Nachrichten-Rückblick am Abend: Die wichtigsten News vom 08. Januar 2019

Handelsgespräche zwischen USA und China enden – Trump ist zuversichtlich. Cyberangriff: Behörde sieht „kein dominantes politisches Motiv“ bei Täter. Staatsanwaltschaft erhebt im Fall der Messerattacke von Chemnitz Anklage gegen einen Syrer. Und: Volkswagen gründet Ökostrom-Anbieter.

Ende der US-Handelsgespräche mit China: Trump optimistisch

China, Peking: Die USA rund um David Malpass (l.), Unterstaatssekretär für internationale Angelegenheiten im Finanzministerium, machen einen neuen Anlauf, um ihren Handelskrieg mit China zu beenden. (Bild: Ng Han Guan/AP/dpa)
China, Peking: Die USA rund um David Malpass (l.), Unterstaatssekretär für internationale Angelegenheiten im Finanzministerium, machen einen neuen Anlauf, um ihren Handelskrieg mit China zu beenden. (Bild: Ng Han Guan/AP/dpa)

Hinter verschlossenen Türen haben die USA und China versucht, ihre Handelsstreitigkeiten zu lösen. Zum Ende zweitägiger Gespräche übten sich die Unterhändler am Dienstag in Peking zunächst in Stillschweigen, ob die beiden größten Volkswirtschaft einem Ende ihres Handelskrieges näher gekommen sind. Dafür gab sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ optimistisch: „Die Gespräche mit China laufen gut!“, schrieb er über den Kurznachrichtendienst Twitter.

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Ein Durchbruch war bei den Gesprächen in Peking nicht erwartet worden. Vielmehr sollten die Unterhändler den Weg für weitere Verhandlungen ebnen. Die USA beklagen vor allem mangelnden Marktzugang, zwangsweisen Technologietransfer, Produktpiraterie und staatliche Subventionen in China. Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatten sich am 1. Dezember nach Abschluss des Gipfels der großen Wirtschaftsmächte (G20) in Buenos Aires auf einen 90-tägigen „Waffenstillstand“ geeinigt.

BKA sieht „kein dominantes politisches Motiv“ bei Hacker

Hessen, Wiesbaden: BKA-Präsident Holger Münch gibt in der Zentrale des BKA ein Statement ab. (Bild: Boris Roessler/dpa)
Hessen, Wiesbaden: BKA-Präsident Holger Münch gibt in der Zentrale des BKA ein Statement ab. (Bild: Boris Roessler/dpa)

Der 20-jährige Hacker aus Hessen hatte nach Einschätzung des Bundeskriminalamts „kein dominantes politisches Motiv“ für die massenhafte Veröffentlichung privater Daten von Politikern und Prominenten. Dieser Bewertung liege unter anderem eine Aussage des Verdächtigen zugrunde, sagte BKA-Chef Holger Münch am Dienstag in Berlin. Laut Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) gab der 20-Jährige als Grund für seinen Angriff an, sich über die Äußerungen der Politiker und Prominenten geärgert zu haben.

Bei dem Datendiebstahl handele es sich um einen Massendelikt, sagte Münch. „Hauptursache sind schlechte Passwörter.“ Der 20-Jährige, der nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und anderer Medien aus Homberg (Ohm) in Hessen stammt, soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht haben. Rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten sind von dem Online-Angriff betroffen.

Tod eines Deutschen in Chemnitz: Anklage gegen einen Tatverdächtigen

Sachsen, Chemnitz: Eine Gedenkplatte mit der Aufschrift “Daniel H. – 26.08.2018” an der Stelle der Gewalttat unweit des Karl-Marx-Monumentes. (Bild: Martin Kloth/dpa-Zentralbild/dpa)
Sachsen, Chemnitz: Eine Gedenkplatte mit der Aufschrift “Daniel H. – 26.08.2018” an der Stelle der Gewalttat unweit des Karl-Marx-Monumentes. (Bild: Martin Kloth/dpa-Zentralbild/dpa)

Der gewaltsame Tod eines 35 Jahre alten Chemnitzers am Rande des Stadtfestes kommt vor Gericht. Gut vier Monate nach der Gewalttat hat die Staatsanwalt Chemnitz gegen einen der drei Tatverdächtigen Anklage erhoben. Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, wird dem in Untersuchungshaft befindlichen Syrer gemeinschaftlicher Totschlag sowie gemeinschaftlicher versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Laut Staatsanwalt soll der Asylbewerber Alaa S. am 26. August gemeinsam mit dem auf der Flucht befindlichen Iraker Farhad A. den 35 Jahre alten Deutschen durch Messerstiche getötet haben. Zudem sollen beide einem weiteren Mann eine schwere Stichverletzung im Rücken beigebracht haben. Das Verfahren gegen den Iraker, der weltweit mit Haftbefehl gesucht wird, wird den Angaben zufolge abgetrennt.

Ob gegen einen dritten Tatverdächtigen Anklage erhoben werde, werde in absehbarer Zeit entschieden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Iraker Yousif A. war Mitte September aus der Untersuchungshaft entlassen worden, weil gegen ihn kein dringender Tatverdacht mehr besteht.

Volkswagen will Ökostrom anbieten

VW will nach und nach ein Rundumpaket auf die Beine stellen. (Symbolbild: Getty Images)
VW will nach und nach ein Rundumpaket auf die Beine stellen. (Symbolbild: Getty Images)

Der Autobauer Volkswagen hat zur Unterstützung seiner Elektrooffensive einen Stromanbieter gegründet. Die Elli genannte Marke soll unter anderem VW-Fahrer, aber auch Unternehmen und Privatkunden Ökostrom anbieten, wie der Konzern am Dienstag in Wolfsburg mitteilte. Teil des Angebots sollen unter anderem Stromtarife, Ladeboxen für die Garage und Ladesäulen etwa auf Supermarktparkplätzen sein.

„Unsere Mission ist es, der E-Mobilität den Weg von der Nische in den Mainstream zu bahnen“, sagte der designierte Chef der Stromtochter, Thorsten Nicklaß. Das Angebot solle einen Lebensstil ermöglichen, der das E-Auto vollständig in den Alltag integriere. Dazu will VW nach und nach ein Rundumpaket auf die Beine stellen, bis das erste vollelektrische Modell der ID-Familie 2020 auf den Markt kommt.

mit Material der dpa