Sequoias Warnung für Startup-Gründer: „Kritischer Moment“

 Roelof Botha, Partner bei Sequoia Capital, bei einer Veranstaltung des US-Mediums „Techcrunch“ zusammen mit Reporterin Megan Rose Dickey.
Roelof Botha, Partner bei Sequoia Capital, bei einer Veranstaltung des US-Mediums „Techcrunch“ zusammen mit Reporterin Megan Rose Dickey.

Guten Morgen! Während ihr geschlafen habt, ging andernorts die Arbeit in der Digitalszene weiter.

Die Top-Themen:

Sequoia Capital hat eine Warnung an seine Portfoliounternehmen ausgegeben. In der 52-Folien-Präsentation beschrieb die VC-Firma die aktuelle Kombination aus turbulenten Finanzmärkten, Inflation und geopolitischen Konflikten als einen „kritischen Moment“ der Unsicherheit und des Wandels. Sequoia riet Gründern, nicht mit einer schnellen wirtschaftlichen Erholung wie nach dem Beginn der Pandemie zu rechnen, da die geld- und fiskalpolitischen Instrumente, die diese Erholung vorangetrieben haben, „ausgeschöpft“ seien.

Stattdessen empfahl die Firma den Gründern, schnell zu handeln und ihr Unternehmen beispielsweise auf mögliche Einsparungen zu untersuchen. „Sehen Sie Kürzungen nicht als etwas Negatives an, sondern als eine Möglichkeit, Geld zu sparen und schneller zu funktionieren“, schrieben die Investoren. Unternehmen, die schnell handeln würden, würden die „Todesspirale“ am ehesten vermeiden. „Billiges Kapital“ sei derzeit nicht mehr zu haben. Positiv an der aktuellen Entwicklung sei, dass der Wettbewerb um Talente möglicherweise etwas nachlassen und die Rekrutierung damit einfacher werde, da auch viele große Technologieunternehmen Einstellungsstopps verhängt hätten. [Mehr bei The Information]

Auf Gründerszene: Seit über zwei Wochen steht Influencer Fynn Kliemann wegen dubioser Maskendeals in der Kritik. Zahlreiche Kooperationspartner haben sich direkt von ihm distanziert und die Zusammenarbeit beendet. Aus diesem Fiasko können auch Startups lernen. Wie sie Werbeverträge mit Influencern ausgestalten und in solchen Fällen nach außen kommunizieren sollten, erklärt ein Anwalt. [Mehr bei Gründerszene+

Und hier die weiteren Schlagzeilen der Nacht:

SpaceX hat eine neue Finanzierungsrunde aufgelegt: Laut eines Berichts im „Wall Street Journal“ hat das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar eingesammelt. SpaceX möchte mit dem Geld Projekte im Wert von mehreren Milliarden Dollar vorantreiben. Die Finanzierung bewertet SpaceX mit rund 125 Milliarden Dollar, wie ein Investor dem US-Medium sagte. Im vergangenen Jahr war die Firma laut „Pitchbook“ 100 Milliarden Dollar wert. [Mehr bei Wall Street Journal]

Snaps Aktien sind am Dienstag bis zum Handelsschluss in den USA um 43 Prozent abgestürzt. Dies war der bisher schlechteste Börsentag für den Betreiber der Snapchat-App. Auch andere Social-Media-Papiere und die Aktien von digitalen Werbeunternehmen verloren als Folge des Snap-Einbruchs an Wert. Am Montag hatte Snap Investoren gewarnt, dass es seine eigenen Ziele für Umsatz und bereinigte Gewinne im laufenden Quartal nicht erreichen werde. „Seit wir am 21. April 2022 eine Prognose abgegeben haben, hat sich das makroökonomische Umfeld weiter und schneller als erwartet verschlechtert“, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens an die US-Börsenaufsicht. [Mehr bei CNBC]

Facebook-Chef Mark Zuckerberg gerät im Datenskandal um Cambridge Analytica persönlich ins Visier der US-amerikanischen Staatsanwaltschaft. Dem Gründer und Chef des sozialen Netzwerks wird vorgeworfen, direkt an Entscheidungen beteiligt gewesen zu sein, die zu dem Skandal um Cambridge Analytica führten. Der Generalstaatsanwalt von Washington hat deswegen eine persönliche Klage gegen Zuckerberg eingereicht. [Mehr bei Handelsblatt und The Information]

Paypal plant, mehrere hundert Mitarbeiter zu entlassen. Die Kürzungen sollen laut eines Medienberichts über 300 Angestellte in Irland betreffen, wo Paypal über 2000 Mitarbeiter hat. Zuvor sollen auch Dutzende Angestellte in den USA entlassen worden sein. In den vergangenen Tagen und Wochen wurden etliche Entlassungen publik: So kürzen der Berliner Lieferdienst Gorillas und das schwedische Fintech Klarna hunderte Stellen. Auch Robinhood, Cameo und Netflix bauen ab, während Meta, Uber und Coinbase Neueinstellungen verlangsamen wollen. [Mehr bei The Irish Times, Techcrunch und The Information]

Wework-Gründer Adam Neumann hat vor kurzem ein Startup namens Flowcarbon ins Leben gerufen. Damit will er Token-Gutschriften auf der Blockchain verkaufen. Für diese Idee erhielt er jetzt 70 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln von Investoren wie Andreessen Horowitz’ Krypto-Abteilung a16z crypto. Das Protokoll von Flowcarbon hilft Projekten, CO2-Gutschriften in Form von Token an Unternehmen zu verkaufen, die ihren CO2-Fußabdruck reduzieren möchten. Die Credits können dann an Krypto-Börsen gehandelt werden. [Mehr bei Techcrunch und Bloomberg]

Unser Lesetipp auf Gründerszene: Das Liefer-Unicorn Gorillas hat überraschend 300 Mitarbeitern gekündigt. Wir liefern euch die wichtigsten Details zu den Massenentlassungen. [Mehr bei Gründerszene]

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Einen schönen Mittwoch!

Eure Gründerszene-Redaktion

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