War was? Trump Nichte Mary trollt den Ex-Präsidenten per Tweet

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.
Die Republikaner und das goldene Kalb: Donald Trump Statue bei der CPAC-Konferenz in Orlando. (Bild: REUTERS/Octavio Jones)
Die Republikaner und das goldene Kalb: Donald Trump Statue bei der CPAC-Konferenz in Orlando. (Bild: REUTERS/Octavio Jones)

Donald Trump ist zurück. Und bekommt sofort die ganze mediale Aufmerksamkeit. Nur eine ignoriert den Ex-Präsidenten: Seine Nichte Mary Trump.

Wer gehofft hatte, mit seiner Abwahl im November oder spätestens mit dem historischen zweiten Amtsenthebungsverfahren sei die politische Karriere Donald Trumps vorbei, der wird enttäuscht sein. Denn am Sonntag kehrte der Ex-Präsident ins Rampenlicht zurück. Frenetisch gefeiert und umgeben von allerhand Skurrilitäten wie einer goldenen Trump-Statue, und einer Bühne, die einer von der SS verwendeten Rune glich, gab der 74-Jährige bei der konservativen Großveranstaltung "CPAC" (Conservative Political Action Conference) sein Comeback.

Es gab also direkt wieder ausreichend Anlass zur Aufregung. Die ja bei Trumps Auftritten durchaus politisches Kalkül ist. Von seiner ersten Wahlkampfankündigung auf der Rolltreppe des Trump-Towers bis hin zu seinem Aufruf zum Sturm auf das Kapitol am Ende seiner Präsidentschaft: Wo Trump ist, schauen alle gezwungenermaßen hin. Also fast alle. Denn ausgerechnet von seiner Nichte Mary Trump gab es die Höchststrafe für sein Comeback. Sie ignorierte den Auftritt und tat dies mit einem cleveren Troll-Tweet. Zeitgleich zu Trumps Rede in Orlando postete sie das Foto eines romantischen Naturereignisses und schrieb dazu: "Da im Augenblick nichts Wichtiges passiert, hier ein Sonnenuntergang."

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Über 70.000 User sahen das offenbar ähnlich und gaben dem Post ein Like. Mary Trump hat sich bereits zuvor nicht gerade als Fan ihres Onkels geoutet. Im vergangenen Jahr erschien ihr vielbeachtetes Buch "Zu viel und nie genug". Darin gibt sie Einblicke in die Familiengeschichte der Trumps und entwirft ein wenig schmeichelhaftes Psychogramm des ehemaligen Präsidenten.

Das lukrative Geschäft mit dem "Wahlbetrug"

Ganz so egal, wie ihr Post es erscheinen ließ, scheint Mary Trump die politische Zukunft ihres Onkels allerdings doch nicht zu sein. Am Sonntag war sie beim Nachrichtensender MSNBC interviewt worden und hatte dort vermutet, dass Trump 2024 nicht noch einmal als Präsidentschaftskandidat antreten würde. "Ich denke nicht, dass er sich noch einmal in eine Position begeben würde, in der er verlieren kann," sagte die Trump-Nichte in dem Interview. Dass er aber vorgebe, anzutreten, halte sie für sehr wahrscheinlich. "Wir sollten verstehen, dass Donald in den letzten paar Monaten mit den Spendensammlung für seine 'Große Lüge' mehr Geld gemacht hat, als er es jemals auf legalem Weg mit seinen Geschäften geschafft hat," erklärte Mary Trump ihre Vermutung.

Trump 2024: Kandidiert er, kandidiert er nicht?

Die Rede von Orlando gibt ihr zumindest vorerst recht. Denn auch wenn Trump sich nicht auf eine Kandidatur für die kommende Präsidentschaftswahl festlegen wollte, so ließ er sich doch alle Optionen offen. Er wiederholte seine vielfach widerlegten Anschuldigungen des Wahlbetrugs und ließ seine jubelnden Anhänger wissen: "Eigentlich haben die (Demokraten) gerade das Weiße Haus verloren, wie ihr wisst." Nach seiner Rechnung habe er also schon zwei Siege gegen sie errungen. Und dann fügte er an: "Ich könnte sogar beschließen, sie ein drittes Mal zu schlagen." Beim rechten Flügel der Partei kommt das gut an, besonders, weil Trump nun Abstand davon nahm, seine eigene Partei zu gründen und die konservative Wählerschaft so zu spalten. Das lohnt sich auch für ihn selbst, denn mit Aufrufen zu Spenden, um den "Wahlbetrug" aufzuklären, soll Trump laut der Wahlbehörde FEC schon mehr als 207 Millionen US-Dollar eingesammelt haben.

Video: Die wichtigsten Zitate aus Trumps Rede in Orlando