Tierversuche: US-Behörde füttert Katzen mit Katzenfleisch

Das US-Landwirtschaftsministerium testet seit Jahrzehnten Produkte an Katzen. (Symbolbild: Getty Images)

In einem staatlichen Versuchslabor in den USA werden Katzen zu Forschungszwecken mit der Infektionskrankheit Toxoplasmose infiziert. Jahrelang wurde ihnen dafür das Fleisch von Hunden und anderen Katzen verabreicht.

Ein neuer Bericht einer US-Nichtregierungsorgansiation besagt, dass Regierungsforscher Hunderte Katzen und Hunde von asiatischen, südamerikanischen und afrikanischen Fleischmärkten gekauft und ihre Überreste an gesunde Laborkatzen verfüttert haben. Darüber hinaus soll Labormäusen das Gewebe kranker Katzen injiziert worden sein.

Forschung zur Lebensmittelsicherheit

Die schockierenden Informationen zu den Zuständen im “Beltsville Agricultural Research Center”, einem Forschungszentrum des US-Landwirtschaftsministeriums im Bundesstaat Maryland, wurden nun in einem Bericht der Organisation “White Coat Waste Project” offengelegt, die staatlich finanzierte Tierversuche bekämpft.

Hinter diesen Toren werden seit Jahrzehnten Katzen für Forschungszwecke gezüchtet und getötet. (Bild: JIM WATSON/AFP/Getty Images)

Über 400 Hunde aus Kolumbien, Brasilien und Vietnam sowie über 100 Katzen aus China und Äthiopien sollen zwischen 2003 und 2015 von dem Labor des US-Ministeriums gekauft und an gesunde Katzen verfüttert worden sein. In den Experimenten ging es um die Erforschung von Parasiten, die die Infektionskrankheit Toxoplasmose verursachen können. “Manche dieser Katzen und Hunde wurden von der Regierung von den gleichen asiatischen Fleischmärkten gekauft, die der US-Kongress eindeutig in einem Beschluss verurteilt hat”, heißt es in dem Bericht, der dem US-Nachrichtensender NBC News exklusiv vorliegt.

Seit 1982 werden im “Beltsville Agricultural Research Center” Katzen gezüchtet und mit rohem Fleisch gefüttert, um sie mit dem Krankheitserreger Toxoplasma gondii zu infizieren und diesen zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit zu untersuchen. Die Parasiten werden aus dem Stuhl der Tiere entnommen, die anschließend eingeschläfert und verbrannt werden – eine Praktik, aufgrund der das Forschungszentrum in der Vergangenheit bereits öfters in der Kritik stand. Fast 4.000 Katzen sollen so über die Jahre getötet worden sein.

Gesetzentwurf gegen Katzen-Experimente

“Die Details dieser Katzen-Experimente werden immer schlimmer und müssen nun ein Ende finden”, erklärt der Abgeordnete Brian Mast gegenüber NBC News. Mast gehört zu einer Gruppe von US-Politikern, die erst vor wenigen Tagen einen Gesetzentwurf vorgestellt hat, der das Labor des Landwirtschaftsministeriums davon abhalten soll, die Laborkatzen zu töten und sie stattdessen zur Adoption freizugeben. Auch Senator Jeff Merkley unterstützt den Beschluss namens “Kittens In Traumatic Testing Ends Now” – oder kurz “KITTEN”:


“ZUTIEFST verstörend, dass das US-Landwirtschaftsministerium Katzen und Hunde von bekanntermaßen unmenschlichen Fleischmärkten in Asien gekauft und dann das Fleisch an Versuchstiere verfüttert hat. Wir können den wissenschaftlichen Fortschritt vorantreiben und Tiere gleichzeitig human behandeln – wir brauchen die KITTEN-Verordnung JETZT.”

Die Forscher verteidigen ihr Vorgehen damit, dass sie die Tiere töten, um die Ansteckung bei Menschen zu vermeiden. Die bei Katzen häufig auftretende Infektionskrankheit Toxoplasmose verläuft bei Betroffenen mit gesundem Immunsystem jedoch meist beschwerdefrei und symptomlos und ist primär für Schwangere und Menschen mit einem gestörten Immunsystem bedenklich. Zu welchem Zweck den Tieren das Fleisch von Artgenossen verabreicht wurde, bleibt derweil offen.

Das “White Coat Waste Project” verurteilt die angeblich “lebensrettende Forschung” der Behörde zur Lebensmittelsicherheit scharf: “Die wissenschaftliche Relevanz und die Rechtfertigung sind bestenfalls fragwürdig, ebenso wie die Relevanz für das amerikanische Gesundheitswesen, da wir Hunde und Katzen nicht essen”, heißt es laut NBC News in dem Bericht, der nun unter dem Titel “Katzen-Kannibalismus des US-Landwirtschaftsministeriums” dem US-Kongress vorgelegt werden soll.