Sommerferien und Corona: Das müssen Sie wissen

Von fern liegenden Stränden dürfen die Urlauber im Sommer 2020 wohl nur träumen. Das Coronavirus wird die Reisemöglichkeiten erheblich einschränken. (Symbolbild: Getty)

Neben den drängenden Fragen über die Alltagseinschränkungen durch das Coronavirus machen sich viele Menschen Gedanken um die Sommerferien. Hier werden die wichtigsten Fragen zum Thema Corona und Urlaub beantwortet.

Zunächst gingen noch viele Menschen davon aus, dass die Pandemie bis zum Sommer wieder unter Kontrolle sein wird. Doch der weltweite Verlauf und alle bisherigen Erkenntnisse sprechen nicht dafür, dass es so schnell gehen wird. Nach Ankündigungen aus der Politik, dass größere Ferienreisen in diesem Sommer ziemlich sicher nicht stattfinden werden, herrscht bei vielen Menschen Unsicherheit. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sprach sogar davon, die Sommerferien zu verkürzen, um die Eltern zu entlasten und Unterricht nachholen zu können. Klar ist, vor allem Auslandsreisen werden je nach Entwicklung nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden können.

Diskussionen um Schulöffnungen: Schäuble bringt Verkürzung der Sommerferien ins Spiel

Reisewarnung gilt bis zum 3. Mai

Noch bis zum 3. Mai gilt ohnehin eine weltweite Reisewarnung, die allermeisten touristischen Reisen bis dahin sind komplett abgesagt worden. Nun ist die Frage, inwieweit überhaupt im Juli und August Reisen möglich sein wird. Offiziell gibt es dazu noch keine Anweisungen aus der Politik, wie bei vielen Sachlagen, wird auch hier im Laufe der dynamischen Entwicklung der Pandemie entschieden. Fernreisen seien aber sehr unwahrscheinlich, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Ein wenig Hoffnung hingegen gebe es noch für Reisen ins benachbarte Ausland. Doch auch das hängt von zahlreichen Faktoren ab, nicht zuletzt davon, wie sich die gerade begonnenen Lockerungen auf die Anzahl der Infektionen auswirkt. Auch von der Disziplin in Sachen Abstand und Hygiene sowie der Einhaltung der Maskenpflicht hängt es ab, ob es eine Aussicht auf Sommerferien gibt.

Zwar wird nach Ansicht verschiedener Virologen die Corona-Kurve im Sommer flacher werden, doch das Virus ist deshalb noch lange nicht besiegt. Es wird auch weiter kursieren und deswegen werden notwendige Maßnahmen zur Eindämmung unter anderem die Reisefreiheit einschränken. Die Angst vor einer zweiten Welle nach den Lockerungen oder spätestens im Herbst ist groß.

Viele Experten warnen vor einem zu leichtfertigen Aufheben der bisherigen Maßnahmen, die in Deutschland dafür gesorgt haben, dass die Pandemie nicht so heftig gewütet hat, wie etwa in Spanien oder Italien. Noch haben viele europäische Länder ohnehin ihre Grenzen geschlossen, so dass eine unnötige, also touristische, Reise dorthin gar nicht möglich wäre. Manche Länder, in denen der touristische Sektor auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, haben bereits erste Fahrpläne für eine mögliche Öffnung. Spanien geht aber zum Beispiel davon aus, dass erst ab Ende des Jahres frühestens wieder Touristen empfangen werden können. Die Türkei hofft, schon ab Juni wieder Strände und Hotels öffnen zu können, auch in Österreich plant man mit einer Öffnung für Deutsche Gäste im Sommer.

Zeit, die schönen Ecken Deutschlands zu entdecken. Reisen im Inland werden vermutlich im Sommer eingeschränkt möglich sein. (Symbolbild: Getty)

Die wichtigsten Fakten

Generell gelten ein paar sinnvolle Richtlinien in Hinsicht auf die ausstehenden Urlaubsplanungen:

  • Grundsätzlich werden wahrscheinlich eher Reisen in Deutschland möglich sein. Erste Schritte für eine Lockerung der innerdeutschen Reisebeschränkungen.

  • Reisen ins Ausland werden vermutlich an strenge Auflagen gebunden sein, je nach Bestimmung des jeweiligen Landes.

  • Lieber Outdoor-Reisen planen als Städtetrips. An der frischen Luft ist die Infektionsgefahr deutlich geringer und größere Menschenansammlungen können leichter vermieden werden.

  • Abstands- und Hygieneregeln gelten beim Reisen und der Begegnung mit anderen Menschen genau so, wie zuhause und sind um so wichtiger, damit es nicht zu einer zweiten Welle kommt. Auch das Tragen eines Mundschutzes wird empfohlen. Das gilt auch bei innerdeutschen Reisen.

  • Eine erneute Rückholaktion wie zu Beginn der Corona-Krise will die Bundesregierung vermeiden, weshalb auch alle Rückreisen im Falle einer Auslandsöffnung sichergestellt sein müssten.

  • Nach wie vor sind zahlreiche Flughäfen geschlossen, Flugreisen werden wahrscheinlich auch strenge Auflagen bekommen. Am ehesten kann man in Zügen Abstandsregeln einhalten, weshalb Bahnreisen eine sicherere Option darstellen.

  • Kleine Tagesausflüge an den See oder in den Wald zum Wandern sind bereits jetzt erlaubt, allerdings bislang nur mit Personen, mit denen man in einer Hausgemeinschaft lebt oder mit einer weiteren Person.

  • Das Thema Ferienhäuser ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. In Brandenburg kippte ein Gericht das Nutzungsverbot, Mecklenburg-Vorpommern will Hausbesitzer ab dem 1. Mai wieder in ihre Ferienwohnungen lassen. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen ist es noch komplett verboten. Deshalb gilt es in jedem Fall, sich über die einzelnen Bestimmungen vor Ort vorab zu informieren.

  • Besonders riskante Reiseformen wie etwa Kreuzfahrten wird es auf absehbare Zeit nicht geben.

Geld zurück oder Gutschein? - Wie Veranstalter reagieren

Was Stornierungen bereits gebuchter Reisen angeht, sollten Urlauber noch etwas abwarten, wie sich die Rechtslage in den kommenden Wochen anpasst. Am 30. April wollen Bund und Länder neue Richtlinien zum Reisen beschließen. Mit Stornierungsgebühren muss man allerdings rechnen. Aller Voraussicht nach werden Reiserücktrittsversicherungen im Fall von Corona nicht greifen. Wie sich die Lage in Richtung Herbst und Winter entwickeln wird, ist noch nicht abzusehen. Auch hier heißt es vor allem: Geduldig bleiben.

VIDEO: Was Reisende beachten sollten