Die richtige Ernährung für eine gesunde Darmflora

(cos/spot)
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Fermentiertes Gemüse ist gut für die Darmflora. (Bild: Megan Betteridge/Shutterstock.com)
Fermentiertes Gemüse ist gut für die Darmflora. (Bild: Megan Betteridge/Shutterstock.com)

Wer ein langes und gesundes Leben führen möchte, sollte das Wohl des eigenen Verdauungstrakts nicht außer Acht lassen. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann (53) ist Darm-Spezialistin und Autorin des Buches "Gesund mit Darm". Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news klärt sie über das richtige Essverhalten auf: Welche Lebensmittel fördern die Gesundheit der Darmflora, welche sind eher schädlich?

Durch welche Ernährung lässt sich die Darmflora positiv beeinflussen?

Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: Ein wichtiges Kriterium für eine gesunde Darmflora ist Vielfalt. Eine vielfältige Darmflora beinhaltet viele unterschiedliche Bakterienstämme. Jede dieser Bakteriengruppen hat andere Bedürfnisse. Um allen Keimen gerecht zu werden, sollte man abwechslungsreich essen. Viele einseitige Ernährungsformen führen nachweislich zu einer verarmten Darmflora.

Welche Lebensmittel sind hilfreich?

Prof. Axt-Gadermann: Besonders wichtig für unsere Darmbakterien sind präbiotische Ballaststoffe. Darunter versteht man bestimmte Pflanzenfasern, die von den Bakterien im Darm verarbeitet werden können, den Mikroorganismen als Futter dienen und deren Entwicklung fördern. Präbiotika sind zum Beispiel enthalten in Zwiebelgewächsen, Hülsenfrüchten, Spargel, Topinambur, Pastinaken, Haferflocken, aber auch in gekochten und anschließend abgekühlten, kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie Nudeln, Reis oder Kartoffeln.

"Gesund mit Darm" von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann ist seit Dezember 2020 erhältlich. (Bild: Südwest Verlag)
"Gesund mit Darm" von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann ist seit Dezember 2020 erhältlich. (Bild: Südwest Verlag)


Außerdem können wir günstige Bakterien über die Ernährung zuführen. Solche sind etwa in Joghurt, Kefir, Käse, Quark und fermentiertem Gemüse enthalten. Für die Darmflora ebenfalls gut sind Omega-3-Fettsäuren, zu finden in fettem Fisch wie Lachs, Makrele, Hering, Tunfisch oder in Pflanzenölen wie Lein- oder Rapsöl. Ebenso hilfreich sind bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, so genannte Polyphenole, die in dunklen Beeren, dunkler Schokolade, grünem und schwarzem Tee, Kaffee und Rotwein beinhaltet sind.

Auf welche Lebensmittel sollte verzichtet werden, um die Darmflora gesund zu halten?

Prof. Axt-Gadermann: Stark verarbeitete Nahrungsmittel, ballaststoffarme Fertiggerichte oder Fast Food tun der Darmflora nicht gut. Sie liefern meistens zu wenige Nährstoffe und Ballaststoffe, enthalten dafür aber Zusatzstoffe, die die Darmflora schädigen können. Von einigen Süßstoffen ist inzwischen bekannt, dass sie gerade die Darmbakterien fördern, die für einen hohen Blutzuckerspiegel sorgen und vermehrt Kohlenhydrate in den Körper schleusen. Auch Emulgatoren und Konservierungsstoffe sind für die Darmschleimhaut beziehungsweise die Darmflora nicht gut.

Lässt sich eine unausgeglichene Darmflora allein durch eine Ernährungsumstellung stabilisieren?

Prof. Axt-Gadermann: Die Ernährungsumstellung ist eine wichtige Grundlage, um langfristig die Darmflora in einen gesünderen Zustand zu versetzen. Die Einnahme von Prä- und Probiotika kann die Umstellung zusätzlich beschleunigen.