Weil der Hummer fehlt: Kim Jong-un bekommt Wutanfall

Kim Jong-un hat kein Verstandnis dafür, dass eine Schildkrötenfarm keine Hummer züchtet.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un stattete kürzlich einer Schildkrötenfarm in der Landeshauptstadt Pjöngjang einen Besuch ab. Er wolle die Manager lokaler Unternehmen unterstützen. Doch was die Inhaber der Taedonggang Terrapin Farm von ihrem Machthaber zu hören bekamen, war alles andere als ermutigend oder unterstützend. Wie die "Daily Mail" unter Berufung auf die südkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtet, sei Kim Jong-un regelrecht ausgerastet, als er die Farm besichtigte. Der Grund für den Wutanfall: Es gab keinen Hummer! Zwei Jahre zuvor seien dem Unternehmen mehrere Frischwasser-Hummer gesandt worden. Damit hätten die Verantwortlichen eine Zucht starten sollen. Dass dies bis heute nicht gelungen ist, sei einzig und allein auf die "Unfähigkeit" der Manager zurückzuführen, so Kim Jong-un, der sich offenbar noch eine lange Zeit über dieses "Versagen" aufregte.

Doch die Hummer-Verfehlung war nicht das Einzige, was der Diktator auf der Schildkrötenfarm zu bemängeln hatte. Für einen weiteren Ausraster sorgte die Tatsache, dass es auf dem Gelände keinen Raum gäbe, in dem die Angestellten über die Größe und Bedeutung seines Vaters Kim Jong-il belehrt werden. Der hatte die Farm bereits im Oktober 2011 besichtigt und sie als Beweis dafür bezeichnet, dass es das Wort "unmöglich" im Koreanischen nicht gebe. Zum Entsetzen von Kim Jong-un war das jedoch nicht der Fall. Dabei habe er sogar angeordnet, dass spezielle Geräte zur Messung der Wasserqualität von der Farm angeschafft werden, damit auch Hummer prächtig gedeihen könnten. Doch stattdessen hätten die Manager lieber Kameras gekauft, mit denen sie ihre Schildkröten besser beobachten konnten. Für den Machthaber ein absoluter Skandal, wie er laut KCNA verlauten ließ: "Wenn alle Staatsbediensteten so arbeiten wie auf dieser Farm, dann ist es unmöglich, die Vision von Kim Jong-il zu realisieren." Solche Arbeiter würden das Ansehen der Partei schädigen.

Ob die Betreiber der Taedonggang Terrapin Farm mit einer Strafe rechnen müssen, ist noch nicht klar. Sicher hatten die Manager aber vor allem eines im Hinterkopf, als Kim Jong-un sich über den fehlenden Hummer beschwerte: Der Diktator hatte erst vor Kurzem seinen Verteidigungsminister hinrichten lassen – der Grund: Der General war bei einer offiziellen Veranstaltung, bei der Kim Jong-un als Ehrengast geladen war, eingeschlafen.

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