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Ostern unter hohen Sicherheitsvorkehrungen - Papst predigt Hoffnung

Ostern unter hohen Sicherheitsvorkehrungen - Papst predigt Hoffnung

Papst Franziskus hat am Samstagabend die Feier der Osternacht im Petersdom vor mehr als sechstausend Gläubigen geleitet. In seiner zehnminütigen Predigt rief Franziskus zu Freude und Hoffnung auf.

"Manchmal haben wir das Gefühl, dass ein Grabstein vor den Eingang unseres Herzens gewälzt wurde, der das Leben erstickt, die Zuversicht auslöscht, uns im Grab der Ängste und der Bitterkeit einsperrt und uns den Weg zu Freude und Hoffnung versperrt. Das sind „Felsbrocken des Todes“ und wir begegnen ihnen entlang unseres Weges in all jenen Erfahrungen und Situationen, die uns den Enthusiasmus und die Kraft zum Weitermachen rauben", heißt es in der offiziellen deutschen Übersetzung der Predigt, die Franziskus auf italienisch hielt.

Papst: „Sehnsucht nach Frieden durch die Grausamkeit des Krieges gebrochen“

"Wir finden sie in den Gummiwänden des Egoismus - das sind wahre Gummiwände -; Egoismus und der Gleichgültigkeit, die den Einsatz für den Aufbau gerechterer und menschlicherer Städte und Gesellschaften zurückweisen; wir finden sie in all der Sehnsucht nach Frieden, die durch die Unbarmherzigkeit des Hasses und die Grausamkeit des Krieges gebrochen wird", sagte Franziskus.

Um seine Kraft ganz der Osternacht, des feierlichsten und wichtigsten Moments im katholischen liturgischen Kalender widmen zu können, hatte der Papst auf die Teilnahme am traditionellen Kreuzweg vor dem Kolosseum am Karfreitag abgesagt.

In der Osternacht betrat Franziskus den Petersdom im Rollstuhl.

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in Italien und Frankreich

Die Osterfeierlichkeiten in Italien finden unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen satt, wie in Frankreich, das nach dem Anschlag auf die Crocus City Hall bei Moskau die Alarmstufe erhöht hatte. Das italienische Innenministerium hatte verstärkte Überwachung und Kontrollen angekündigt, mit besonderem Augenmerk auf große Menschenansammlungen.

Aufgrund des Krieges in Gaza gibt es in Jerusalem weniger Gläubige.

Auch in Jerusalem sind die Sicherheitsmaßnahmen bemerkenswert hoch. Aufgrund des andauernden Krieges in Gaza kamen weitaus weniger Pilger als sonst in die Stadt, sodass an den Feierlichkeiten hauptsächlich einheimische Christen teilnahmen, die dort leben. In der Grabeskirche leitete der Lateinische Patriarch Pierbattista Pizzaballa den Gottesdienst vor nur wenigen Hundert Gläubigen.

Friedensmärsche in Deutschland

Während viele Länder Ostern mit farbenfrohen Prozessionen feiern, ist es in Deutschland die Zeit der Friedensmärsche, eine Tradition, die bis in die 1960er Jahre, die Hochzeit des Kalten Krieges zurückreicht und deren Hauptaktionstag der Samstag ist. In diesem Jahr fanden bundesweit über 70 Demonstrationen statt. Die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen waren das Hauptthema der Märsche.