Oper: Städtische Bühnen wollen für 18,5 Millionen Euro Werkstätten bauen

Kölner Bühnen werden schlimmstenfalls erst im März 2023 wieder eröffnet.

Für eine heftige Kontroverse im Kulturausschuss des Stadtrats hat der Plan der städtischen Bühnen gesorgt, auf dem WDR-Gelände in Bocklemünd für voraussichtlich 18,5 Millionen Euro Werkstätten zu errichten.

Die Politiker verweigerten am Dienstag ihre Zustimmung, um die die Verwaltung gebeten hatte. Sie gaben die Vorlage ohne Abstimmung in die weitere Beratungsfolge – mit der Empfehlung, Standort-Alternativen zu prüfen. Als nächstes muss sich der Finanzausschuss mit dem Vorhaben befassen. Am 4. April soll der Stadtrat endgültig entscheiden.

Ausführlich legten Bernd Streitberger, technischer Betriebsleiter der städtischen Bühnen, und der geschäftsführende Direktor Patrick Wasserbauer dar, wie der Plan aus einem gescheiterten Vorhaben entstanden ist. Zunächst wurden im Dezember 2015 als Ersatz für die Werkstätten an der Oskar-Jäger-Straße in Ehrenfeld, die sich nach einhelliger Auffassung für eine dauerhafte Nutzung nicht eignen, auf dem WDR-Areal zwei bereits bestehende Hallen gemietet.

Laut Streitberger war zu dem Zeitpunkt, als der entsprechende Vertrag geschlossen wurde, nicht abzusehen, dass die Gebäude unter anderem den statischen Anforderungen nicht genügen würden. So habe sich ein Fundament einer Halle als nicht tragfähig genug herausgestellt. Es zu verstärken, wäre nicht in Frage gekommen, denn im Keller lagerten Archivalien des WDR. „Ökonomischer und baulicher Unsinn“ wäre es demnach gewesen, an den beiden Hallen festzuhalten und sie umzubauen. „Ich habe mich vehement dafür eingesetzt, das Projekt zu stoppen“, sagte Streitberger; dies habe er im vergangenen Jahr so früh wie möglich mitgeteilt.

18,5 Millionen Euro soll der Neubau kosten, Parteien sind skeptisch

Die Alternative, für die die Verwaltung wirbt, sieht vor, an einer anderen Stelle des WDR-Geländes eine Halle zu bauen und darüber mit dem Sender, mit dem eine Kooperationsvereinbarung besteht, einen Erbbaurechtsvertrag zu schließen. 18,5 Millionen Euro sind für dieses Vorhaben veranschlagt, wie es die Machbarkeitsstudie beschreibt.

Energisch wies Streitberger die Rechnung von Walter Wortmann (Freie Wähler) zurück, der mit Einkalkulierung des Unsicherheitsfaktors von 35 Prozent auf Kosten von über 24 Millionen Euro gekommen war. Genauso gut könne man diese Prozente abziehen, sagte Streitberger, 18,5 Millionen Euro seien bereits ein Mittelwert. Wenn die Planung ausgereift sei, könne man eine „belastbare Kostenschätzung“ vorlegen. Die Freien Wähler sind so skeptisch, dass sie die 700 000 Euro, die für Planung und Projektleitung vorgesehen sind, nicht freigeben wollen.

Enorme Kosten - andere Standorte wären besser geeignet

„Das fühlt sich kalt abgeduscht an“, sagte Lorenz Deutsch (FDP) zum Umstand, dass aus der Anmietung der beiden bestehenden Hallen, die bei einer Vertragslaufzeit von 15 Jahren nur 4,8 Millionen Euro gekostet hätte, nichts geworden ist und stattdessen für eine beträchtliche Summe eine neue entstehen soll. „Wir können der Vorlage von der Substanz her einiges abgewinnen, aber es bleibt ein Geschmäckle“, so Klaus Schäfer (SPD).

Es dürfe nicht darauf hinauslaufen, dass mit städtischem Geld etwas gebaut werde, „das dann dem WDR in die Hände fällt“. Ralph Elster (CDU) sprach von einer „großen Enttäuschung“; die Kosten seien enorm, und „zig Grundstücke“ in Köln seien als Standort für die Werkstätten wegen besserer Transportwege zu Oper und Schauspiel geeigneter....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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