"Superclever": Smudo präsentiert bei Maischberger eigene Corona-Warn-App

teleschau
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Als Musiker gehört Smudo zu einer Berufsgruppe, die von Corona so gebeutelt ist wie kaum eine andere. Den Kopf steckt der Rapper trotzdem nicht in den Sand. Bei "maischberger. die woche" stellte der 52-Jährige nun eine Corona-Warn-App vor, an der er mitgearbeitet hat.

Nach den Beschlüssen von Angela Merkel und den Länderpräsidenten vom Mittwoch ist klar: An dem aktuell geltenden Lockdown light und damit einhergehenden starken Beschränkungen des öffentlichen Lebens wird sich auch im Dezember erst einmal nichts ändern. Wegen der hohen Infektionszahlen arbeiten die Gesundheitsämter unter Vollast, eine Nachverfolgung der Krankheitsketten ist in vielen Fällen nicht mehr möglich. Abhilfe schaffen könnte eine neue App, die der Musiker Smudo am Mittwoch im ARD-Talk "maischberger. die woche" vorstellte.

Der Rapper der Band Die Fantastischen Vier hat gemeinsam mit seinen Bandkollegen und dem Berliner Unternehmen neXenio die App "Luca" entwickelt. Die Anwendung soll als Ergänzung zur Covid-App der Bundesregierung den Gesundheitsämtern bei der Kontaktnachverfolgung unter die Arme greifen. In der Sendung äußerte Smudo sein Unverständnis darüber, dass in vielen Ämtern noch Faxgeräte im Einsatz seien, und in Restaurants größtenteils Zettel ausgefüllt werden müssen - "eine Zettelwirtschaft wie aus den 70er-Jahren", so Smudos hartes Urteil.

Die neue Anwendung, deren Entwicklung nur zehn Wochen dauerte, ermöglicht durch das Scannen eines QR-Codes eine effizientere Erfassung von Personendaten - ob in einer Kultureinrichtung, einem Altersheim oder in der Gastronomie. Bei einer Corona-Infektion sei ein Kontaktverlauf in der interaktiven Datenbank gespeichert, der dem Gesundheitsamt mittels verschlüsselter Daten zur Verfügung gestellt werden kann. "Es ist die Digitalisierung dessen, was schon passiert, nämlich die Dokumentationspflicht", erklärte Smudo, der mithilfe der App auf eine raschere Rückkehr in die Normalität hofft. Aktuell wird die App in zwei Altersheimen in Sachsen-Anhalt getestet.

Kampf gegen den "unsichtbaren Gegner" Corona

Der Epidemiologe Dirk Brockmann, ebenfalls bei Sandra Maischberger zu Gast, zeigte sich derweil sehr angetan von der App "Luca". Sie sei "superclever", gerade die partizipatorischen Elemente der Anwendung. "Je höher der Grad der Partizipation, desto besser läuft das", urteilte der Experte.

Neben der neuen App äußerte sich Smudo auch zur Verzweiflung vieler Menschen, deren Existenz durch den "unsichtbaren Gegner" Corona bedroht sei. Die Angst vor Arbeitslosigkeit schaffe einen "Nährboden für Extremismus", der aktuell von "Fascho-PR" ausgenutzt werde, wie Smudo befand. Zwar bereite ihm diese Entwicklung Sorge, wie der Künstler einräumte, aber generell sei er "Kulturoptimist".