"Ich war todesnah": So kämpft sich Sarah Kern auf Malta aus Burnout und Insolvenz

Carmen Schnitzer
1 / 7

"Ich war todesnah": So kämpft sich Sarah Kern auf Malta aus Burnout und Insolvenz

Naiv, mutig oder einfach optimistisch? Ohne je einen Fuß auf die Insel gesetzt zu haben, hatte Designerin Sarah Kern beschlossen, nach Malta auszuwandern. Doch offenbar hat sich der Schritt gelohnt, wie die VOX-Doku "Goodbye Deutschland" zeigte: "Die Insel hat mir das Leben gerettet."

"Die Insel gibt mir den Sonnenschein zurück - auch für die Seele." Ein halbes Jahr nach ihrer Auswanderung zog Modedesignerin Sarah Kern (51) in der VOX-Auswanderer-Doku "Goodbye Deutschland" ein erfreuliches Fazit - trotz einiger Rückschläge, unter denen vor allem ihr Sohn Romeo (11) zu leiden hatte.

Die zweifache Mutter hat ein wahres Achterbahnleben hinter sich, lebte einst als Ehefrau von Otto Kern (dem Vater ihres erwachsenen Sohnes Olivier) im Luxus, nahm aber nach der Trennung keinen Cent von dem mittlerweile auf tragische Weise verstorbenen Modedesigner an: "So konnte er sich sicher sein, dass ich ihn die ganzen elf Jahre lang wirklich geliebt habe." Sie baute sich ein eigenes Business auf, fand eine neue Liebe, die wieder zerbrach, und hatte 2010 schließlich ein Burnout: "Das bedeutet, dass du nicht mal mehr in der Lage bist, ein Telefonat zu führen oder ein Brot für dein Kind zu schmieren ... Es war eine extreme Zeit, da war ich wirklich todesnah."

Doch aufgeben war für sie schon wegen ihrer Söhne keine Option. Es folgte eine weitere Berg- und Talfahrt und schließlich durch Steuerschulden verursachte die Insolvenz, die sie dazu veranlasste, auf Malta einen Neustart zu wagen.

Mobbing! Sohn Romeo im Stress

Der begann nicht ohne Probleme: Sichtlich nah ging es ihr, als Sohn Romeo, der schon in Deutschland Zielscheibe von Mobbing geworden war, von seinem ersten Schultag auf Malta mit Kratzern zurückkam: "Hast du dich geprügelt?" Zögerlich und vermeintlich gelassen erzählte der Junge von der Auseinandersetzung mit einem etwa 15-Jährigen, der ihn "Motherfucker" genannt und am Hals gepackt habe. Seine Mutter solle aber bitte nicht mit diesem reden: "Das wäre peinlich." Und so behauptete er, den Übeltäter unter den 1.000 Kindern ohnehin nicht wiedererkennen zu können.

Abgesehen davon und von der vielen Arbeit, durch die Sarah Kern möglichst innerhalb eines Jahres ihre Steuerschulden abgezahlt haben will, schien es aber gut zu laufen für die Stehauffrau: Statt Dinner im Nobelrestaurant gab es eben Käsekrainer am Hafen bei Imbissverkäuferin Steffi, einer anderen Auswanderin, mit der Sarah sich angefreundet hat. Die sagt über die 2.000 Deutschen, die auf der Insel leben, sie seien "positiv verrückt", und an Malta selbst falle ihr als einzig Negatives der Autoverkehr ein. "Die Insel hat mir das Leben gerettet", beschreibt es Sarah Kern noch eine Nummer größer. Sie vermisse weder das Luxusleben noch die roten Teppiche oder auch Dating: "Habe ich seit zwei Jahren nicht gemacht."

"Ich küsse nicht nach unten"

Doch unverhofft kommt oft, und als das "Goodbye Deutschland"-Team die Designerin einige Monate später erneut besuchte, fand man dann doch einen neuen Mann an ihrer Seite. Der Malteser David hatte die schöne Blonde in einer Bar angesprochen: "Sorry, darf ich dich kennenlernen, ich finde deinen Style cool ... Da habe ich gesagt: nö", erzählte sie amüsiert-trocken vom Kennenlernen.

Irgendwie war er ihr dann aber doch sympathisch, man kam ins Gespräch, sie fragte ihn, was er beruflich mache und tippte wegen seiner durchtrainierten Figur auf Fitnesstrainer. Aber nein: "Ich arbeite beim Finanzamt", war die Antwort. Dass sie darüber lachen konnte, zeigte, dass die Kern bei allem Stress ihren Humor behalten hatte. Doch die wichtigste Frage ist ja die: Ist David ihre neue Liebe? Leider nein, nur ein guter Freund: "Ich küsse nicht nach unten", erklärte sie das Problem. Pech für David: Er ist einige Zentimeter kleiner als die Frau mit den Modelmaßen. Doch wer weiß - Prinzipien sind schließlich dazu da, um gebrochen zu werden ...