Wachsende Proteste bei Palästinensern gegen Jerusalem-Entscheidung - "Es ist ein Verbrechen"

Auf der palästinensischen Westbank brennen amerikanische Fahnen, das US Aussenminsterium hat dazu aufgerufen, nach Möglichkeit nicht nach Israel oder ins Westjordanland zu reisen. Die Zeichen stehen auf Sturm in der arabischen Welt, nachdem US Präsident Donald Trump Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannt hat.

Abed Al Jayyousi ist Palästinenser und lebt im Westjordanland:

"Wir wollen, das die palästinensische Regierung und Präsident Mahmoud Abbas alle Friedesverhandlungen mit den Israelis einstellen."

Palästinenser im Gaza-Streifen haben gegen die umstrittene Entscheidung demonstriert, die Hamas hatte zu einem "Tag der Wut" aufgerufen. Am Status von Jerusalem hat sich immer wieder Gewalt entzündet, es genügten schon kleinere Anlässe. Allein 4000 Menschen starben während der zweiten Intifada, die fast fünf Jahre dauerte. Auslöser war ein demonstrativer Besuch eines israelischen Politikers auf dem Tempelberg im Jahr 2000.

Für den jungen Israeli Ron Feingold steht die Hauptstadtfrage außer Debatte:

"Jerusalem war immer die Hauptstadt Israels. Und Israel braucht dafür keine formelle Anerkennung. Wie auch immer, Ich glaube es es sehr gut, das ein so mächtiges Land wie die vereinigten Staaten, ein Land das Israel so nahe steht, jetzt diesen Schritt geht und Jerusalem anerkennt."

In der arabischen Welt wird die Entscheidung als irrational und provokant bewertet - und das sie zu einer weiteren Intifada, mehr Extremismus und Gewalt führen wird. Im Libanon, wo hunderttausende Palästinenser leben, sorgte die amerikanische Ankündigung für Wut und Demonstrationen. Im Flüchtlingslagern im Süden des Landes gingen hunderte Menschen aus Protest auf die Strassen.

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