Mittwoch, 8. Mai 2019: Das müssen Sie heute wissen

Mila Lemke
Freie Autorin

Tödliche Schüsse an einer Schule in den USA, Proteste in Istanbul und Hintergründe zu Pompeos überraschendem Irak Besuch: der Überblick über die Nachrichten der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Erst im vergangenen Monat jährte sich das Massaker an der Columbine Highschool. Nun fielen in einer nahe gelegenen Schule Schüsse. (Bild: AP Photo/David Zalubowski)

Schüsse in Schule in USA

  • Ein Toter und mindestens sieben verletzte Schüler

In einer Schule im US-Bundesstaat Colorado haben zwei Angreifer um sich geschossen. Ein 18-Jähriger kam dabei ums Leben. Es sollen noch weitere der sieben verletzen Schüler in Lebensgefahr schweben. Die beiden mutmaßlichen Täter konnten festgenommen werden. Ihr Motiv ist noch unklar. Sie seien selbst Schüler an der betroffenen Schule in Highlands Ranch südlich von Denver gewesen. Die Schule ist knapp zehn Kilometer Luftlinie von der Columbine Highschool in Littleton entfernt, wo sich im April ein Schulmassaker mit zwölf Toten zum 20. Mal jährte. Vor dem Jahrestag wurden aus Angst vor einem möglichen Angriff einer 18-Jährigen zahlreiche Schulen im Großraum Denver geschlossen. Die Verdächtige hatte sich eine Schusswaffe und Munition gekauft und wurde später tot aufgefunden.


Tödlicher Unfall mit Kleinbus in Hessen

  • Ein Toter und mehrere Verletzte nach einem Unfall auf der A3

Bei einem Unfall mit einem Kleinbus ist auf der Autobahn 3 in Hessen ein Mensch ums Leben gekommen. Neun weitere wurden verletzt. Der Bus war am Dienstagabend nahe Limburg unterwegs, als er die Mittelleitplanke durchbrach und auf der Gegenspur umkippte. Ein Insasse starb wenig später. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die A3 wurde gesperrt. Zum genauen Unfallhergang konnte die Polizei am frühen Morgen noch nichts sagen.


Nach Geiselnahme in Frankreich

  • Alle vier Geiseln unverletzt befreit

Nach einer Geiselnahme in der Nähe der französischen Stadt Toulouse konnten alle Geiseln unverletzt befreit werden. Ein bewaffneter 17-Jähriger hatte sich am Dienstag mit vier Frauen in einem Zigaretten- und Lottoladen in Blagnac verschanzt. Einsatzkräften der französischen Eliteeinheit RAID konnten ihn nach mehreren Stunden überwältigen. Ein terroristischer Hintergrund wird ausgeschlossen, das Motiv der Tat ist aber noch unklar. Der Täter sei bereits wegen Diebstahl und Gewalt gegen die Polizei bekannt. Im Dezember ist er bei einer Demonstration der „Gelbwesten“-Bewegung festgenommen worden. Medienberichten zufolge sei der Geiselnahme ein misslungener Raubüberfall vorausgegangen.


US-Außenminister überraschend im Irak

  • Pompeo wegen der wachsenden Spannungen mit dem Iran nach Bagdad gereist

US-Außenminister Mike Pompeo hat seinen lange geplanten Besuch in Berlin kurzfristig gestrichen und ist nach Bagdad geflogen. Dort traf er sich mit mehreren Vertretern der irakischen Regierung, um über die wachsenden Spannungen mit Teheran zu sprechen. Die USA wolle die Energieunabhängigkeit des Iraks vom Nachbarland Iran sicherstellen. In Berlin wäre eigentlich ein Treffen mit Außenminister Heiko Maas und Kanzlerin Angela Merkel angesetzt gewesen, das nur wenige Stunden vor Pompeos Ankunft wegen einer „dringenden Angelegenheiten“ abgesagt wurde. Pompeo ist bereits seit über einem Jahr im Amt des US-Außenministers und hat fast 40 Länder besucht - Deutschland jedoch nicht. Heute wird er in Großbritannien erwartet.


Merkel drängt auf Waffenstillstand in Libyen

  • Libyens Regierungschef spricht im Kanzleramt über Sicherheitslage

Statt Pompeo hat Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag den Chef der libyschen Regierung empfangen. Schwerpunkt des Gesprächs mit Fajis al-Sarradsch war die Lage nach der Offensive auf die Hauptstadt Tripolis durch die Libysch-Nationale Armee (LNA). Die Miliz, die ihre Machtbasis im Osten des Landes hat, hatte die von den Vereinten Nationen anerkannte libysche Regierung im Westen angegriffen. Merkel forderte beide Seiten auf, zu einem politischen Prozess unter dem Schirm der UN zurückzukehren. Sie sprach sich zudem für einen Waffenstillstand während des islamischen Fastenmonats Ramadan aus. Thema war außerdem die schwierige Lage von libyschen Internierungslagern, in denen etwa 6000 Menschen ausharren. Darüber hinaus halten Menschenschmuggler eine unbekannte Zahl von Flüchtlingen und Migranten gefangen und erpressen deren Angehörige mit Foltervideos.


Proteste gegen Wahl-Annullierung in Istanbul

  • Friedliche Proteste mehrere Hundert Menschen am Abend

Einen Tag nach der Annullierung der Bürgermeisterwahl in Istanbul wurde in mehreren Bezirken der Innenstadt protestiert. Mit Trillerpfeifen liefen die Menschen durch die Straßen, an geöffneten Fenstern schlugen sie auf Töpfe und Pfannen. Szenarien, die an Sommer 2013 erinnern: Damals hatte Präsident Erdogan Demonstrationen von Umweltschützern durch die Polizei niederschlagen lassen. Am Dienstagabend verliefen die Proteste jedoch weitgehend friedlich. Die Hohe Wahlkommission der Türkei hatte nach vielen Beschwerden der AKP die Bürgermeisterwahl am Montag annulliert und eine Wiederholung am 23. Juni angeordnet. Sie beschloss außerdem, das Mandat des Gewinners Ekrem Imamoglus zu annullieren. Der Bürgermeisterkandidat gehört der Mitte-Links-Oppositionspartei an und hatte die Wahl in Istanbul am 31. März knapp vor Präsident Recep Tayyip Erdogan gewonnen.


FC Liverpool feiert Sieg über Barcelona

  • Mit Eckball-Wahnsinn schießt sich Klopps Liverpool ins Champions-League-Finale

Nach einem 4:0 Erfolg gegen den FC Barcelona im Halbfinal-Rückspiel steht Jürgen Klopps Team im Endspiel der Champions League. Ein Eckball-Trick sorgte für einen magischen Moment des Abends: Trent Alexander-Arnold bewegt sich vor der Ausführung eines Eckballs zunächst kurz von der Eckfahne weg – und führt die Aktion dann blitzschnell aus. Divock Origi trifft aus sechs Metern zum entscheidenden Treffer. Der Eckball-Trick war einstudiert worden, die Idee kam von Trent Alexander-Arnold selbst. Trainer Klopp lobte seinen jungen Spieler und gestand in einem Interview: „Ich habe das 4:0 gar nicht selbst gesehen.“


Neue Single von Justin Bieber und Ed Sheeran

  • Die Sänger enthüllen das Geheimnis um ihr neustes Projekt

Der kanadische Popstar Justin Bieber und sein britischer Kollege Ed Sheeran produzieren wieder gemeinsam. Auf Instagram enthüllten beide Stars am Dienstag den Titel ihrer neuen Duett-Single. „I Don't Care“ soll am Freitag erscheinen. Seit einigen Tagen hatte Bieber und Sheeran in sozialen Netzwerken Andeutungen zur Teamarbeit gemacht und Promo-Fotos gepostet.


Diese Ereignisse werden heute wichtig:

25 Jahre Demokratie in Südafrika: Bürger wählen neues Parlament

Ein Vierteljahrhundert nach der Abschaffung des rassistischen Apartheid-Regimes wählen rund 27 Millionen Bürger Südafrikas zum sechsten Mal ein neues Parlament.

Ajax und Tottenham im Champions-League-Halbfinale

Ajax Amsterdam ist der Favorit im Duell mit Tottenham Hotspur am Mittwoch um 21.00 Uhr: Die Niederländer stehen in der Fußball-Champions-League vor dem ersten Final-Einzug seit 1996.


Gewinner des Tages...

…sind alle Royal-Fans. Sie können heute einen ersten Blick auf den neugeborenen Sohnemann von Herzogin Meghan und Prinz Harry werfen. Denn bereits am Montag trat der frischgebackene Papa vor die Kamera und teilte mit: „Wir werden euch in zwei Tagen wie geplant als Familie sehen.“