Zwei "Eurofighter" in Mecklenburg-Vorpommern abgestürzt - Ein Pilot gestorben

Rauchwolke über einer der Absturzstellen (Bild: Karin Schuldt/Nordkurier/dpa)

Beim Absturz von zwei «Eurofightern» der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern ist einer beiden Piloten ums Leben gekommen. Der zweite überlebte das Unglück am Montag und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Maschinen stießen bei Luftkampfübungen zusammen und stürzten ab.

Es war das schwerste Unglück der Bundeswehr in Deutschland seit Jahren. Die Piloten konnten die Schleudersitz betätigen, wie die Luftwaffe mitteilte. Einen von ihnen entdeckten Rettungskräfte rasch in einer Baumkrone und bargen ihn. Vom zweiten fehlte zunächst jede Spur, später wurden in der Nähe des Absturzortes Leichenteile entdeckt.

Über verletzte zivile Personen war der Polizei zunächst nichts bekannt. Die Brände an den Absturzstellen waren am Nachmittag wieder gelöscht. Die «Eurofighter» seien nicht bewaffnet gewesen, teilte die Luftwaffe auf Twitter mit.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen flog in das Unglücksgebiet an der Mecklenburgischen Seenplatte, die eine beliebte Urlaubsregion ist. Sie wollte dort auch den Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, und Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) treffen. Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte: «Schreckliche Nachricht vom Flugunfall in Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden des Verunglückten.» Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zeigte sich tief bestürzt.

Das Unglück wurde laut Luftwaffe vom Piloten eines dritten Kampfjets beobachtet. Diese habe von zwei Fallschirmen berichtet, die zu Boden gegangen seien.

Die abgestürzten Flugzeuge gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 «Steinhoff», das in Laage bei Rostock stationiert ist. Seine Hauptaufgabe ist die Ausbildung der deutschen «Eurofighter»-Piloten. Bei Bedarf ist das Geschwader gemeinsam mit zwei anderen Jagdverbänden auch für die Sicherung des deutschen Luftraums zuständig.

Ein Flugzeug stürzte am Ortsrand von Nossentiner Hütte auf eine freie Fläche, wie Bürgermeisterin Birgit Kurth sagte. «Ich bin von Bürgern angerufen worden, die am Drewitzer See waren und den Zusammenstoß der beiden Maschinen sahen», berichtete sie. Dann sei sie rausgelaufen und habe einen Fallschirm runtergehen sehen. Später sei ein Hubschrauber in der Gegend gekreist, offenbar auf der Suche nach dem Piloten, der dann auch gefunden wurde.

Die Gemeinde mit ihren knapp 700 Einwohnern habe Glück im Unglück gehabt, sagte Kurth. Die Maschine sei gleich hinter der Ortschaft niedergegangen. Im Dorf seien Trümmerteile gesichtet worden. Feuerwehren der Region hätten den Brand an der Absturzstelle am Ortsrand von Nossentiner Hütte unter Kontrolle gebracht, sagte Kurth.

Der andere «Eurofighter» stürzte nach Angaben des Schweriner Innenministeriums nahe der zehn Kilometer entfernten Ortschaft Jabel in ein Waldstück. In diese Richtung seien Rauchschwaden zu sehen, sagte Kurth am Telefon einer Reporterin der Deutschen Presse-Agentur. Im Hintergrund waren Sirenen von Einsatzfahrzeugen zu hören.

Die Polizei warnte vor gefährlichen Trümmerteilen im Bereich Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). «Bitte nicht nähern! Bitte machen Sie den Weg für Rettungskräfte frei und umfahren Sie den Bereich», twitterte das Polizeipräsidium Neubrandenburg. Nach seinen Angaben wurde ein Bürgertelefon eingerichtet. Es sei unter der Nummer 0800 770 55 77 bei wichtigen Fragen zu erreichen.