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The Social Pulse: So reagieren User auf das Polizeifoto von Donald Trump

Nach seiner vierjährigen Amtszeit (2017-2021) als 45. Präsident der USA ist Donald Trump auch 2023 wieder voll im Wahlkampf-Modus. Doch der 77-Jährige ist neben seiner politischen Karriere vor allem eins: ein Geschäftsmann (wie erfolgreich, das sei mal dahingestellt). Erst Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre wandte sich Trump der Politik zu. Dass ihm das Geschäft noch immer im Blut liegt, zeigt sein jüngster Coup: Aus einem Polizeifoto schlägt er dreist Gewinn für seine politischen Ziele.

Polizeifoto des früheren US-Präsidenten Donald Trump
Grimmig und kämpferisch: So blickt Trump in seinem Polizeifoto in die Kamera. (Bild: Reuters)

Denn Donald Trump steht wegen versuchten Wahlbetrugs unter Anklage. Zusammen mit 18 weiteren Beschuldigten muss sich Trump für seine Versuche, den Ausgang der Präsidentenwahl 2020 in Georgia zu beeinflussen, nun verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm und den anderen Angeklagten eine Frist bis zum Freitag gesetzt, um aus eigenem Antrieb bei den Behörden in Atlanta vorzusprechen. Bereits Dienstag und Mittwoch waren mehrere Angeklagte in diesem Fall im Bezirksgefängnis in Atlanta erschienen, wo ihre Identität aufgenommen und Polizeifotos gemacht wurden. Am Abend (Ortszeit) folgte der ehemalige US-Präsident, um das formelle Verfahren nach einer Anklage zu durchlaufen.

Mugshot-Shirts für den Wahlkampf

In diesem Zusammenhang haben die Behörden im US-Bundesstaat Georgia das dabei entstandene Polizeifoto, einen sogenannten "Mugshot", des Ex-Präsidenten veröffentlicht. Obwohl Trump schon öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, ist es das erste Mal, dass er ein Polizeifoto von sich machen lassen musste. Trump hat nun auch eine Häflingsnummer: #P01135809. Diese ist seiner Polizeiakte zu entnehmen:

Doch anstatt angesichts dieser Demütigung zu verstummen, nutzten Trump und seine Anhänger*innen die Gelegenheit: Nicht mal eine Stunde, nachdem die Strafverfolgungsbehörden das Polizeifoto veröffentlicht hatten, bot eine Website, die mit Trump in Verbindung steht, bereits T-Shirts mit dem Mugshot an. In typischer Trump-Manier wurde das grimmige Konterfei mit einem kämpferischen Slogan versehen: "Never surrender!", zu Deutsch: "Niemals aufgeben!". Auch Tassen und Sticker mit dem Polizeifoto sind mittlerweile erhältlich.

Trump kehrt zur Twitter-Nachfolgeplattform X zurück und löst Kommentarflut aus

Doch das ist nicht alles. Mehr als zweieinhalb Jahre nach seinem letzten Tweet nahm Trump die Veröffentlichung seines Polizeifotos zum Anlass, zur Twitter-Nachfolgeplattform X zurückzukehren:

Ein Nutzer verpackte seine kritische Haltung gegenüber dem Verhältnis von Elon Musk und Donald Trump (nach dem Sturm auf das Kapitol im Jahr 2021 wurde Trump zunächst von Twitter verbannt, Elon Musk entsperrte den Account Ende 2022 dann wieder), in einem besonders kreativen Werk:

Immer noch humoristisch, aber schon etwas kämpferischer gibt sich dieser Nutzer, der zwei Bilder des kontroversen Schauspielers Mel Gibson in diesem Post gegenüberstellt:

Andere X-Mitglieder nutzen Trumps Post, um pathetisch-patriotische Sympathiebekundungen zu verbreiten - wie diese, die Trump in einer Art kaiserlichen Uniform zeigt:

Ob Trump wohl angesichts der Anklage und des Mugshots eingeschüchtert ist? Laut diesem Post wohl nicht. Trump ist dort neckisch mit vierfacher "Reingeguckt"-Pose abgebildet:

Ein anderer stellt in seinem Post den Mugshot des Ex-Präsidenten einfach, aber wirkungsvoll nach:

Natürlich gibt es aber auch kritischere Stimmen. Nur auf den ersten Blick subtil drückt dieser X-Nutzer beispielsweise seine Haltung gegenüber dem Ex-Präsidenten und seiner Anhängerschaft aus:

Ähnlich subtil war auch diese*r User*in, die*der die Ähnlichkeit des Polizeifotos mit dem Bild eines über der Toilette drapierten Handtuchs bemerkte oder dieser Post, der das angeblich unbearbeitete Original-Foto teilte.

Der Autor Charlie Sykes fand deutlichere Worte, die ausdrückten, was sich viele Kritiker*innen des Ex-Präsidenten wahrscheinlich derzeit denken. Er kommentierte das Bild mit:

Wenn Sie einen Serienlügner, Betrüger, Narzisst, Tyrann und Möchtegern-Gangster mit dem Vokabular eines emotional unsicheren Neunjährigen wählen, können Sie nicht wirklich schockiert sein, wie es ausgegangen ist, oder? Das ist es, was Trump wollte, weil er sich dafür entschieden hat.Charlie Sykes

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