Trump macht sich über inklusives US-Militär lustig

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Donald Trump ist zwar seiner sozialen Medien beraubt, dennoch findet er Wege, die Politik seines Nachfolgers zu attackieren. Nun greift er die Inklusion im US-Militär heftig an.

Donald Trump bei seinem letzten öffentlichen Auftritt auf der CPAC-Konferenz in Orlando Ende Februar. (Bild: Jabin Botsford/The Washington Post via Getty Images)
Donald Trump bei seinem letzten öffentlichen Auftritt auf der CPAC-Konferenz in Orlando Ende Februar. (Bild: Jabin Botsford/The Washington Post via Getty Images)

Ex-Präsident Donald Trump war von einem seiner ehemaligen Mitarbeiter zu einem Podcast-Gespräch eingeladen worden. Der Politikwissenschaftler Sebastian Gorka hatte bis 2017 als Deputy Assistant im Weißen Haus unter Donald Trump gearbeitet. Inzwischen betreibt er den Podcast "America First with Sebastian Gorka", in dem er die politische Agenda der Ex-Trump-Regierung unterstützt.

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Bei der aktuellen Folge, die am vergangenen Dienstag zu hören war, hatte Gorka nun den 45. Präsidenten der USA, Donald Trump, eingeladen. Und der 74-Jährige legte umgehend mit der Kritik an seinem Nachfolger Joe Biden los. Vor allem auf die Gesetzsprechung zu einem inklusiveren Militär schoss er sich ein. In dem Podcast behauptete Trump, die Welt würde sich nun über das US-Militär lustig machen: "Ich glaube, sie lachen über uns, wie sie noch nie über uns gelacht haben." Biden würde das Militär durch seine "Gender-Inklusion" dazu zwingen, politisch korrekt zu werden. Als "Beweis" führte Trump ein kürzlich geführtes Gespräch an: "Ich habe neulich jemanden gefragt, was, wenn ein General einem Soldaten sagt was er tun soll. Wenn er etwas grober wird, ist das akzeptabel? Und sie wussten nicht, wie sie mir diese Frage beantworten sollten." Das sei einfach verrückt, befand Trump, der selbst nie beim Militär gedient hat. 

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Weiches Militär?

Podcast-Moderator Gorka behauptete, die Moral in der Truppe sei momentan sehr schlecht und fragte seinen ehemaligen Chef danach noch zu "weiblicher Schutzkleidung" und "Mutterschafts-Fluganzügen". Einen Tag zuvor hatte Joe Biden mit Chris Wormuth die erste Frau für die Spitze der Heeresleitung im US-Verteidigungsministerium nominiert. Zudem hat Biden Trumps Verbot für Trans*Menschen im US-Militärdienst aufgehoben. Zwar kommentierte Trump diese politischen Entscheidungen nicht direkt, behauptete aber, das US-Militär unter Biden würde weich. "Sie haben nicht über uns gelacht, als wir am Ruder waren", fügte Trump in gewohnter Manier hinzu.

Die Republikanische Partei befindet sich momentan in einer Selbstfindungsphase. Während Teile der Partei immer noch eng zu Trump halten, haben sie in Washington momentan einen schweren Stand. Skandale einstiger Hoffnungsträger wie Matt Gaetz erschüttern die Partei. An der populären Corona- und Wirtschaftspolitik von Bidens Regierung gibt es aktuell wenig zu kritisieren. Deshalb fokussieren sich konservative Medien und der rechte Flügel der Republikaner darauf, gesellschaftliche Themen ins Rampenlicht zu rücken und das Narrativ einer angeblichen liberalen "Cancel-Culture" zu manifestieren, durch die sie die "wahren" Werte der USA bedroht sehen. Trumps Angriff auf das inklusive Militär schlägt nun in die selbe Kerbe.

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