisher obdachlosen Migranten aber dringend.

Paul Alauzy, der als Koordinator bei der Organisation Ärzte der Welt arbeitet, sieht die Vorgehensweise der Regierung kritisch. „Es sind Familien, es sind Minderjährige, es sind unsere Patienten. Es sind Menschen, mit denen wir versuchen, Solidarität zu zeigen. Und jetzt, wegen der Olympischen Spiele, bieten wir ihnen nur an, weit weg nach Besançon oder Marseille zu gehen“, sagte er.

Yann Manzi, Mitbegründer der Hilfsorganisation Utopia 56, findet solche Maßnahmen ebenfalls unangemessen. Man würde den Weg für die Olympischen Spiele freimachen, ohne echte Lösungen für die Probleme der Migranten anzubieten. „Tatsächlich handelt es sich also um nichts Geringeres als eine soziale Säuberung durch die Behörden, um Migranten verschwinden zu lassen“, kritisiert er das Vorhaben der Regierung scharf.

„So kann man nicht leben“

Fatoumata, Migrantin aus Guinea, die bei der Räumung des Pariser Rathausplatzes ein kleines Kind auf dem Schoß trug, findet die Lage insgesamt anstrengend. „Sie sagten uns, wir würden in die Provinz fahren, das sei besser, als draußen mit den Kindern zu schlafen. So kann man nicht leben“, klagte sie.

Viele der Familien stammen aus französischsprachigen afrikanischen Ländern, darunter Burkina Faso, Guinea, Elfenbeinküste und Senegal. Einige hatten bereits über Monate vor dem Rathaus auf der Straße geschlafen.

Die Organisatoren der Olympischen Spiele sagen, dass sie mit Hilfsorganisationen zusammenarbeiten würden, um Lösungen zu finden.