Mysteriöser Fall: Stalking-Opfer tot aufgefunden

Eine 17-jährige College-Studentin wurde in der britischen Grafschaft Dorset tot aufgefunden. Wenige Tage zuvor hatte sie ihren Freunden auf Facebook mitgeteilt, dass sie von einem Stalker belästigt wird. Der Unbekannte hatte angeblich immer wieder bei ihr angerufen und versucht, sie zu einem Treffen zu überreden. Woran die 17-Jährige gestorben ist, konnte bisher nicht aufgeklärt werden. Weitere Untersuchungen sollen Licht ins Dunkel bringen.

„Ich habe einen Stalker. Ich habe wirklich Angst“, teilte Emily Longley ihren Freunden vergangenen Mittwoch auf Facebook mit. Die 17-Jährige berichtete von einem Fremden, der sie mit Telefonanrufen bombardieren würde. „Jemand rief bei mir an. Die Stimme sagte: ‚Du kennst mich nicht, aber ich weiß alles über dich‘“, zitiert die britische „Sun“ den Eintrag der Studentin weiter. „Er wollte unbedingt mit mir ausgehen. Ich habe aufgelegt, aber er hat immer wieder angerufen.“ Auf die Frage, woher er ihre Nummer habe, habe der Unbekannte geantwortet: „Das erzählte ich dir, wenn ich dich sehe“, gab die britische Nachrichtenagentur AP Longleys Aussage wieder. Am 5. Mai wendete sich Longley wieder über das soziale Netzwerk an ihre Freunde: „Ich bin völlig fertig“, schrieb die gebürtige Neuseeländern aus Auckland, die am Brockenhurst College in Bournemouth in der britischen Grafschaft Dorset studierte.

Zwei Tage nach dieser Nachricht wurde Longley tot aufgefunden. Die Todesursache ist noch völlig unklar. War es Mord? Hat der vermeintliche Stalker etwas mit dem Fall zu tun? Nach Angaben von Emily Longleys Vater sei das Mädchen im Schlaf verstorben. Eine erste toxikologische Untersuchung blieb nach Angaben der zuständigen Polizeibeamten ergebnislos.

Stalking ist auch hierzulande ein wichtiges Thema. Seit 2007 gibt es in Deutschland ein Anti-Stalking-Gesetz, welches den strafrechtlichen Schutz von Verfolgungs-Opfern gewährt. Dennoch müssen viele Fälle von Belästigung aus Mangel an tatsächlichen Beweisen vorzeitig abgeschlossen werden. Das gilt insbesondere fürs Internet-Stalking bzw. Cyberstalking. Opfer, die von anderen Personen massiv verfolgt und belästigt werden, können sich nicht nur an die zuständige Polizeidienststelle, sondern auch an eine Opferhilfe-Einrichtung wie zum Beispiel den Weißen Ring (Hotline: 11 60 06) wenden. Dort geben ausgebildete Fachkräfte Tipps und bieten psychologischen Beistand. Die „Arbeitsgruppe“ Stalking der TU Darmstadt (http://www.no-stalking.de/hilfe/adressen.php) informiert über Hintergründe zum Thema und stellt auf Ihrer Webseite eine Liste mit Ansprechpartnern zur Verfügung.

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Zum Schutz vor Internet-Stalkern sollten detaillierte persönliche Angaben im Netz möglichst vermieden werden. Ob in sozialen Netzwerken, Chatrooms oder öffentlichen Foren: Statt dem richtigen Namen sollte lieber ein Spitzname verwendet werden. Das gilt auch für  öffentlich einsehbare Plattformen wie zum Beispiel solche für Wohnungs- oder Stellenanzeigen, bei denen für die Anmeldung kein Profil angelegt werden muss. So können Stalker ohne ihre Identität preiszugeben, die Kontaktdaten ihrer potentiellen Opfer einsehen.

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