Nach Kritik an Polizei beklagt Bundespolizist: "Wir dürfen Flüchtlinge nicht mal festhalten"

Nach Kritik an Polizei beklagt Bundespolizist: "Wir dürfen Flüchtlinge nicht mal festhalten"
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Nach den Sex-Attacken am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht steht vor allem die Polizei in der Kritik, zu wenig gegen die Gewalttätigen unternommen zu haben. Doch ein Bundespolizist schildert jetzt den alltäglichen Wahnsinn, dem Polizisten ausgeliefert sind. Der “Bild” berichtet der anonym bleibende Beamte von seinen Erfahrungen an den Flüchtlings-Brennpunkten Passau, Freilassing und am Münchner Hauptbahnhof.

“Anfangs kamen noch eher Familien mit Kindern, die gebildet wirkten und Englisch sprachen. Inzwischen sind 95 Prozent der Flüchtlinge alleinstehende Männer”, so der Bundespolizist. Die Hälfte der Ankommenden habe keine gültigen Pässe oder Dokumente. Frustriert beklagt der Beamte der Polizei, dass die Öffentlichkeit nicht mitbekomme, was wirklich passiere. “Ein Asylbewerber wollte einem anderen die Kehle aufschneiden. Im Einsatzbericht hieß es dann gefährliche Körperverletzung statt versuchter Mord. Das liest sich besser in der Statistik”, berichtet er.

Frauen würden am Münchener Hauptbahnhof mittlerweile regelmäßig belästigt und bepöbelt. Bei einem Platzverbot würden die Beamten angeschrien: “You are not my police. You are a racist.” In den vergangenen Monaten habe er lediglich eine Anzeige gegen einen Deutschen gestellt, ansonsten ausschließlich gegen Flüchtlinge.

Der Polizist kritisiert insbesondere, dass es Vorgaben von oben gebe, die Flüchtlinge laufen zu lassen. “Wenn ein Flüchtling bei der Kontrolle abhauen will, dürften wir ihn nicht mal festhalten. Das ist von oben vorgegeben. Denn das wäre körperliche Gewalt. Intern heißt es: Lieber laufen lassen.” Um die Zustände zu ändern brauche es “stärkere Kontrollen, mehr Polizisten und mehr Rückhalt von der Politik”. Ansonsten werde es irgendwann zu einem großen Knall kommen, der vielleicht schon da sei, so der Beamte.

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