Studie: Mit leerem Magen trifft man schlechte Entscheidungen

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Drei Packungen Toast, Essiggurken und eine XXL-Packung Leberkäse: Wer schon einmal mit grollendem Magen einen Supermarkt betreten hat, weiß: Ein leerer Magen ist nicht die beste Voraussetzung für kluge Entscheidungen. Und das nicht nur beim Lebensmitteleinkauf, wie ein Studie nun belegt.

Was würdest du dafür geben, einmal von diesem Burger abbeißen zu dürfen? (Bild: Getty Images)

Wer Hunger hat, ist meistens ungeduldig und eventuell auch gereizt. “Hangry” nennt man diesen Zustand auch gerne auf Englisch, zusammengesetzt aus “hungry” (dt. hungrig) und “angry” (dt. sauer).

Aber dieser Hanger sorgt nicht einfach nur für miese Stimmung: Er beeinträchtigt tatsächlich unsere Fähigkeit, rationale Entscheidungen zu treffen. Das haben Forscher der Dundee University in Großbritannien herausgefunden.

“Die meisten Menschen wissen, dass man mit leerem Magen besser nicht einkaufen gehen sollte”, sagt Benjamin Vincent, der die Studie leitete. Denn: Wer hungrig ist, entscheidet aus dem Moment heraus und nicht auf lange Sicht – und das nicht nur beim Lebensmitteleinkauf.

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Wer hungrig ist, denkt nicht an die Zukunft

So mussten die Teilnehmer der Studie verschiedene Szenarien durchspielen, die sich um finanzielle Investitionen drehten, ein Gespräch mit einem Anlage- oder Zinsberater zum Beispiel.

Dabei stellten die Forscher fest, dass nicht hungrige Teilnehmer in der Regel bereit waren, 35 Tage bis zur Auszahlung zu warten, wenn sie dafür am Ende die doppelte Summe kassierten. Hungrige Teilnehmer hingegen waren gerade mal bereit, drei Tage zu warten.

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“Im hungrigen Zustand denkt man eher an die sofortigen Vorteile und nicht daran, wie die Zukunft aussehen könnte”, so Vincent.

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