USA: Frauen marschieren für Recht auf Abtreibung

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Tausende Menschen haben am Samstag in der US-Hauptstadt Washington und anderen Städten des Landes für das Recht auf Abtreibung demonstriert. Rund 200 Organisationen hatten zu Demonstrationen in allen US-Bundesstaaten aufgerufen. In Washington zogen die Demonstranten
vor das Oberste Gericht. Der Supreme Court wird sich bald mit einem erneuten Versuch befassen, das aktuelle Recht auf Abtreibungen in den USA zu kippen.

Madison Berkowitz, Kommunikationsstudentin:

„Ich meine, dass es für Frauen heute entscheidend ist, wirklich für das zu kämpfen, wofür wir gekämpft haben, als der Fall "Roe v. Wade"* zur Entscheidung führte, dass Frauen das Recht haben, über sich selbst zu bestimmen. Es kann doch nicht sein, dass jemand Frauen sagt, dass sie kein Recht haben zu entscheiden, was sie mit ihrem eigenen Körper machen."

Durch die Entscheidung "Roe v. Wade" wurde 1973 verfügt, dass eine Schwangere die Schwangerschaft abbrechen darf bis zu jenem Zeitpunkt, an dem ein Fötus lebensfähig wird. Der Staat darf nach den ersten drei Monaten der Schwangerschaft das Verfahren des Schwangerschaftsabbruches regulieren, aber nur soweit das zum Schutz der Gesundheit der Schwangeren nötig ist.

Laura Bushwitz, pensionierte Lehrerin aus Florida:

„Wir sollten in der Lage sein, selbst zu bestimmen, was wir mit unserem eigenen Körper machen, Punkt. Und ich habe es satt, dass jemand anderes versucht, mich als sein Eigentum zu behandeln oder mir zu sagen, was ich machen kann oder nicht. Das muss aufhören."

TEXAS

Auch in der konservativen Hauptstadt des Bundesstaates Texas, Austin, gab es einen Frauenmarsch und eine Kundgebung für Das Recht auf Abtreibung im State Capitol. Seit gut einem Monat hat Texas das mit Abstand strengste Abtreibungsrecht in den USA – es sieht nicht einmal bei Vergewaltigungen Ausnahmen vor – und seither laufen Politik, Organisationen und viele Bürgerinnen und Bürger Sturm gegen das Gesetz.

su mit dpa

*Fall "Roe v. Wade": Klägerin in der Sache war eine 22-jährige alleinerziehende Mutter zweier Kinder aus Texas namens Norma McCorvey, die diese beiden Kinder aufgrund ihrer unvorteilhaften sozioökonomischen Lebenssituation zur Adoption freigegeben hatte. Als sie nun erneut schwanger geworden war, versuchte sie einen Abbruch durchführen zu lassen, was jedoch im Bundesstaat Texas nur im Falle einer gesundheitlichen Gefahr für die Mutter erlaubt war. Ihre Anwältinnen, Linda Coffee und Sarah Weddington, sahen in dieser Beschränkung eine Verletzung des 14. Verfassungszusatz und waren die ursprünglichen Initiatorinnen der Klage. Da sich entgegen ihren Erwartungen keine gut situierte, intakte Familie bereit erklärte, als Klägerin aufzutreten, willigten sie ein, McCorvey als Beschwerdeführerin Anonymität zu gewähren. Sie reichten am Bundesbezirksgericht für Nord-Texas die Klage im Namen von Jane Roe ein, in Anlehnung an den im amerikanischen Schrift- und Sprachverkehr oft für nicht identifizierte Personen verwendeten Platzhalternamen John Doe. Beklagter für den Staat Texas war Henry Wade, der damalige Bezirksstaatsanwalt des Dallas County. Das Bezirksgericht erklärte zwar, dass das Texanische Gesetz gegen die Bundesverfassung verstoße und folglich überarbeitet werden müsse, verweigerten jedoch die Aufhebung des Gesetzes. Die Kläger gingen deshalb in Berufung, welche vom Obersten Gerichtshof 1971 zur Entscheidung angenommen und schließlich 1973 entschieden wurde. McCorvey hatte zu diesem Zeitpunkt ihr drittes Kind geboren und ebenfalls zur Adoption freigegeben.

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