Steuerparadiese: OXFAM prangert Top-Banken an

Große europäische Banken profitieren offenbar maßgeblich von Steuerparadiesen, um ihre Kassen füllen. Nach Informationen der Entwicklungsorganisation OXFAM haben 2015 20 Top-Kreditinstitute etwa ein Viertel ihres Gewinns in Ländern mit niedrigen Steuersätzen gemacht.

Unter ihnen die Deutsche Bank, die Commerzbank, HSBC, BNP Paribas und Unicredit.

Diese Geldinstitute versteuerten in Ländern wie Luxemburg oder Irland demnach 26% ihrer Gewinne, aber erwirtschafteten dort nur 12% ihrer Erträge und beschäftigten dort nur 7% ihres Personals.

Neuer Oxfam-Bericht: Europäische Banken stehen im Verdacht, massiv Gewinne in Steueroasen zu verschieben. ➡️ https://t.co/TaqmbpaUUh pic.twitter.com/ET7bLAHZiC— Oxfam Deutschland (@Oxfam_DE) 27. März 2017

Im untersuchten Jahr haben die Banken zusammengerechnet 628 Millionen Euro Gewinn in Steuerparadiesen gemacht, wo sie keine Angestellten haben. Auf diese Weise hat BNP Paribas beispielsweise 2015 mit Null Personal 134 Millionen Euro auf den Kaiman-Inseln erwirtschaftet.

Geschäfte in Steueroasen: Oxfam kritisiert Banken in Europa https://t.co/D09wjlNn9R— Handelsblatt (@handelsblatt) 27. März 2017

Die Zahlen über den Gewinn je Angestellten sind aussagekräftig: In den Steuerparadiesen ist dieser vier Mal so hoch wie der Durchschnitt.

Die drei wichtigsten Steuerparadiese sind Luxemburg, wo 2015 20 Banken fast fünf Milliarden Euro Gewinne machten, sowie Irland, wo fünf Banken im gleichen Zeitraum an jedem Angestellten mehr als dessen Gehalt verdienten, und Hongkong.

In den beiden EU-Staaten Luxemburg und Irland konzentrierten sich laut OXFAM 29% der Gewinne, die insgesamt in Steuerparadiesen gemacht wurden.

Der Entwicklungsorganisation zufolge wurde die Untersuchung erst möglich, weil die EU neue Transparenz-Regeln eingeführt hatte. Diese verpflichten Banken dazu, die jeweiligen Gewinne und Steuern, die in verschiedenen Ländern anfallen, öffentlich zu machen.

Oxfam exposes tax haven habits of EU big banks https://t.co/H2Q0xRbY5t pic.twitter.com/YLy48npl8k— AFP news agency (@AFP) 27. März 2017

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