Montag, 13. Mai 2019: Das müssen Sie heute wissen

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat nach den rechtsextremen Anschlägen in Christchurch eine Untersuchungskommission eingesetzt. (Foto: AP)

Aufarbeitung in Christchurch, Klimagespräche in Berlin und ein Ungar im Weißen Haus: der Überblick über die Nachrichten der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

US-Amerikaner zahlen wohl für Handelsstreit

  • Laut Wirtschaftsberater Larry Kudlow seien beide Seiten betroffen

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudrow, hat in einem Interview mit dem TV-Sender Fox News zugegeben, dass auch US-Bürger die Importzölle bezahlen müssten. "Ja, dem widerspreche ich nicht", sagte Kudlow. “Beide Seiten werden bezahlen.” Die US-Wirtschaft sei aber in der Lage, sich zu behaupten. Im Handelskrieg zwischen China und der USA hatte Donald Trump erst am vergangenen Freitag die Zölle auf chinesische Importe von zehn auf 25 Prozent erhöht.

Untersuchungskommission in Christchurch beginnt

  • Prüft, ob Polizei Tat hätte verhindern können

Die Königliche Kommission ist das mächtigste Ermittlungsgremium in Neuseeland. Sie soll seit Montag prüfen, ob Polizei und Geheimdienste die Anschläge auf zwei Moscheen hätten verhindern können — und ob sie sich einseitig auf islamistische Gefahren konzentriert hatten. Ein Rechtsextremist hatte am 15. März zwei Moscheen gestürmt, das Feuer eröffnet und 51 Menschen getötet. Premierministerin Jacinda Ardern sagte, mit der Arbeit der Kommission solle dafür gesorgt werden, dass sich eine solche Attacke niemals wiederhole.


Missy Elliot erhält Ehrendoktortitel

  • US-Musikerin als erste weibliche Rapperin geehrt

Missy Elliot hat die Ehrendoktorwürde des Berklee College of Music erhalten. Das College ehrte die Rapperin zusammen mit dem Sänger Justin Timberlake für ihre Erfolge und ihren weltweiten Einfluss auf die Musikszene. Künstler wie Aretha Franklin oder BB King tragen ebenfalls dieses Titel.


Diese Ereignisse werden heute wichtig

Klimadialoge in Berlin

  • Vertreter aus 35 Ländern beraten über Pariser Klimaabkommen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat Vertreterinnen und Vertreter aus 35 Ländern nach Berlin eingeladen. Zwei Tage lang wollen sie besprechen, wie sie gemeinsam die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreichen können. Diese Petersberger Klimadialoge jähren sich dieses Jahr zum zehnten Mal, sie waren damals eine Antwort auf einen enttäuschenden Klimagipfel in Kopenhagen. Dieses Jahr aber geht es darum, wie Regierungen nationale Klimaziele am besten finanzieren und umsetzen können. Am Dienstag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel eine klimapolitische Rede halten. Übrigens: Das Treffen heißt so, weil es das erste Jahr auf dem Petersberg in Bonn stattfand.


US-Präsident empfängt Victor Orban

  • beide Präsidenten nehmen Haltung gegen Immigration an

Zum ersten Mal nach 14 Jahren ist mit Victor Orban wieder ein ungarischer Ministerpräsident zu Gast im Weißen Haus, das jedenfalls gibt die US-Regierung an. US-Präsident Donald Trump will mit Orban über eine weitere Vertiefung der Beziehungen sprechen - unter anderem bei Handel, Energie, Cybersicherheit und der Zusammenarbeit innerhalb der Nato. Beide Staatsoberhäupter wurden wegen ihrer Einwanderungspolitik kritisiert: Trump wegen seines versprochenen Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko, Orban wegen seiner islamfeindlichen Haltung.


Europäische Union berät über Iran

  • Außenminister wollen Handelsbeziehungen retten

Die Außenminister der Europäischen Union wollen am Montag beraten, wie sie das Atomabkommen mit dem Iran retten können. Die Außenminister wollen Handelsbeziehungen mit dem Iran aufrecht erhalten, trotz der Drohungen der USA, Sanktionen zu verhängen. Seitdem die USA aus dem internationalen Abkommen mit dem Iran ausgetreten sind, haben sich die Beziehungen beider Länder zueinander verschlechtert. Das Abkommen sollte garantieren, dass der Iran weniger Uran anreichert und damit keine Voraussetzungen für einen Atombombenbau schafft — im Gegenzug wurde die Aufhebung internationale Sanktionen gegen den Iran versprochen.


Gewinner des Tages ist...

... der griechische Arzt und Pathologe Georgios Papanikolaou. Der wäre an diesem Montag 136 Jahre alt geworden. Papanikolaou entwickelte den Pap-Abstrich, mit dem Frauenärztinnen auch heute noch Gebärmutterhalskrebs in einem frühen Stadium erkennen und behandeln können. Frauen können ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich den Test machen lassen, er wird von den Krankenkassen bezahlt.