So gut funktioniert "Downton Abbey" in der Neuen Welt

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Die alteingessene Agnes (Christine Baranski, links) und die neureiche Bertha (Carrie Coon) machen in New York aus, wem die Zukunft gehört. (Bild: 2021 Home Box Office, Inc. All rights reserved. /Sky)
Die alteingessene Agnes (Christine Baranski, links) und die neureiche Bertha (Carrie Coon) machen in New York aus, wem die Zukunft gehört. (Bild: 2021 Home Box Office, Inc. All rights reserved. /Sky)

Alte und neue Superreiche beharken sich in New York City am Anfang der Moderne in bester "Downton Abbey"-Manier: "The Gilded Age" ist ein wohlfeiler Kostümschinken über die Problemchen der feinen Gesellschaft.

New York City mag 1882 die Stadt sein, in der man es in Amerika schaffen will. Einfach ist das aber nicht - es wird intrigiert und geprotzt, missgönnt und betrogen. Reichtum jedenfalls schützt vor Torheit nicht, auch nicht vor Hinterhältigkeiten. Klingt irgendwie nach "Downton Abbey" in der Neuen Welt, was da bei Sky ab 22. April zu sehen ist? Der Eindruck trügt nicht: "The Gilded Age" stammt von Serienmacher Julian Fellowes, der für die HBO-Produktion sein Erfolgskonzept über den Atlantik exportiert.

Von wegen Vermögen: Nach dem Tod ihres Vaters bleiben Marian Brook (Meryl Streeps Tochter Louisa Jacobson) gerade einmal 30 Dollar. Und die lässt sie sich auf dem Bahnsteig auch noch stehlen. Die junge Dame ist also im Wortsinne völlig mittellos und kommt nur dank der Hilfe der farbigen Autorin Peggy Scott (Denée Benton) überhaupt in New York an, dort aber zum Glück bei ihren reichen Tanten unter.

Agnes (Christine Baranski, links) und Ada (Cynthia Nixon) sind schockiert, dass ihre Nichte völlig mittellos vor ihnen steht. (Bild: 2021 Home Box Office, Inc. All rights reserved. /Sky)
Agnes (Christine Baranski, links) und Ada (Cynthia Nixon) sind schockiert, dass ihre Nichte völlig mittellos vor ihnen steht. (Bild: 2021 Home Box Office, Inc. All rights reserved. /Sky)

Von wegen schöne neue Welt

Agnes (Christine Baranski) und Ada (Cynthia Nixon) residieren in der Fifth Avenue: Sie gehören zum alten Geldadel der jungen USA und müssen doch um ihren Status bangen. Denn gegenüber baut sich ein neureiches Paar gerade einen Stadtpalast. Über dessen moderne Architektur rümpfen die Alteingesessenen die Nase.

Dem Ehepaar George (Morgan Spector) und Bertha Russell (Carrie Coon) ist das völlig egal. Sie haben das Geld, sie machen die Regeln, und auf Traditionen geben sie erst recht nichts: Muss man beim Einzug vorsichtig umgehen mit einem Tisch, der einst König Ludwig von Bayern gehörte? "Ihm gehörte er einst, jetzt ist er mein", lässt George keinen Zweifel daran, wer das Sagen hat.

Natürlich geht es um mehr als um den sorgsamen Umgang mit alten Möbeln: Julian Fellowes lässt in "The Gilded Age" die alten Eliten und das neue Geld aufeinanderprallen. Im Kampf um die Deutungshoheit über die Zukunft werden überall Intrigen gesponnen und kleine Gefechte ausgetragen. Zumal sich hübsche Kerle und schöne Frauen über die "Standesgrenzen" hinweg Liebeleien und Eifersüchteleien leisten.

Zugegeben: All diese Konflikte werden in einem großartig ausgestatteten Kostümschinken von einem herausragenden Ensemble mit pointierten Dialogen ausgetragen. Man fühlt sich sogleich heimisch in "The Gilded Age" weil es eine typische Julian Fellowes-Serie ist. Überraschend ist an der US-Variante von "Downton Abbey" jedoch nichts.

Die junge und mittellose Marian Brook (Meryl Streeps Tochter Louisa Jacobson) gewöhnt sich schnell an das Leben in der High Society von New York City. (Bild: 2021 Home Box Office, Inc. All rights reserved. /Sky)
Die junge und mittellose Marian Brook (Meryl Streeps Tochter Louisa Jacobson) gewöhnt sich schnell an das Leben in der High Society von New York City. (Bild: 2021 Home Box Office, Inc. All rights reserved. /Sky)
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