Polizei und Videobilder: Keine vorschnellen Entscheidungen bei Gesichtserkennung

Ein automatisiertes Verfahren zur Gesichtserkennung klingt verlockend, birgt aber auch Gefahren, kommentiert Ulrich Kraetzer.

"Oh nein, nicht schon wieder!" Solche Kommentare hört man, wenn man Mitglieder der rot-rot-grünen Koalition in Berlin nach ihrer Meinung zu einer Ausweitung der Videoüberwachung befragt. Der Unmut ist verständlich. Denn das Thema sorgt unter der Partnern immer wieder für Streit.

Aktuell geht es darum, dass die Berliner Polizei erwägt, ein Computerprogramm anzuschaffen, um beobachtungswürdige Personen auf Überwachungsaufnahmen in einem automatisierten Verfahren mithilfe einer Software zu identifizieren. Das klingt verlockend. Denn um – nur als Beispiel – einen Terrorverdächtigen vom Schlage eines Anis Amri auf einer Überwachungsaufnahme zu identifizieren, müssten ohne Computer hunderte Beamte unzählige Monitore überwachen und die Gesichter umher wuselnder Menschen mit Aufnahmen von Menschen vergleichen, die als beobachtungswürdig eingestuft wurden. Unmöglich? Unmöglich! Zumindest, wenn die Polizei nicht hunderte neuer Mitarbeiter einstellt, die obendrein noch ein fotografisches, besser gesagt: ein "Computer"-Gedächtnis bräuchten.

Eine Software und eine gut gepflegte Foto-Datenbank könnten das Problem dagegen lösen. Doch bei wem sollte das System "anschlagen"? Nur bei verurteilten Mördern, Terroristen oder entflohenen Kinderschändern? Oder auch bei irgendwie "Verdächtigen", etwa islamistischen "Gefährdern", über deren Einstufung kein Gericht, sondern im stillen Kämmerlein wenige Polizisten entscheiden? Und wenn die Software schon mal da ist: Könnte man nicht auch Fotos von Schwar...

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