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Videopodcast "Der Wake-Up Call": KI-Version von Adolf Hitler als Nachrichtensprecher - um vor Rechtsextremismus zu warnen

Hinter dem Videopodcast steht der Verein "Laut gegen Nazis e.V."

Videopodcast
Videopodcast "Der Wake-Up Call". (Bild: Laut gegen Nazis e.V.)

Es mutet total bizarr an: Hinter einem Moderationspult sitzt ein Mann im Anzug, dessen Frisur und Oberlippenbart in Kombination mit der Stimme keinen Zweifel daran lassen, dass es sich hier um eine Version von Adolf Hitler handeln soll - auch wenn die offensichtliche Künstlichkeit erahnen lässt, dass hier Künstliche Intelligenz am Werk war. Der Mann, der hier die Nachrichten verliest, ist also nicht real - das Anliegen dahinter aber schon. Das Ganze nennt sich "Der Wake-Up Call" und ist ein Videopodcast, der auf den leider allzu realen Rechtsextremismus der Gegenwart aufmerksam machen soll.

Hinter dem Videopodcast steht der Verein "Laut gegen Nazis e.V.", der sich laut eigener Aussage "gegen rechte Hetze und Rassismus" einsetzt. Unter dem Motto "Die wichtigsten Nachrichten, die du schon hundertmal überhört hast" widmet man sich anhand der Nachrichtensprecher-Version des Diktators und Massenmörders Hitler in elf Episoden einem Thema, das verdeutlicht, wie sich Rechtsextremismus in der Gesellschaft ausbreitet. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: "In Europa gewinnen Rechtspopulist:innen zunehmend an Einfluss. Doch inmitten der täglichen Informationsflut werden viele Warnungen vor dem Rechtsruck überhört." Dementsprechend sei der digitale Hitler-Moderator eine drastische Maßnahme, um wachzurütteln.

Videopodcast "Der Wake-Up Call": Darum geht es in der ersten Episode

Start des Videopodcasts "Der Wake-Up Call" ist am 7. März auf Spotify, Instagram, TikTok und YouTube. Die erste nun erschienene Folge handelt von einer Meldung aus der Gaming-Welt, über die der Saarländische Rundfunk berichtet hat, wie der digitale Hitler zu Beginn des Videos erklärt. Dabei geht es um ein neues Videospiel, hinter dem der Verein "Ein Prozent" und die Identitäre Bewegung stecken, die beide vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft werden. Wie der Saarländische Rundfunk schreibt und auch im Video wiedergegeben wird, sei das gerade im Hinblick auf Jugendliche als potentielle Konsumenten beunruhigend. "Viele Experten würden derzeit mit Sorge beobachten, dass gerade die Gaming-Szene stark von Rechtsextremen vereinnahmt werde", schreibt der Saarländische Rundfunk, demzufolge das neue Videospiel kein Einzelfall sei.

Mit KI: So wurde "Der Wake-Up Call" realisiert

Hinter der digitalen Version des Hitler-Nachrichtensprechers verbirgt sich Rauand Taleb, der unter anderem aus der Serie "4 Blocks" bekannt ist. Mittels Künstlicher Intelligenz veränderte man Aussehen und Stimme des Schauspielers. "In monatelanger Kleinstarbeit perfektionierten Expert:innen die visuelle und akustische Verwandlung", wird in der Pressemitteilung der Entstehungsprozess beschrieben. "Zunächst wurde die KI mit Ton-, Foto- und Filmmaterial angelernt. Im Anschluss musste das Ergebnis händisch nachgearbeitet werden." Für die Inszenierung ist Pascal Momper verantwortlich, Student an der Filmakademie Ludwigsburg.

Einmal original, einmal digital: Der Videopodcast
Einmal original, einmal digital: Der Videopodcast "Der Wake-Up Call". (Bild: Laut gegen Nazis e.V.)

Ein Aufwand, der sich angesichts des Anliegens, auf die Gefahren des Rechtsextremismus aufmerksam zu machen, hoffentlich lohnen wird. "Wir dürfen solche Meldungen nicht länger übersehen", heißt es gegen Ende der ersten "Wake-Up Call"-Folge - ein Appell, der möglichst viel Gehör finden sollte.