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Student in der Antarktis wird Social-Media-Star

Je entlegener und unerreichbarer ein Ort, desto mehr Erfolg lässt sich damit auf Social Media generieren. Kein Wunder also, dass ein Student gerade einen TikTok-Hit nach dem anderen landet: Er postet seine Videos aus der Antarktis.

Wie lebt und arbeitet es sich in der Antarktis? Ein Student geht mit der Antwort darauf auf TikTok viral (Symbolbild: Getty Images)
Wie lebt und arbeitet es sich in der Antarktis? Ein Student geht mit der Antwort darauf auf TikTok viral. (Symbolbild: Getty Images)

Wissenschaftliche Expeditionen gehören nicht gerade zu den lukrativsten Genres auf der Social-Media-Plattform TikTok. Doch selbst der atemberaubendste Infinity-Pool, die schönste Berglandschaft oder die optisch ansprechendste Leckerei können derzeit nicht mit dem mithalten, was Austin Carter auf TikTok postet. Der 27-Jährige ist Geochemie-Doktorand am Meereskunde-Institut der University of California San Diego und verbrachte für ein Forschungsprojekt, bei dem zur Ergründung des Erdklimas uralte Staubpartikel im Eis untersucht werden sollten, gerade 75 Tage in der Antarktis.

Von dort aus postete er immer wieder Videos von seinem arktischen Alltag und mauserte sich damit zum TikTok-Star der Stunde, als einer seiner Clips mit über 21 Millionen Klicks viral ging. Darin schickt er eine GoPro-Kamera in ein über 90 Meter tiefes Loch im Eis. Per Zeitraffer gelangt man auf diese Weise zu Eisschichten vor, die 2,7 Millionen Jahre alt sind. Eingewickelt in einen Schlafsack in einem von eisigen Winden umwehten Zelt habe er das Video geschnitten und gepostet, wie Carter dem San Diego Union Tribune erklärte. Als es viral ging, habe er vor lauter Überraschung kurzzeitig erwägt, es wieder herunterzunehmen, wie er sagte.

Wissenschaftliche Inhalte, laienhaft erklärt - und die Antwort auf kuriose Fragen

Doch stattdessen postete er weitere Videos von seiner Forschung und den Herausforderungen, die das Leben in der Antarktis mit sich bringt, von offensichtlichen wie den kalten Temperaturen von bis zu -50 Grad Celsius bis hin zu unerwarteten wie Toilettengängen in der Antarktis: Sich einfach im ewigen Eis zu erleichtern ist nämlich nicht drin, stattdessen gibt es ein gesondertes Zelt, aus dem die Hinterlassenschaften mit dem Flieger abtransportiert werden. Allein letztere Schilderung brachte ihm über sechs Millionen Klicks ein.

Mehrere Hunderttausend Ansichten generieren auch seine Clips, in denen er seine Arbeit schildert, von Bohrungen im Eis bis hin zur Untersuchung der Proben im Labor, wo er den darin konservierten Staub analysiert.

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User sind begeistert

Warum seine Videos so populär sind, zeigen die Kommentare darunter. Zum einen erlaubt er Perspektiven, die Laien sonst verwehrt bleiben, wie der Blick in ein tiefes Eisbohrloch - oder, wie ein TikTok-Nutzer es ausdrückt, eine "Darmspiegelung der Erdkugel". Zum anderen gibt er kuriose Informationshappen wie die Sache mit der Toilette - indes die häufigste Frage, die ihm in seinen Videos gestellt wurde.

Danke, dass du das mit uns teilst.

Vor allem jedoch bedanken sich die Menschen für den Einblick in ein interessantes Wissenschaftsfeld, von dem den meisten wenig bekannt ist. "Danke, dass du das mit uns teilst und es so verständlich herüberbringst", heißt es unter einem seiner Clips.

Mittlerweile ist Carter von seiner bislang dritten Expedition in die Antarktis nach San Diego zurückgekehrt. Für seine nächste ist ihm eine große Zuschauerschaft jedoch bereits sicher.

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