"Wer wird Millionär?": Kandidatin macht Jauch mit frechem Angebot sprachlos

Michael Eichhammer
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"Wer wird Millionär?": Kandidatin macht Jauch mit frechem Angebot sprachlos

Sie versprach jedem im Saal ein Glas Champagner, erwähnte, dass sie nicht viel Zeit habe und kostete Jauch reichlich Nerven mit ihrer quirligen Art. Doch hatte sich der Moderator schon lange nicht mehr so gut amüsiert. Bis sie ihm ein Angebot machte ...

"Es war lustig mit Ihnen", lobte Günther Jauch die Kandidatin Anastasia Golz aus Hannover zum Abschied. Die Frohnatur, die gern viel, schnell und laut dachte, verlangte Jauch mit ihrer Quirligkeit beim "großen Zocker-Special" am Donnerstag reichlich Nerven ab, wie er bekannte. Sie selbst dagegen wirkte tiefenentspannt und amüsierte das Publikum mit ihrem Humor. Anastasia Golz hatte die Zuschauer aber bereits vor dem ersten Gag auf ihrer Seite - dank sanfter Bestechung. Dumm nur, dass sie sich beeilen musste, denn sie hatte kaum Zeit. Der Grund dafür wartete hinter den Kulissen. Doch bevor sie ging, machte sie Günther Jauch das wohl ungewöhnlichste Angebot in dessen Fernseh-Karriere ...

"Sie sind Projektleiterin Strategie, das kann alles und nichts bedeuten", fand Jauch. "Und das tun wir auch ungefähr", gab sie zu. Diese augenzwinkernde Ehrlichkeit entlockte Jauch das erste Lächeln an diesem Abend. Jauch wunderte sich, als Golz sagte, sie dürfe nicht verraten, in welchem Bereich sie genau tätig sei. "Ich wollte mich nur spannend machen", gab sie zu. Dann bekannte sie: "Ich arbeite in einer Versicherung". Jauch fand das weniger spannend, doch da ahnte er noch nicht, was für einen verbalen Wirbelwind er an diesem Abend an seiner Seite hatte. So viel sei verraten: So gut wie mit dieser Kandidatin hatte er sich schon lange nicht mehr amüsiert.

Bereits bei der zweiten Frage, im "Zocker-Special" 200 Euro wert, bekannte Anastasia Golz: "Oh Gott, das weiß ich tatsächlich nicht." Gefragt war: "Zur Begrüßung heißt es nicht nur unter Geldanlegern gerne mal: 'Na, wie ...?'" Golz erklärte, sie habe zuletzt beruflich mehr mit Künstlicher Intelligenz als mit Menschen zu tun gehabt.

Apropos Menschen: "Wie viele Menschen passen hier ins Studio?", erkundigte sie sich. Jauch wusste: 200. Golz hatte versprochen, jedem im Saal ein Glas Champagner auszugeben. Aber 100 Euro würden dafür nicht reichen, rechnete sie hoch. "Wenn Sie mit null Euro rausgehen, kriegen Sie von mir fünf Flaschen Champagner", versprach der Moderator. "Echt? Welche Marke?", hakte sie nach. Das Publikum lachte und Jauch meinte: "Jetzt weiß ich, warum es in deutschen Versicherungen doch nicht so langweilig ist." Sie riet richtig: "Stehen die Aktien". Ab da lief es deutlich entspannter.

"Sie sehen ja, ich bin sehr unterhaltsam"

Jauch erklärte, die Kandidatin würde sich nicht nur mit Wörtern schwertun. Ein Foto tauchte auf dem Bildschirm auf: ein Auto-Cockpit voller Post-its. "Ich weiß nicht, wie das die Menschen machen, ich finde, alle Autos gehen komplett verschieden an", erklärte Anastasia Golz. Daher hatte sie sich eine selbstgebastelte Gebrauchsanleitung ins Auto geklebt. Unter anderem stand da: "Schlüssel rein!"

Kurz darauf haute sie sich wieder selbst in die Pfanne: "Gott, wieso bekomme ich so komische Fragen? Ja, weil ich doof bin!" Jauch amüsierte sich bestens. Praktisch, wenn die Gäste sich über sich selbst lustig machen. Üblicherweise übernimmt er ja diesen Job. Ihre Eltern würden die Sendung aufnehmen, erklärte Anastasia Golz. "Oder Sie haben schon Stopp gedrückt und weinen in der Ecke", grübelte sie. Befragt, ob sie das einzige Kind sei, meinte Golz: "Ja, ich war nämlich sehr anstrengend, und deshalb bin ich ein Einzelkind." Wieder lachte das Publikum.

Bei der 32.000-Euro-Frage erklärte sie, sie müsse sich nun beeilen. Hinter den Kulissen wartete nämlich ihr Kind auf die stillende Mutter. Ob die Stillhormone für ihre stressresistent gute Laune sorgten, blieb offen. Daher sprintete sie wagemutig bis zur 125.000-Euro-Frage: "Der 24 Jahre alte, in Köln geborene Leon Draisaitl ist der Presse zufolge auf dem besten Weg zum ...?" Der Telefonjoker kannte die Antwort ebenso wenig wie sie. Als sie dennoch zocken wollte, staunte Jauch: "Sind Sie wahnsinnig?" Sie gab euphorisiert zu bedenken: "Aber es ist ein Zocker-Special!" Jauch hob die Hände abwehrend wie ein Schutzschild gegen den Elan der jungen Dame.

Dann fiel ihr ein: "Eigentlich will ich mal Fernsehmoderator werden, und Sie sehen ja, ich bin sehr unterhaltsam, wenn also jemand mich engagieren will - ich nehme jeden Job!" Dann stellte sie die überraschende Frage, bei der Jauch fast die Worte fehlten: "Wollen wir mal tauschen?" Jauch negierte amüsiert. "Ich moderiere, und Sie antworten ... und wir teilen die Kohle", blieb sie hartnäckig. Jauch musste herzhaft lachen, blieb aber bei seiner Entscheidung. "Dann nehme ich lieber das Geld", entschied Anastasia Golz.

64.000 Euro dürften für einen kleinen Sektempfang ausreichen. Sie hätte übrigens "Eishockey-Nowitzki" geraten - und Recht gehabt. Jauch stellte sich die nächste Frage derweil selbst: "Wie will die jetzt ein Kind stillen, wenn Sie selber nie still ist?"

Abruptes Ende

In der Sendung gab es auch ein Wiedersehen mit dem Überhangkandidaten Erik Asmus. Der Medizinstudent im dritten Semester hatte mit seiner entspannten Einstellung das Publikum bereits seit Montag auf seiner Seite. Er erspielte 64.000 Euro. Patrica Ritter aus München arbeitet beruflich im PR-Bereich, engagiert sich aber auch in einem Gospelchor. Sie ging mit 125.000 Euro.

Kerstin Neffgen-Werner aus Siegburg ist geschiedene Standesbeamtin. Sie erspielte 16.000 Euro. Der Polizeibeamte Heinz-Dieter Herrmann aus Ochtrup kam nicht weit. Allerdings nur, weil die Tröte das Ende der Sendezeit signalisierte. Zu diesem Zeitpunkt stand er bei 4.000 Euro.