Taliban-Vizechef Baradar dementiert Gerüchte über eigenen Tod

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Taliban-Vizechef Mullah Baradar hat Berichte über seine eigene Ermordung dementiert. Gerüchte über einen Streit innerhalb der neuen Führung Afghanistans hatten sich über die sozialen Medien verbreitet.

"Ich war auf Reisen und nicht in Kabul und hatte deshalb keinen Zugang zu den Medien, um die Nachricht zurückzuweisen", erklärte Mullah Abdul Ghani Baradar in einem Interview mit dem afghanischen Staatssender RTA.

Einen großen Teil seiner Antworten las Mullah Baradar von einem Blatt ab. "Wir versichern der afghanischen Nation, den Mudschaheddin, den Ältesten und der Jugend, dass sie sich keine Sorgen machen müssen, es gibt keinen Grund sich zu sorgen."

Spekulationen über Machtkämpfe innerhalb der Riege der neuen Machthaber in Kabul wies er zurück. Die islamistische Gruppe hatte in der Vergangenheit jahrelang den Tod ihres Gründers Mullah Omar geheim gehalten.

Medien hatten vergangene Woche spekuliert, dass Baradar getötet worden sei. Die Gerüchte wurden dadurch befeuert, dass Baradar mehrere Tage nicht öffentlich zu sehen war.

Russland und China erörtern in Duschanbe Lage in Afghanistan

Während sich die wirtschaftliche Lage in Afghanistan weiter verschlechtert, bereiten sich die mit Russland und China verbündeten Länder auf Beratungen im Nachbarland Tadschikistan vor.

China erklärt, dass es an einem virtuellen Treffen zentral- und südasiatischer Staatsoberhäupter teilnehmen wird, um die Lage in Afghanistan zu erörtern.

Das Treffen der Mitglieder der von China und Russland dominierten Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit ist für Donnerstag in der Hauptstadt Duschanbe angesetzt. Afghanistan ist Beobachtermitglied der Organisation. Es seien aber keine Vertreter der Taliban eingeladen worden, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow.

"Die Taliban haben angekündigt, dass sie sich dem weiteren Kampf gegen den Terrorismus und den Drogenhandel verschrieben haben", so Lawrow.

"Sie haben versichert, dass sie alles tun würden, damit vom afghanischen Territorium keine Bedrohung für die Nachbarländer ausgeht. Wie die überwältigende Mehrheit der Länder in der Welt begrüßen wir diesen Ansatz, und wir beobachten nun, wie er in der Praxis umgesetzt wird."

Die jüngsten Erlasse der Taliban, wie die Trennung von Männern und Frauen an Universitäten, erinnern eher an ihre harte Herrschaft in den 1990er Jahren.

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