Taliban: Schulen für Mädchen ab 12 "sobald wie möglich" - und getrennt

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Die Taliban haben zusätzliche Posten in der afghanischen Regierung besetzt, aber weiterhin nur mit Männern. Dabei waren sie von der internationalen Staatengemeinschaft dazu aufgefordert worden, Frauen und Minderheiten im Kabinett zu repräsentieren.

Allerdings kündigte der Sprecher der Tablian Zabihullah Mujahid in Kabul an diesem Dienstag an, dass Frauen eventuell zu einem späteren Zeitpunkt Posten in der Regierung bekommen könnten.

Die weiterführenden Schulen - für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren - sollten laut dem Sprecher "sobald wie möglich" wieder für Mädchen geöffnet werden.

Allerdings wollen die Taliban, dass Mädchen nur von Lehrerinnen und - wenn es nicht genug weibliche Lehrkräfte gibt - eventuell von älteren frommen Männern unterrichtet werden.

Auch an Universitäten in Afghanistan sollte eine strenge Trennung der Geschlechter gelten.

Am Samstag haben die weiterführenden Schulen für männliche Lehrkräfte und Schüler wieder begonnen. Zunächst gab es keine Stellungnahme der Taliban zum Schulbesuch von Mädchen.

In den sozialen Netzwerken zeigen Fotos Jungen (und Mädchen), die dagegen protestieren, dass ihre Schwestern nicht in die Schule dürfen. Zuvor hatte es auch Proteste von Lehrerinnen und anderen Frauen gegeben, die nicht arbeiten dürfen.

Unter der Herrschaft der Taliban Ende der 90er Jahre durften Mädchen nicht in die Schule gehen. Viele Frauen in Afghanistan fürchten, dass ähnliche Einschränkungen jetzt wieder eingeführt werden könnten.

Auch damals hatten die Taliban versprochen, dass Mädchen die Schulen besuchen dürften, "sobald die Sicherheitslage es erlaube", berichtet Kenneth Roth von Human Rights Watch auf Twitter.

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