USA: Tote Krähe trägt West-Nil-Virus in sich

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Das West-Nil-Virus wurde in einem toten Vogel in den USA nachgewiesen. Das ist aber kein Grund zur Panik, das Virus kommt nur selten vor und verursacht noch seltener schwere Verläufe.

Portrait of American crow (Corvus brachyrhynchos) calling out or cawing
Eine Amerikanerkrähe, wie sie auch im US-Bundesstaat Kalifornien vorkommt. Vermutlich war es eine Vertreterin der Art, die am Montag tod mit dem West-Nil-Virus infiziert gefunden wurde. Foto: Symbolbild / gettyimages

Zur Abwechslung ein anderes Virus: In den USA, genauer in der kalifornischen Stadt Pasadena, wurde am Montag eine tote Krähe gefunden. In ihr wurde, zum ersten Mal in diesem Jahr und dieser Region, das West-Nil-Virus (WNV) nachgewiesen. Ein Erreger, der vom Tier auch auf den Menschen übertragen werden und in äußerst seltenen Fällen schwere Krankheitsverläufe verursachen kann.

Nur sehr selten schwere Verläufe

Einerseits zeigen sich die US-amerikanischen Gesundheitsbehörden alarmiert von dem Fund – er zeigt, dass das Virus mittlerweile endemisch geworden ist und deshalb jedes Jahr aufs Neue auftreten wird – andererseits kommen Nachweise und schwere Erkrankungen im Menschen mit dem WNV nur äußerst selten vor.

Eine Einordnung dazu gibt das Robert Koch-Institut: „Die Infektionen verlaufen überwiegend klinisch unauffällig. Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung, die etwa drei bis sechs Tage andauert.“ Nur etwa jede hundertste Person erkranke hingegen schwer, entweder an einer meist gutartigen Hirnhautentzündung oder aber einer gefährlichen Gehirnentzündung. Dann könne es zu Muskelschwäche, Lähmungen oder epileptischen Anfällen kommen.

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Das Problem: Behandelt werden nur die Symptome, weil es bislang keine spezifische Therapie für das WNV gibt. Trotzdem gilt laut RKI, dass „das West-Nil-Fieber in der Regel komplikationslos ausheilt“.

Vor allem Vögel tragen das Virus in sich

Als Vektoren, also Krankheitsüberträger, fungieren Stechmücken. Sie erkranken selbst nicht an dem Virus, Wirte sind stattdessen vor allem Vögel – wie die kalifornische Krähe. Das WNV kommt aber auch in Zugvögeln vor, die auf ihren interkontinentalen Reise große Strecken zurücklegen. So konnte sich das Virus auf der ganzen Welt ausbreiten. Dazu schreibt das für Zoonosen in Deutschland zuständige Friedrich-Loeffler-Institut:

„Das WNV wurde erstmals 1937 im West-Nil-Distrikt in Uganda festgestellt. In Europa trat es Anfang der 1960er Jahre in Frankreich auf. Bisher wurden vor allem aus süd- und südosteuropäischen Ländern Infektionen bei Mensch, Pferd und Vogel gemeldet. WNV kommt weltweit auf allen Kontinenten vor. In Europa wurden bisher vor allem aus süd- und südosteuropäischen Ländern Infektionen bei Mensch, Pferd und Vogel gemeldet. In den USA trat es erstmalig 1999 auf und verbreitete sich in kurzer Zeit im ganzen Land und bis nach Kanada.“

Verschwindend geringe Zahl in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es seit 2018 Nachweise des WNV – aber äußert selten. 2019 wurden die ersten fünf, vermutlich durch Stechmücken übertragenen, Infektionen im Menschen registriert. Sie waren zuvor nicht verreist, mussten sich also in Deutschland angesteckt haben. Vergangenes Jahr wurden insgesamt 20 solcher Fälle gemeldet, ein älterer Patient starb.

Vor allem in den Monaten Juli und August kommen Infektionen vor, wenn Stechmücken besonders aktiv sind. Wer sich über die aktuelle Situation in Deutschland informieren möchte, kann das im Tierseucheninformationssystem des FLI.

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