Die Queen sucht eine Haushaltshilfe — dafür will sie aber nur Mindestlohn zahlen

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Queen Elizabeth II
Queen Elizabeth II

Ihr träumt von einer Karriere im Gastgewerbe und glaubt, dass euer Service einer königlichen Hoheit gerecht wird? Dann hat das britische Königshaus genau den richtigen Job für euch: Queen Elizabeth II sucht nämlich momentan eine Teilzeitkraft im Housekeeping für einen ihrer Paläste.

In dem Holyrood-Palast im schottischen Edinburgh erwartet die Kandidatin oder den Kandidaten eine 20-Stunden-Woche. Das Gehalt ist allerdings bei einem stündlichen Lohn von 9,50 Pfund – in etwa 11,37 Euro – nicht so königlich. Das entspricht dem neuen nationalen Mindestlohn des Vereinigten Königreichs. Vier Tage die Woche zwischen Montag und Sonntag müssen die künftigen „Housekeeper“ auf der Matte stehen.

„Das ist eure Chance, euren Enthusiasmus für das Gastgewerbe in die Tat umzusetzen, um Außergewöhnliches zu leisten“, heißt es in der Stellenanzeige, die auf der Jobbörse des britischen Königshauses veröffentlicht wurde. Auch, wenn frühere Erfahrungen durchaus vom Vorteil sind, interessieren sich die Personalverantwortlichen mehr für eine „proaktive Herangehensweise“ und die Fähigkeit der Bewerberinnen und Bewerber, Herausforderungen zu bewältigen.

Ausbleibende Kunden, chronische Unterbesetzung und Überstunden: Die Pandemie war für Beschäftigte im Service-Bereich allgemein eine schwierige Zeit. Dazu kommt, dass viele Arbeitgeber auf Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen bestehen. Der nationale Mindestlohn im Vereinigten Königreich beträgt derzeit 8,91 Pfund für Beschäftigte über 23 Jahren, die außerhalb von London arbeiten, wird er aber ab April 2022 auf 9,50 Pfund erhöht. Damit liegt er allerdings immer noch unter den Forderungen der „Living Wage Foundation“, die einen Mindestlohn von 9,90 Pfund für angemessen hält. Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass Arbeitgeber Löhne zahlen, die sich an den tatsächlichen Lebenshaltungskosten orientiert.

Niedriger Lohn – aber 33 Tage Urlaub

Zwar wird der Mindestlohn im Palast nicht überboten, aber dafür versucht das Königshaus mit anderen Boni zu locken – darunter 33 Tage Urlaub, einen Rentenbeitrag von 15 Prozent und unbeschränkten Zugang zu zahlreichen Freizeiteinrichtungen.

Queen Elizabeth, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Thronjubiläum feiert, wechselt öfter die Tapeten. So ist der Holyrood-Palast, auch als „Holyroodhouse“ bekannt, nur einer der vielen prunkvollen Anwesen der adligen Familie. Derzeit ist er aber die offizielle Residenz der Monarchin. Besonders viel Unterstützung wird die Queen Ende Juni bis Anfang Juli brauchen: Während der sogenannten Holyrood-Woche besucht die Königin diverse Veranstaltungen in Schottland und empfängt allerlei Gäste im Palast.

Um für die royale Familie arbeiten zu können, müssen Bewerberinnen und Bewerben eine britische Arbeitserlaubnis besitzen in Großbritannien und ein Sicherheitsüberprüfungsverfahren durchlaufen. Wer sich berufen fühlt, muss allerdings Gas geben, denn die Bewerbungsfirst läuft am 21. Januar ab. Die Vorstellungsgespräche sollen laut Anzeigentext am 31. Januar stattfinden.

Dieser Artikel wurde von Lara Hansen aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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