"Verstoß" gegen die Ausgangssperre: Paar soll Strafe wegen alter Urlaubsfotos zahlen

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Dass man momentan nicht reisen sollte, ist vermutlich jedem klar. Dass man aber sogar für das Posten alter Urlaubsfotos bestraft werden kann, ist neu. Genau so erging es jetzt einem australischen Pärchen.

In Australien sollte man besser auf das Posten von Urlaubsfotos verzichten, selbst wenn es alte sind. Sonst drohen saftige Strafen. (Symbolbild: Getty)
In Australien sollte man besser auf das Posten von Urlaubsfotos verzichten, selbst wenn es alte sind. Sonst drohen saftige Strafen. (Symbolbild: Getty)

Heutzutage muss man stets auf der Hut sein, was man über sich online preisgibt. selbst das strenge Auge des Gesetzes streift unerbittlich durch die Social Media Chroniken und passt wachsam auf, ob man nicht etwas Verbotenes tut. Besonders in Zeiten der Corona-Krise, wo die Einschränkungen zugunsten der Gesundheit aller bis in die privatesten Bereiche jedes Einzelnen reichen. Dabei geht schon mal das Maß verloren und auch das Verständnis von digitaler Darstellung. Das bekam jetzt ein Pärchen aus Australien mit voller Härte zu spüren, nachdem sie unachtsam oder vielleicht, um in diesen Zeiten eine schöne Erinnerung zu teilen, Urlaubsfotos aus dem vergangenen Jahr auf Facebook posteten.

Nach Facebook-Post stand die Polizei vor der Tür

Jaz und Gary Mott wohnen im australischen Victoria und dachten sich nichts weiter dabei, als sie die Fotos von einem Besuch beim Lakes Entrance in Traralgon hochluden. Der Ausflugsort liegt etwa zwei Stunden von ihrer Heimatstadt entfernt und das Paar hatte ihn 2019 für einen Kurzurlaub besucht.

Für diese scheinbaren Urlaubsfotos sollte das australische Pärchen eine saftige Strafe wegen unerlaubten Reisens zahlen. (Quelle Screenshot Facebook)
Für diese scheinbaren Urlaubsfotos sollte das australische Pärchen eine saftige Strafe wegen unerlaubten Reisens zahlen. (Quelle Screenshot Facebook)

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Doch vier Tage nach dem Post stand plötzlich ein Polizeibeamter vor ihrer Haustür. Der Officer überreichte dem überraschten Ehepaar einen Strafzettel wegen Verstoßes gegen die Quarantäne-Auflagen und “unnötigen Reisens”. Sie sollten 1,652 Australische Dollar zahlen - jeder. Umgerechnet etwa 1,900 Euro zusammen. Ein ziemlich teurer virtueller Ausflug für die Familie Mott. Auch, als sich Jaz Mott bei der örtlichen Polizeistation meldete, wurde ihr dort nur bestätigt, dass sie die Strafe zu bezahlen hätten.

Polizei nimmt Strafe zurück

Inzwischen sah sich die Polizei gezwungen, die Strafe zurückzunehmen. Der Fall sei noch einmal genauer betrachtet worden und der Vorwurf des Verstoßes gegen die Ausgangssperre zurück genommen, hieß es von Seiten der Polizei. Doch weitere alter Urlaubsfotos dürfen die Motts nicht posten. Gegenüber der Zeitung The Independent sagte Jaz Mott: “Der Sargent sagte mir, dass ich verhaftet werden würde, sollte ich noch mehr Fotos posten.”

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Die australische Polizei hat also weiterhin ein sehr genaues Auge darauf, was die Menschen auf ihren Social Media Accounts posten. In Victoria ist es nur erlaubt, das Haus für dringend notwendige Aktivitäten zu verlasse. Dazu gehören Einkaufen, Pflege von Angehörigen, Arztbesuche und Arbeit. Eine Ausnahme gibt es lediglich für sportliche Betätigung und Notfallsituationen.

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