Technologie-Trends für 2023

Welche Rolle spielt Metaverse für Unternehmen? Was kann man mit KI alles erreichen? Und wie kann man nachhaltiger wirtschaften? Gartner hat eine Liste der zehn wichtigsten Technologie-Trends für 2023 veröffentlicht.

Wie wichtig wird das Metaverse für Unternehmen in 2023? (Symbolbild: Getty Images)
Wie wichtig wird das Metaverse für Unternehmen in 2023? (Symbolbild: Getty Images)

Viele Unternehmen nutzen das neue Jahr, um ihre Geschäftsstrategien zu überdenken und sich kontinuierlich zu verbessern. Die Beschleunigung der Digitalisierung macht es einem jedoch nicht einfach, alle Technologie-Trends im Blick zu behalten und diejenigen herauszufiltern, die für das eigene Geschäft von Bedeutung sind.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat eine Liste von Trends veröffentlicht, die Unternehmen dabei helfen kann, eine Technologie-Roadmap zu erstellen, um ihre eigenen strategischen Ziele zu verwirklichen. Die Tech-Trends 2023 fokussieren sich dabei auf vier Themenfelder: Optimierung, Skalierung, Pionierleistung und Nachhaltigkeit. Letzteres zieht sich laut Gartner durch alle zehn Technologie-Trends 2023 durch.

Thema 1: Optimierung von Ausfallsicherheit, Operationen oder Vertrauen

1. Digitales Immunsystem

Immer mehr Unternehmen geraten ins Visier von Cyberkriminellen. Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) berichtet, gingen 2022 mehr als 15 Millionen Meldungen zu Schadprogramm-Infektionen ein, die vorwiegend durch Cyberattacken verursacht wurden. Laut Gartner sind 76 Prozent der Teams mit Verantwortung für digitale Produkte auch für die Umsatzgenerierung zuständig. Da Cyberkriminalität die Sicherheitsteams und ihre Budgets zu sprengen droht, suchen CIOs nach neuen Praktiken und Strategien für ihre Systeme, um Risiken zu minimieren.

Cloud Service Provider (CSP) bieten ein digitales Immunsystem, das durch die Kombination mehrerer Softwareentwicklungsstrategien widerstandsfähige Systeme liefert, die Betriebs- und Sicherheitsrisiken mindern. Durch beschleunigte Feedbackschleifen und die Einführung einer Cloud als Teil einer umfassenderen Cybersicherheitsstrategie schützen CSPs ihre Kunden und greifen auf flexible sowie skalierbare Sicherheitslösungen zu. Gartner zufolge, können Unternehmen, die in den Aufbau digitaler Immunität investieren, bis 2025 die Systemausfallzeiten um bis zu 80 Prozent reduzieren. Das wiederum schlage sich in stabileren Einnahmen nieder.

2. Applied Observability

Unternehmen, die Entscheidungsfindungen beschleunigen wollen, sollten Daten und Analysen ins Tagesgeschäft integrieren. Denn nur wer einen guten Überblick behält, kann auch entsprechend reagieren. Die Beobachtbarkeit von Artefakten wie etwa Protokollen, Spuren, API-Aufrufen, Verweildauern, Downloads oder Dateiübertragungen hilft Unternehmen dabei, in Zukunft schneller und präziser zu handeln. Systematisch eingesetzte Applied Observability kann die Latenzzeit für Reaktionen minimieren und die Unternehmensabläufe in Echtzeit optimieren.

3. KI-Vertrauens-, Risiko- und Sicherheitsmanagement (AI TRiSM)

Da laut Gartner viele Unternehmen auf den Umgang mit KI-Risiken nicht gut vorbereitet sind und nur 50 Prozent der KI-Modelle jemals in Produktion gehen, müssen neue Funktionen integriert werden, um die Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Sicherheit und den Datenschutz von Modellen zu garantieren. Wie eine Umfrage von Gartner in den USA, Großbritannien und Deutschland zeigt, haben 41 Prozent der Unternehmen schon mal einen KI-Datenschutzverstoß oder Sicherheitsvorfall erlebt.

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Diese Unternehmen gaben jedoch auch an, dass sie verbesserte KI-Projektergebnisse erzielten, wenn sie KI-Risiken, Datenschutz und Sicherheit aktiv verwalteten. Ein höherer Geschäftswert konnte mit KI-Projekten erreicht werden, die vom Proof-of-Concept-Status in die Produktion gingen. Um neue Maßnahmen zu realisieren, ist es deshalb nötig, dass mehrere Teammitglieder aus verschiedenen Abteilungen an diesem KI-Vertrauens-, Risiko- und Sicherheitsmanagement (TRiSM) arbeiten.

Thema 2: Skalierung vertikaler Lösungen, Produktlieferungen oder allgemein

4. Cloud-Plattformen für die Industrie

Gartner prognostiziert, dass bis 2027 mehr als 50 Prozent der Unternehmen Branchen-Cloud-Plattformen nutzen werden, um ihre Geschäftsinitiativen zu beschleunigen. Cloud-Plattformen kombinieren SaaS (Software as a Service), PaaS (Platform as a Service) und IaaS (Infrastructure as a Service) mit maßgeschneiderten, branchenspezifischen Funktionen. Mit diesen können sich Unternehmen leichter an den Wandel und die Trends der Märkte ihrer Branche anpassen.

5. Platform Engineering

Gartner hat festgestellt, dass nicht alle Entwickler wissen, wie man ein skalierbares Netzwerk aufbaut. Laut den Analysten bietet Platform Engineering eine Reihe von Tools, Funktionen und Prozessen, die so zusammengestellt sind, dass sie von Entwicklern und Endbenutzern einfach angewendet werden können. Dieser Trend wird Gartner zufolge die Produktivität der Endbenutzer erhöhen und die Entwicklungsteams entlasten.

Gartner prognostiziert, dass 80 Prozent der Softwareentwicklungsunternehmen bis 2026 Plattformteams einrichten werden und dass 75 Prozent dieser Teams Self-Service-Portale für Entwickler umfassen werden.

6. Wireless-Value Realization

Wireless-Value Realization geht weit über die reine Konnektivität hinaus. Es geht darum, auf Echtzeit-Informationen zugreifen zu können, ohne dafür physisch anwesend sein zu müssen. Zugegeben, das ist an sich nicht neu, aber laut Gartner dennoch einer der wichtigsten IT-Trends für die nächsten Jahre.

Das Marktforschungsunternehmen sagt voraus, dass bis 2025 rund 60 Prozent der Unternehmen fünf oder mehr drahtlose Technologien einsetzen werden. Solche Netzwerke bieten Insights aus der Analytik und ermöglichen es den Systemen außerdem, die Energie des Netzwerks direkt zu nutzen.

Thema 3: Pionierleistung bei der Einbindung von Kunden, beschleunigten Antworten oder Chancen

7. Super-Apps

Super-Apps sind der neue Trend der digitalen Welt. Sie vereinen die Funktionen einer App, einer Plattform und eines Ökosystems in einer Anwendung. Auch Drittanbieter können darüber eigene Mini-Apps für die Plattform entwickeln und anbieten.

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Eine Studie des Research-Instituts PYMNTS hat herausgefunden, dass sich in den USA bereits 67 Prozent der User wünschen würden, mindestens zwei ihrer alltäglichen Aktivitäten in einer App anwenden zu können. Jeder Zehnte würde es sogar begrüßen, wenn sein gesamtes Leben in einer Super-App gebündelt wäre.

Gartner geht davon aus, dass bis 2027 mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung täglich mehrere Super-Apps aktiv nutzen könnte.

8. Adaptive KI

Adaptive KI kann im Gegensatz zu herkömmlichen KI-Systemen ihren eigenen Code überarbeiten, um sich an Veränderungen in der realen Welt anzupassen. Um auf veränderte Umgebungen – vor allem in Krisenzeiten – reagieren zu können, nutzt sie Echtzeit-Feedback und Lernalgorithmen.

"Adaptive KI-Systeme zielen darauf ab, Modelle kontinuierlich neu zu trainieren oder andere Mechanismen anzuwenden, um sich anzupassen und innerhalb von Laufzeit- und Entwicklungsumgebungen zu lernen – was sie anpassungsfähiger und widerstandsfähiger gegenüber Veränderungen macht“, sagt Erick Brethenoux, Herausragender VP Analyst bei Gartner.

9. Metaverse

Die Generation Z betrachtet das Metaverse schon länger als Normalität. Schließlich kann man dort Live-Konzerte erleben oder virtuelle Bierchen mit Freunden trinken gehen, die weit weg wohnen. Doch auch immer mehr Marken setzen auf das Metaversum und werden es in Zukunft vermutlich noch mehr tun. Gartner geht von einer eigenen virtuellen Wirtschaft aus, die durch digitale Währungen und Non-fungible Tokens (NFTs) ermöglicht werden soll.

Laut dem Marktforschungsunternehmen könnten schätzungsweise bis 2027 mehr als 40 Prozent der Großunternehmen weltweit eine Kombination aus Web3, AR-Cloud und digitalen Zwillingen für metaverse-basierte Projekte einsetzen. Gartner glaubt außerdem, dass Metaverses geräteunabhängig zugänglich und nicht von einem einzigen Anbieter kontrolliert sein werden.

Thema 4: Verfolgung von nachhaltigen Technologielösungen

10. Nachhaltige Technologie

In einer kürzlich durchgeführten Gartner-Umfrage berichteten CEOs, dass ökologische und soziale Veränderungen nach Gewinn und Umsatz zu den Top3-Prioritäten für Investoren gehören. "Nachhaltige Technologie wird immer wichtiger für den Betrieb – zum Beispiel für die Optimierung von Kosten, Energieleistung und Asset-Nutzung – aber sie fördert auch ESG-Ergebnisse wie die Verbesserung des Wohlbefindens und stellt die Rückverfolgbarkeit bereit, die für verantwortungsvolle Geschäftspraktiken erforderlich ist“, sagt Gartner Principal Analyst Autumn Stanish.

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"Nachhaltige Technologie ermöglicht auch neue Geschäftsmodelle und technologiegestützte Produkte, um Kunden einen besseren Service zu bieten.“ Um Nachhaltigkeitsziele erreichen zu können, brauchen Unternehmen laut dem Marktforschungsexperten einen Rahmen für nachhaltige Technologien, der die Energie- und Materialeffizienz von IT-Dienstleistungen steigert, die Nachhaltigkeit durch Technologien wie Rückverfolgbarkeit, Analytik, erneuerbare Energien und KI ermöglicht und IT-Lösungen einsetzt, um auch Kunden zu helfen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

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