Terrorist und Friedensstifter – Nordirland nimmt Abschied von Martin McGuinness

Im nordirischen Derry haben Tausende Menschen dem verstorbenen nordirischen Sinn-Fein-Politiker Martin McGuinness das letzte Geleit gegeben. Der frühere IRA-Kämpfer und späteren Friedensstifter war am Dienstag mit 66 Jahren gestorben.

Der in eine irische Fahne gehüllte Sarg des ehemaligen IRA-Kommandanten und späteren Friedensstifters wurde durch die Straßen seiner Heimatstadt Derry getragen. Bei der anschließenden Trauerfeier waren auch Irlands Ministerpräsident Enda Kenny und der irische Präsident Michael D. Higgins anwesend.

Führende Politiker der protestantisch-unionistischen Democratic Unionist Union wie Arlene Foster und Peter Robinson wurden unter Applaus in der St.-Colombas-Kirche empfangen. In dem jahrzehntelangen

nordirischen Bürgerkrieg hatten sich McGuinness und seine protestantischen Widersacher lange unversöhnlich gegenübergestanden.

Unter den Gästen war auch der frühere US-Präsident Bill Clinton. Er würdigte in einer Ansprache den Einsatz McGuinness’ für den Friedensprozess in der ehemaligen Unruheregion. McGuinness wurde als Sinn-Fein-Chefunterhändler zu einem der Architekten des Karfreitagsabkommens von 1998. Bis kurz vor seinem Tod diente er als Vizeregierungschef in einer Koalition mit der DUP. “Wenn ihr ihn wirklich ehren wollt, dann müsst ihr sein Werk vollenden”, sagte Clinton.

Das Leben und die Entwicklung von Martin McGuinness steht beispielhaft für die jüngere Geschichte Nordirlands. In den 70er Jahren gehörte zur Führungsriege der Terrorgruppe IRA. Später wurde er zur treibenden Kraft hinter dem Friedensprozess.

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