Nicht nur "Herr der Ringe": Die Serien-Tipps im September

Noch keine Serie ist so teuer wie "Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht" gewesen. (Bild: Amazon Studios)
Noch keine Serie ist so teuer wie "Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht" gewesen. (Bild: Amazon Studios)

Eine Serie, sie zu knechten? Das lange Warten hat endlich ein Ende gefunden, am 2. September erscheint mit "Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht" die bis dato teuerste Serie aller Zeiten. Wer nun aber denkt, dass die Konkurrenz vor so viel vermeintlichem Fantasy-Bombast das Knie beugt, irrt sich gewaltig.

Ebenfalls im September, wenn auch mit deutlichem Sicherheitsabstand, geht es dank "Andor" zurück ins "Star Wars"-Universum. Auf Machtspiele der anderen Art dürfen sich derweil Zuschauer einstellen, die mit "Die Kaiserin" eine weitere Serie über das Leben von Elisabeth von Österreich-Ungarn aka Sisi erwartet. Und sogar Punker kommen dank der Miniserie "Pistol" über die berühmt-berüchtigte Band Sex Pistols auf ihre Kosten.

Amazon Prime Video

Es ist die Serie der Superlative: "Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht". Einer neuen Kalkulation des "Wall Street Journals" zufolge habe allein die acht Folgen umfassende erste Staffel Streamingdienst Amazon Prime Video rund 715 Millionen US-Dollar gekostet. Weit mehr als zunächst angenommen und folglich mit fast schon lächerlichem Abstand die bislang teuerste Serie aller Zeiten. Denn Stimmen die Zahlen, verschlingt jede Folge fast 90 Millionen Dollar - bei den Marvel-Serien "Loki" und Co. seien es dagegen läppische 25 Millionen Dollar...

Ein großes Wagnis also für das Unternehmen, aber auch eine gewaltige Chance. Immerhin ist es fast 20 Jahre her, dass mit "Die Rückkehr des Königs" Peter Jacksons (60) "Herr der Ringe"-Trilogie seinen krönenden Abschluss fand. "Die Ringe der Macht" spielt nun 1.000 Jahre vor der Vernichtung des einen Rings durch Hobbit Frodo (Elijah Wood, 41). Auf bekannte Figuren muss das Publikum aber nicht verzichten: Eine der zentralen Figuren in der Serie ist Galadriel, statt Cate Blanchett (53) spielt nun Morfydd Clark (33) die mächtige Elbin. Und selbstredend ist auch die Bedrohung für ganz Mittelerde eine wohlbekannte: Scheusal Sauron.

Für wen Gondor, Rohan und Mordor elbische Dörfer sind oder wer grundsätzlich mehr mit Sci-Fi als mit Fantasy anfangen kann, könnte ab 8. September ebenfalls bei Amazon Prime fündig werden. Dann startet mit "The Lazarus Project" eine neue Zeitreiseserie. Wann immer sich eine Katastrophe zuträgt, dreht die titelgebende Geheimorganisation die Zeit zurück und versucht, das Unglück aufzuhalten - in etwa wie in der Serie "Seven Days - Das Tor zur Zeit".

Wow

Einer realen Katastrophe widmet sich die Serie "Munich Games", die ab 2. September via Wow oder 4. September bei Sky One zu sehen ist. Als Grundlage dient das Olympia-Attentat von 1972. Die Miniserie (sechs Episoden) spinnt die Geschichte nun weiter: Planen Terroristen zum 50. Jahrestag der Tragödie erneut, einen Anschlag in München zu verüben? LKA-Beamtin Maria Köhler (Seyneb Saleh, 34) und Mossad-Agent Oren Simon (Yousef Sweid, 46) sind davon überzeugt.

Und noch eine vielversprechende Agenten-Thriller-Serie startet bereits am 2. September: "The Undeclared War" mit Simon Pegg (52) und Oscarpreisträger Mark Rylance (62). Die Serie handelt vom britischen Geheimdienst GCHQ, der kurz vor den Parlamentswahlen alle Hände voll damit zu tun bekommt, Cyberangriffe aus dem Ausland abzuwehren.

Netflix

Eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte geht ab dem 9. September in seine nunmehr fünfte Runde: Beim "Karate Kid"-Ableger "Cobra Kai" wurde kurzerhand der einstige Bösewicht des Originals, Johnny Lawrence (William Zabka, 56), zum Helden umgewandelt. Auch Ralph Macchio (60) ist darin wieder in seiner Rolle als Daniel "Karate Kid" LaRusso zu sehen, ebenso wie weitere Stars der vierteiligen Filmreihe.

Sisi ist dieser Tage so gefragt wie lange nicht mehr. Nach der RTL+-Serie "Sisi" kommt sie ab dem 29. September und gespielt von Devrim Lingnau (24) als "Die Kaiserin" zu Netflix. Im Gegensatz zu der sehr romantisierten Darstellung in den Kultfilmen aus den 50er Jahren, damals mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm, wolle man "einen neuen Weg gehen", wie Showrunnerin Katharina Eyssen (39) sagt. "Die Charaktere sind vielschichtige, leidenschaftliche Figuren mit jeweils eigenen Abgründen."

Disney+

Fans des "Star Wars"-Universums bekommen ab 21. September dank "Andor" Nachschub. Die Serie spielt vor den Ereignissen aus "Rogue One: A Star Wars Story" von 2016. Im Mittelpunkt steht Cassian Andor, erneut gespielt von Diego Luna (42), auf seinem Weg zum Helden der Rebellion gegen das Imperium. Neben ihm sind unter anderem Stellan Skarsgård (71) sowie Forest Whitaker (61) zu sehen, der wie bei "Rogue One" in die Rolle von Rebellenführer Saw Gerrera schlüpfen wird.

Rebellisch wird es auch in der Miniserie "Pistol", die ab 28. September bei Disney+ startet. Oscar-Regisseur Danny Boyle (65) erzählt darin den Werdegang der britischen Punkband Sex Pistols rund um Sid Vicious (1957-1979) und Johnny Rotten (66). Als Grundlage dienten die Memoiren von Sex-Pistols-Gitarrist Steve Jones (66), unter anderem "Game of Thrones"-Star Maisie Williams (25) spielt mit.

Zum Abschluss ein besonderes Debüt: Mit der Thriller-Serie "The Old Man" feiert Jeff Bridges (72) ab 28. September endlich auch hierzulande seine Premiere als Serienhauptdarsteller. Er verkörpert darin einen ehemaligen CIA-Agenten, Dan Chase, der es drei Jahrzehnte lang geschafft hat, unterzutauchen. Als jedoch urplötzlich ein Killer in sein Haus eindringt, ist er zur Flucht gezwungen - was wiederum seine ehemaligen Kollegen vom Geheimdienst auf den Plan ruft. Neben Bridges wirkt in "The Old Man" auch Altstar John Lithgow (76) mit.