Rollstuhlfahrerin über Nacht am Flughafen zurückgelassen

Eine Rentnerin war am Flughafen stundenlang auf sich allein gestellt. (Symbolbild: Getty Images)

Ein kurzer Trip nach Chicago entwickelte sich für eine US-amerikanische Rentnerin zum reinsten Albtraum: Ein Flugausfall führte nämlich dazu, dass sie hilflos am Flughafen zurückgelassen wurde.

Der Besuch von Olimpia Warsaw in Chicago stand von Anfang an unter keinem guten Stern: Bereits auf dem Hinflug von Detroit verlor die Fluggesellschaft American Airlines das Gepäck der 67-Jährigen, sodass sie sich an ihrem Zielort einmal komplett neu einkleiden musste. Warsaw war für die Beerdigung ihres Ex-Mannes nach Chicago gereist, von der sie wegen dieser Probleme einen Teil verpasste.

Doch der wahre Albtraum begann erst später: Warsaws Sohn Claude Coltea brachte sie nach der Beerdigung zum Flughafen, von wo aus sie wieder zurück nach Detroit reisen sollte. Die Rentnerin hat Diabetes und Parkinson und ist deshalb auf die Hilfe anderer angewiesen. Deswegen ging Coltea auf Nummer sicher: “Ich bin mit ihr bis zum Gate gegangen. Ich habe bei der Gate-Beauftragten nachgefragt, ob der Flug pünktlich ist”, erinnert sich der Mann im Gespräch mit dem Lokalsender “CBS Chicago”. “Alles war okay. Sie sagte: ‘Ja, alles ist gut. Wir passen gut auf Ihre Mutter auf.’”


Hilfe verweigert

Doch wie sich herausstellen sollte, war das nicht der Fall: Olimpia Warsaws Flug nach Chicago wurde gecancelt. Ein Flughafenmitarbeiter brachte die 67-Jährige zurück in den Eingangsbereich des Flughafens, wo ihr für die Übernachtung ein Hotelzimmer angeboten wurde. Alleine war es für die Rollstuhlfahrerin mit Kommunikationsschwierigkeiten jedoch unmöglich, zum Hotel zu gelangen – und das Flughafenpersonal weigerte sich, ihr beim Transport zu helfen.

Der Mitarbeiter, der Warsaw in den Empfangsbereich des Flughafens gebracht hatte, wiegelte sie mit der Erklärung, dass seine Schicht nun vorbei sei, ab und ließ sie zurück. “Sie musste einen fremden Fluggast um Hilfe bitten, um überhaupt auf die Toilette gehen zu können, weil das Personal über Nacht gegangen war”, berichtet ihr Sohn “CBS Chicago”.

Aufenthaltsort unbekannt

Als die Rentnerin nicht wie geplant in Detroit ankam, begann ihre Familie, sich Sorgen zu machen. Mehrere Anrufe bei American Airlines zeigten, dass die Fluggesellschaft die kranke Passagierin verloren hatte. Erst nach Stunden konnte der Sicherheitsdienst die 67-Jährige im Flughafen finden – sichtlich erschöpft, verängstigt und noch immer in der Kleidung, die sie zur Bestattung getragen hatte.

“Wir hätten nur gewollt, dass jemand mal kurz innehält und sagt ‘Lasst uns einfach nur kurz sicherstellen, dass dieser Mensch in Sicherheit ist und dann können wir alle nach Hause gehen’. Nicht eine Person hat das getan”, beschwert sich Claude Coltea. Die Familie von Olimpia Warsaw fordert, dass die Fluggesellschaft ihren Umgang mit alten und behinderten Menschen ändert. American Airlines hat sich bei den Betroffenen entschuldigt und den Flugpreis erstattet. Der Vorfall wird nun intern untersucht.