SPD-Politikerin fand scharfe Munition in ihrem Briefkasten: „Das ist Mafia-Strategie“

Tobias Heimbach
SPD-Politikerin Viviana Weschenmoser

Drei scharfe Patronen, Kaliber 5,6 Millimeter. Das fand SPD-Politikerin Viviana Weschenmoser aus Horb (Baden-Württemberg) in ihrem Briefkasten. In Zeiten, in denen der Kasseler Lokalpolitiker Walter Lübcke erschossen wurde, ein klares Alarmsignal. Zumal die Polizei im Fall Lübcke einen Verdächtigen festgenommen hat, der eine rechtsextreme Vergangenheit hat. Weschenmoser hatte den Fall auf ihrem privaten Facebook-Profil öffentlich gemacht. Der SWR berichtete als erstes Medium darüber, daraufhin wurde ihr Fall deutschlandweit bekannt.

Weschenmoser ist seit 2014 Stadträtin in ihrer Heimatstadt Horb. Sie engagiert sich bei einem Integrationsbündnis und macht bei Aktionen gegen Rechts mit. Business Insider sprach mit der 31-Jährigen über ihr Erlebnis. Sie sagte: „Das ist eine Strategie von Kriminellen, das machen libanesische Clans oder die Mafia, um Menschen einzuschüchtern.“

„Ich will mir keine Angst machen lassen“

Gleichzeitig will Weschenmoser das Ereignis nicht zu ernst nehmen. „Da hat sich irgendein Drecksäckel gedacht, der jagen wir jetzt mal ordentlich Angst ein. Ich will mir aber keine Angst machen lassen.“

Es ist nicht ihre erste Erfahrung mit Drohungen, ihre Gegner haben sie schon länger im Visier. „Die rechtsextreme Partei ,Der Dritte Weg' hat einmal meine Adresse im Internet veröffentlicht. Auch habe ich öfters deren Flugblätter im Briefkasten, aber komischerweise keiner meiner Nachbarn“, erzählt sie. Im Internet sind die Drohungen direkter. In den sozialen Netzwerken wünschen ihr Menschen, aufgeschlitzt oder vergewaltigt zu werden.

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