Urteil in Portugal: “Untreue Ehefrauen werden mit Tod bestraft”

Ein Gerichtsurteil in Portugal sorgt für Empörung. Zwei Männern, Ex-Mann und Ex-Liebhaber, wurde der Prozess gemacht, weil sie ihre Frau entführt und mit einer Keule geschlagen hatten. Sie wurden zu Haftstrafen verurteilt, doch diese wurden ausgesetzt.

In der Begründung des Berufungsurteils heißt es: “Der Ehebruch durch eine Frau ist ein sehr schwerwiegender Angriff auf die Ehre und Würde eines Mannes. Es gibt Gesellschaften, in denen Frauen, die Ehebruch begehen, gesteinigt werden. In der Bibel steht, dass die ehebrechende Frau mit dem Tod bestraft werden soll. Vor nicht allzu langer Zeit hat das Strafrecht den Mann bestraft, der seine Frau tötete, die Ehebruch begangen hatte.”

Es ist vor allem die Begründung des Berufungsurteils, das für Entrüstung sorgt.

Dr. Frederico Moyano Marques von der portugiesischen Opferhilfe APAV erklärt: “Der Staat und auch Organisationen haben sehr viel investiert, um die Gesellschaft gegen diese Art von Verhalten zu sensibilisieren. Der gleiche Staat, der sich dafür eingesetzt hat und dieselbe Gesellschaft können jetzt nicht entgegengesetze Signale senden. Wir sprechen hier nicht über einen x-beliebigen Bürger, der an einem Stammtisch diese Äußerungen von sich gibt. Hier geht es um den Arm des Gesetzes, einer Entscheidung von schwerwiegender Tragweite.”

Ein solches Urteil, kritisiert die Frauenrechtlerin Elisabete Brasil von der Organisation UMAR (Unión de Mujeres Alternativa y Respuesta ), klinge fast wie eine Entschuldigung für die Todesstrafe bei Ehebruch. Es verurteile Frauen für die Gewalt, die ihnen angetan werde. Urteile dieser Art würden in Portugal nicht häufig gefällt, trotzdem könne man nicht von einem Einzelfall sprechen.

Polémica en Portugal ante una sentencia que justifica la violencia machista por un adulterio https://t.co/gKNsb92zGM— El Periódico (@elperiodico) October 23, 2017

#Portugal: Juez justifica violencia machista por adulterio https://t.co/YFltiMVgpf pic.twitter.com/H0JdT5GhRO— DW (Español) (@dw_espanol) October 23, 2017

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