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Weltbevölkerung: Im Jahr 2050 nicht mehr genug Kinder

Weltbevölkerung: Im Jahr 2050 nicht mehr genug Kinder. (Symbolbild: Getty)
Weltbevölkerung: Im Jahr 2050 nicht mehr genug Kinder. (Symbolbild: Getty)

Laut einer Studie des Forschungsinstituts für globale Gesundheitsstatistik (IHME) an der University of Washington in Seattle gehen die Geburtenraten weltweit rasant zurück. Ausgewertet wurde die Statistik der Geburten von 1950 bis 2021 in 204 Ländern.

Auf X, ehemals Twitter, prognostizierte das Forschungsinstitut eine dramatische Veränderung der globalen Bevölkerungsstruktur.

Für Professorin Melinda Mills von der Universität Oxford ist das jedoch nicht zwangsläufig ein Problem: "Wenn ich mir das als Demografin anschaue, dann frage ich mich: Müssen wir unsere Bevölkerungszahl wirklich beibehalten?"

"Wissen Sie, es gibt so viele Länder. Sie alle haben eine unterschiedliche Bevölkerungsdichte, sie alle sind unterschiedlich groß. Sie alle haben eine unterschiedliche Bevölkerungsstruktur und so unterschiedliche Bedürfnisse. Mein Vorschlag wäre also, das noch einmal zu überdenken und sich zu fragen: "Ist der Bevölkerungsschwund wirklich so ein großes Problem?"

Eine geografisch gespaltene Welt

Obwohl die Geburtenrate in allen Ländern sinkt, ist die Verteilung ungleichmäßig. Die Studie prognostiziert, dass sich der Anteil der weltweiten Geburten in Regionen mit niedrigem Einkommen von 18 Prozent im Jahr 2021 auf 35 Prozent im Jahr 2100 nahezu verdoppeln wird. Allein in Afrika, südlich der Sahara, wird bis zum Jahr 2100 jedes zweite Kind auf der Erde geboren werden. Gleichzeitig geht die Studie davon aus, dass im Jahr 2050 drei Viertel aller Länder auf der ganzen Welt, insbesondere der Wohlhabenderen, nicht mehr genug Kinder haben werden.

"Bis 2100 wird jedes zweite Kind auf der Erde in Afrika geboren"

Diese ungleichmäßige Verteilung der Geburten wird eine demografisch gespaltene Welt nach sich ziehen, heißt es in der Studie. Auf der einen Seite kann die Alterung der Bevölkerung in Ländern mit hohem Einkommen etwa einen Arbeitskräftemangel zur Folge haben und das Wirtschaftswachstum eines Landes verlangsamen. Auf der anderen Seite werden in Regionen mit niedrigem Einkommen und einer höheren Geburtenrate die vorhandenen Ressourcen belastet.

Politische Entscheidungsträger stehen bereits jetzt vor der Herausforderung, diese weitreichenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu bewältigen.