Ökonom präsentiert Lösung für Flüchtlingskrise

Hat Paul Collier die Formel zur Lösung der Flüchtlingskrise gefunden? (Bild: AP)

Er gilt als einer der härtesten Kritiker von Merkels Flüchtlingspolitik. Jetzt hat der Oxford-Ökonom Paul Collier gemeinsam mit dem Migrationsforscher Alexander Betts ein Buch geschrieben. In „Gestrandet“ analysieren sie die globale Flüchtlingspolitik, erklären ihre Ansätze für unzeitgemäß und präsentieren einen Lösungsvorschlag, der sich in folgenden drei Punkten zusammenfassen lässt:

1. Grenzen schützen

Europa müsse seine Außengrenzen schützen. Aus rein wirtschaftlichen Gründen dürfe es kein Recht auf Einwanderung geben. Andernfalls würden alle Menschen weltweit in ihr jeweiliges „Traumland“ flüchten. Merkels Willkommenskultur habe zu „menschlichen Katastrophen und ethischen Zwickmühlen“ geführt.

2. Nachbarländer unterstützen

Collier und Betts sind der Meinung, dass sich Politik und Medien zu sehr auf die vergleichsweise geringe Zahl der Flüchtlinge konzentrieren, die versuchen, Industriestaaten zu erreichen. Dabei blieben die weniger Gutgestellten – etwa solche, denen die Flucht ganz einfach finanziell nicht möglich ist – auf der Strecke. Etwa 90 Prozent würden innerhalb des eigenen Staats vertrieben oder flüchteten in ein Nachbarland. Genau hier sollen reiche Länder investieren.

3. Arbeitsplätze schaffen

Darauf aufbauend sollten große Konzerne Produktionsstätten in die Nähe der Krisenregionen verlegen und Flüchtlingen hier legal Arbeit anbieten. In diesen international finanzierten „Sonderwirtschaftszonen“ soll den Flüchtlingen aus der Arbeitslosigkeit geholfen werden, um Zukunftsperspektiven zu schaffen.

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