Yvonne Catterfeld: Ihr größter "The Voice"-Fehler - und wie sie ihn wieder gutmachen will

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Tränen, Verzweiflung und wüste Beschimpfungen der Coaches untereinander: In der dritten neuen "The Voice of Germany"-Folge lagen den Nerven blank. Yvonne Catterfeld hatte noch eine alte Rechnung offen. Und sie bekam die Chance, einen alten Fehler rückgängig zu machen.

Als er das letzte Mal auf der "The Voice"-Bühne stand, ruinierte ihm eine Kehlkopfentzündung seine grandiose Stimme. 2017 war das, als der mittlerweile 28-jährige Juan aus Mannheim von seiner damaligen Betreuerin und Entdeckerin Yvonne Catterfeld schweren Herzens wieder aus der Show geworfen wurde.

"Ich habe einen Fehler gemacht", stöhnte sie, als sie nun dessen grandiose "Voice" wieder zu hören bekam. Juan bekam als sogenannter "Allstar" eine zweite Chance in der Jubiläumsstaffel der Casting-Show, Doch eigentlich galt die lang ersehnte "Comeback-Chance" nicht ihm. Catterfeld gierte nach einer Möglichkeit, ihre Entscheidung von 2017 wieder rückgängig zu machen. "Ich muss, ich muss", kreischte sie, als sie Juans Stimme wiedererkannte - und in Windeseile den Buzzer drückte.

Seifenoper auf der Bühne: Würde Juan Yvonne verzeihen?

Doch wie nachtragend würde der junge Mann sein? Wie tief saß bei Juan der Stachel von einst? Noch vor seinem Auftritt zickte er herum: "Wenn Yvonne nicht buzzert, hat sie den zweiten großen Fehler in ihrem Leben begangen", sagte er. Und tatsächlich wiederholten sich quälende Entscheidungsminuten, nachdem der schlaksige junge Mann mit dem Song "Anyone" den Saal zum Toben gebracht und alle vier Coach-Teams zum Buzzern gebrachte hatte. Juan sah sich die Profis an, und die waren alle zu Standing Ovations aufgesprungen. Doch wie würde er sich diesmal entscheiden?

Gut, dass Yvonne Catterfeld sich mittlerweile auf Unterstützung verlassen konnte. Ihrer Coach-Partnerin Stefanie Kloß kullerten dicke Tränen über die Wangen. Und die Rührung nahm man ihr ab. "Hast du gesehen, wie du hier alle zum Heulen gebracht hast?", fragte Yvonne Catterfeld ihren Ex-Schützling. Und hoffte natürlich auf seine Rückkehr. Doch dann setzte einer der leidenschaftlichsten Coach-Fights der "The Voice"-Geschichte ein.

Ob der Allstar seinen erneute (Fehl)-Entscheidung wieder bereuen wird?

"Wir beide hier sind bereit, für dich zu kämpfen bis aufs Blut", brüllte Rea Garvey und brachte seinen Status als Rock-Superstar (und immerhin zusammen mit Kollege Samu Haber doppelter "The Voice"-Gewinner) ins Spiel. "Bei dir ist die Aufgabe, dich einfach singen zu lassen", jubelte Rea. "Das ist magisch."

Allerdings hielten sich auch die anderen Coaches nicht mit Superlativen zurück. Nico Santos setzte auf Pathos: "Du bist ein Star." Mark Forster versprach: "Ich würde mit dir bis ins Finale reisen." Und Juan? Der zögerte. Ließ sich umgarnen. Und er ließ Yvonne Catterfeld, die ihn einst so unbedingt haben wollte und in der damaligen Sing-Off-Runde 2017 dann so jäh fallen ließ, einfach mal leiden.

Letztlich dann musste er seine Entscheidung ausspucken: "Ich will's nicht bereuen", meinte Juan und entschied sich doch wieder für Yvonne Catterfield - und nun eben auch die "Silbermond"-Sängerin Stefanie Kloß. Rea Garvey und Samu Haber klappten die Kinnladen herunter. Oh no! "Zweimal den gleichen Fehler machen", stöhnte der Ire. "Er war doch kurz davor zu gewinnen."

Keine dritte Chance für Catterfeld

Mal sehen, wie weit Juan diesmal kommt. Weder für ihn noch für Catterfeld dürfte es je eine dritte Chance geben. Und mit Blick auf seine Erkältungshistorie auf zugigen "The Voice"-Bühnen würde man sich als Fan jetzt schon wünschen, dass Juan künftig sein weit über den Bauchnabel aufgeknöpftes dünnes Hemd gegen Herbst-tauglichere Kleidung eintauschen würde.

Es war das großartige, bewegende Finale einer grandiosen neuen "The Voice"-Ausgabe am Donnerstag. Aber sicherlich nicht der einzige Höhepunkt. Und auch nicht der einzige, knallhart ausgefochtene Coach-Kampf. Es wurde diesmal fies gefightet. Vor allem um zu verhindern, dass der "Neuling" Nico Santos, der ab diesem Jahr erstmalig in einem "offiziellen" Coach-Sessel herumlümmeln darf, gleich allzu viele der vielversprechenden Talente einheimste.

Mit vereinten Kräften gegen Nico Santos

So löste der Talent-Sucher der letztjährigen "Comeback Stage", der nun ein eigenes "echtes" Team zusammenstellt, mega-heftiges Rockstar-Kopfschütteln bei Rea Garvey aus. Was war passiert? Santos schnappte dem Duo Haber/Garvey den vielleicht überraschend besten Sänger der Donnerstagfolge weg: Max aus Ratingen bei Düsseldorf ist zwar erst 18 Jahre alt, aber von ihm wird man lange hören. Seine "Falling"-Darbietung brachte ihm - wie Juan - gleich vier Buzzer ein. "Was du gemacht hast, hat mich so krass geflasht", setzte Stefanie Kloß auf Jugendsprache, um ihn in ihr Team zu locken.

Nico Santos schmiss sich komplett ran an den Jungen - und das mit ziemlich unfeinen Beleidigungen an die Kollegen. So stellte er Max vor eine unattraktive Wahl: "Das sind deine Uropas", spottete er über Samu Haber und Rea Garvey. Mark Forster, Yvonne Catterfeld und Stefanie Kloß bezeichnet er als "deine Eltern". "Wir sind nicht allzu weit auseinander mit dem Alter", flunkerte Nico Santos - und verschweig einfach mal, dass er selbst nicht mehr ganz 18, sondern aktuell 27 Jahre alt ist. "Wir könnten im Studio abhängen."

Hält sich Samu Haber wirklich für ein Pony?

Nicht ganz klar, ob es diese Schleimtaktik war, die Max dann tatsächlich in die Arme von Nico Santos trieb. Oder war es der Schock über die ruppige Ausdrucksweise von Samu Haber? Der hatte mal wieder ungewohnt "farbenprächtige" Sprachbilder gewählt, die Max vermutlich verwirrten. "Ist dein Arsch hart genug für diese Pferdereise?", wollte der alte Finne von Max wissen. Und er bezeichnete Rea Garvey und sich selbst als verlässliche "Ponys", auf die der Junge setzen sollte. "Du kannst gewinnen." Wohl wahr. Doch Max wählte eben Nico Santos. Dumm gelaufen.

Und dann dürfte auf jeden Fall noch die Schlacht um die arg überdrehte, dauerkichernde Jazz-Studentin Hannah aus München lange in Erinnerung bleiben. Sie fing sich mit ihrem zugegebenermaßen schwierigen, aber einigermaßen souverän absolvierten Alicia-Keys-Song "Underdog" Buzzer-Zuspruch von Mark Forster, Nico Santos und dem Team "Catterkloß" ein. Nur so richtig entscheiden konnte und wollte sich Hannah dann lange nicht.

Wenn die Coaches die "Voice"-Bühne entern

Also griffen die Coaches zu einem auch aus Zuschauersicht beliebten, aber im Grunde unerheblichen Trick: Sowohl die "Silbermond"-Frontfrau als auch Nico Santos ließen sich plötzlich selbst ein Mikro geben und umgarnten Hannah mit musikalischen Ständchen. Mark Forster wollte sich da nicht lumpen lassen, haute plötzlich in die Keyboard-Tasten und stimmte den alten Sunrise-Avenue-Hit "Hollywood Hills" an. Samu Haber nahm's mit Humor. "Besser als das Original", jubelte der Finne, der mit dem Song einst selbst zum Star geworden war.

"Geh zu Mark", brüllte Samu Haber nach den musikalischen Coach-Mätzchen die immer noch unentschlossene Hannah an. "Du darfst ihm nicht in die Augen blicken", warnte Stefanie Kloß die 23-Jährige vor dem Strahlemann-Charme von Nico Santos. "Der hat so einen Monchichi-Blick." Autsch, noch eine Beleidigung!

Hannah hörte sich alles an, schwang ihren Blumenrock, lachte zum xten-mal hell auf. Und dann entschied sie sich fürs Team Kloß/Catterfeld. Na endlich! Das waren spannende, aber eben auch nervenaufreibende Wettkämpfe am Donnerstagabend bei ProSieben. Und schon bald geht's in der SAT.1-Sonntagsshow weiter.

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