Omikron: Warum Genesene in Deutschland jetzt schon nach drei statt sechs Monaten aus der 2G-Regelung fallen

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Genesene fallen nur noch für drei Monate unter die 2G-Regel.
Genesene fallen nur noch für drei Monate unter die 2G-Regel.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Geltungsdauer des Genesenenstatus verkürzt. Seit dem 15. Januar 2022 gilt, dass Personen nach einer Infektion nur für 90 statt bisher 180 Tage als genesen gelten. Nach diesem Zeitraum empfehlen das RKI und die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Auffrischungsimpfung. Grundlage für den Genesenenstatus bleibt weiterhin ein positives PCR-Testergebnis, das mindestens 28 Tage zurückliegt.

Konkret bedeutet die Entscheidung des RKI, dass Genese bereits nach drei Monaten aus der 2G-Regelung entfallen. Damit grenzt das RKI den zeitlichen Status für Genesene stark ein. In anderen EU-Ländern wird der Genesenenstatus weiterhin anders geregelt. So gelten infizierte Personen in Österreich weiter sechs Monate als genesen. In Frankreich und Italien ebenso. In der Schweiz gilt eine Person sogar für 365 Tage ab dem positiven Testresultat als genesen. Doch auch hier ist eine Verkürzung dieser Zeit auf 270 Tage geplant.

Warum verkürzt das RKI den Genesenenstatus so drastisch? Auf Nachfrage antwortet die Pressesprecherin Susanne Glasmacher: "Die Dauer des Genesenenstatus wurde von sechs Monate auf 90 Tage reduziert, da die bisherige wissenschaftliche Evidenz darauf hindeutet, dass Ungeimpfte nach einer durchgemachten Infektion einen im Vergleich zur Delta-Variante herabgesetzten und zeitlich noch stärker begrenzten Schutz vor einer erneuten Infektion mit der Omikron-Variante haben."

Das RKI verweist darauf, dass die Stiko bereits seit dem 21. Dezember 2021 nach drei Monaten eine Auffrischungsimpfung für Ungeimpfte empfiehlt, die zuvor infiziert wurden. Dadurch soll auf die sich rasant ausbreitende Omikron-Variante reagiert werden, um einen ausreichenden Schutz in der Bevölkerung aufzubauen, heißt es.

Schutz vor Omikron nicht ausreichend

Nach einer Corona-Infektion bildet der Körper Antikörper. Doch wie bei der Impfung verschlechtert sich nach einer gewissen Zeit der Schutz vor einer Infektion und einem schweren Verlauf. Die Dauer des Schutzes hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. So nimmt mit steigendem Alter die Immunantwort ab, und Personen, die einen schweren Verlauf hinter sich hatten, bilden meist mehr Antikörper als Personen mit mildem Verlauf.

Bisher gingen Forscher davon aus, dass Genesene für mindestens sechs Monate ausreichend vor einer erneuten Infektion oder einem schweren Verlauf geschützt sind. Doch gerade aktuell kommt es immer wieder zu Impfdurchbrüchen und Neuinfektionen bei Genesenen. Schuld daran ist vor allem die nun in Deutschland vorherrschende Omikron-Variante. Omikron gilt nicht nur als ansteckender als die Delta-Variante, sondern entgeht zu einem gewissen Grad auch dem Immunschutz.

Die Gesellschaft für Virologie verweist in ihrer letzten Stellungnahme zur Immunität von Genesenen auf die unterschiedliche Datenlage. Demnach ergaben Studien aus Israel und Frankreich, dass eine Corona-Infektion einen besseren Schutz vor der Delta-Variante liefert als eine zweifache Impfung. Zwei Untersuchungen aus den USA kamen dagegen zu dem Entschluss, dass Geimpfte einen besseren Schutz besitzen als Genesene. Die Gesellschaft schrieb schon damals deshalb: "Aufgrund dieser widersprüchlichen Datenlage kann gegenwärtig nicht sicher von einem ein Jahr anhaltenden Schutz Genesener ausgegangen werden."

Reinfektionen und Impfdurchbrüche sind seit dem Aufkommen der Omikron-Variante noch wahrscheinlicher geworden. Die Botschaft des RKI lautet deshalb, dass sich auch Genesene nach kurzer Zeit impfen sollten, um sich vor einer Infektion oder zumindest einem schweren Covid-Verlauf zu schützen.

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