Studie bestätigt Zusammenhang zwischen Rekordhitzewellen und Klimawandel

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Südasien ächzt unter einer extremen, lebensgefährlichen Hitzewelle. Einst hätte eine derartige Wetterlage als Jahrhunderthitze gegolten. Wissenschaftler sagen nun jedoch voraus, dass damit rund alle drei Jahre zu rechnen ist. Der Klimawandel, so neue Forschungsergebnisse, macht derartige Hitzewellen hundertmal wahrscheinlicher.

Indien - wie hier in Neu-Dheli - und Pakistan werden von einer extremen Rekordhitze heimgesucht - zukünftig soll das die neue Normalität werden, wie Studien nun berechnen (Bild: Sajjad HUSSAIN / AFP)
Indien - wie hier in Neu-Dheli - und Pakistan werden von einer extremen Rekordhitze heimgesucht - zukünftig soll das die neue Normalität werden, wie Studien nun berechnen (Bild: Sajjad HUSSAIN / AFP)

Seit Wochen toppen sich in Indien und Pakistan immer neue Hitzerekorde gegenseitig, und nun kratzen die Temperaturen in der indischen Hauptstadt Neu-Dheli an der 50-Grad-Marke. In Pakistan wurde die bereits geknackt. Experten warnen vor Tausenden Todesfällen aufgrund der Hitze und der damit einhergehenden Trockenheit. Auch Viehsterben und Ernteausfälle sorgen bereits für Probleme.

Schon längst bringen Klimaforscher extreme Wettervorkommnisse mit der globalen Erwärmung in Verbindung. Bereits ein Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperaturen von 1,1 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter haben verheerende Auswirkungen. Eine neue Studie des britischen Met Office, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, untermauert dies nun erneut.

Bis Ende des Jahrhunderts werden derartige Hitzewellen zur Normalität

Die Forscher nahmen sich die Hitzewelle in Nordwestindien und Pakistan aus dem Jahr 2010 vor, die von der neuen nun übertroffen wurde. 14 verschiedene Computersimulationen rechneten dabei zwei Szenarien durch: eines, bei dem die damalige Welt so erhitzt ist wie heute und eines, bei dem es keinen menschengemachten Klimawandel gibt.

Weltklimarat: Es geht um das Überleben der Menschheit

Die Forscher stellten fest, dass die Hitzewelle von 2010 heute hundertmal wahrscheinlicher wäre als damals. Bis zum Ende des laufenden Jahrhunderts, wie weitere Berechnungen ergaben, werde es derartige extreme Hitzewellen nicht mehr nur gelegentlich geben, sondern jährlich.

Heiße Phasen könne es auch ohne Klimawandel geben, wie die Forscher betonen. Südasien werde vor der Monsunzeit, also im April und Mai, regelmäßig von Hitzewellen heimgesucht. "Aber unsere Studie zeigt, dass der Klimawandel die Stärke dieser Hitzewellen in die Höhe treibt", zitiert "The Guardian" Dr. Nikos Christidis vom Met Office.

Auch andere Wetterphänomene wie der Taifun Hagibis in Japan werden sich häufen (Bild: Carl Court/Getty Images)
Auch andere Wetterphänomene wie der Taifun Hagibis in Japan werden sich häufen (Bild: Carl Court/Getty Images)

Forscher sehen nur eine Lösung: Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen

Nach dem gleichen Modell wurde von einem Forscherteam am Imperial College London indes auch der Taifun Hagibis untersucht, der Japan 2019 heimsuchte. Dieser sei durch die globale Erwärmung um 67 Prozent wahrscheinlicher gemacht worden, wie die Ergebnisse zeigen.

"Die negativen Konsequenzen der fortlaufenden Verbrennung von fossilen Brennstoffen liegen auf der Hand und sind auch in reichen Ländern wie Japan deutlich spürbar", warnt Dr. Friederike Otto vom Imperial College laut "Guardian". Diese Wetterphänomene würden sich immer weiter verschlechtern, wenn es so weiter ginge. Sie sieht nur eine Lösung: Die Welt müsse ihren Gebrauch von Öl, Gas und Kohle "drastisch" reduzieren.

Video: Bis zu 49 Grad: Heißester Mai in Nordindien seit 1966

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