"Wunder-Hai": Junges wird in einem Becken voller Weibchen geboren

·Freie Autorin
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Das Leben findet einen Weg: Diese Weisheit aus "Jurassic Park" hat sich in einem Aquarium in Italien bewahrheitet. Denn dort wurde ein Hai in einem Becken geboren, in dem nur Weibchen leben.

Feeding Frenzy of Banded Hound Sharks in Chiba, Japan
Bei Glatthaien wurde eingeschlechtliche Fortpflanzung bislang nicht beobachtet - der kleine Ispera könnte die große Ausnahme sein (Symbolbild: Getty Images)

 Als "Wunder-Hai" wird das Glatthai-Junge, das im Acquario Cala Gonone auf Sardinien geboren wurde, in den Medien schon bezeichnet. Denn das Becken, in dem es zur Welt kam, leben seit über zehn Jahren nur Weibchen, wie unter anderem Times Now berichtet.

Experten vermuten, dass es sich um Parthenogenese handelt, also um eingeschlechtliche Fortpflanzung, bei der die Eizelle des Muttertiers auch ohne Befruchtung durch ein Spermium zu einem Embryo heranreift. Häufig geschieht dies, wenn eine unausgereifte Eizelle sich wie ein Spermium verhält und ein anderes Ei befruchtet. 

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Bei Glatten Grauhaien ist diese Form der Reproduktion bislang noch nie beobachtet worden. Da sie wie die viele Haiarten lebend gebären, anstatt wie kleinere Fische ihre Eier zu legen, die erst nachträglich vom Männchen befruchtet werden, ist sie theoretisch möglich. Am häufigsten kommt Parthenogenese jedoch bei wirbellosen Tieren wie Würmern oder Krustentieren vor und nur selten bei Fischen oder Amphibien.  

Ein kleiner Klon? Eine DNS-Analyse soll das Rätsel lösen

Gewissheit soll eine DNS-Analyse von Muttertier und Jungem geben. Denn falls der kleine Ispera, wie die Wissenschaftler des Aquariums das Hai-Baby getauft haben, tatsächlich durch Parthenogenese entstanden ist, wäre er ein Klon seiner Mutter und hätte identisches Genmaterial. 

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Bei drei Haiarten wurden solche kleinen Klone bislang nachgewiesen: beim Schaufelnasen-Hammerhai, beim Kleinen Schwarzspitzenhai und beim Leopardenhai. Bestätigt sich der Verdacht, wäre der Glatte Grauhai Nummer vier auf dieser Liste. Damit wäre Ispera zwar kein "Wunder-Hai" mehr, wohl aber eine interessante biologische Entdeckung. 

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