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10 Fakten: Was Sie vielleicht noch nicht über Napoleon Bonaparte wussten

Seit dem 23. November 2023 ist Napoleon Bonaparte wieder in aller Munde. Im Kino startete das Historien-Epos über den französischen Feldherrn (1769 bis 1821). Wir haben ein paar interessante Fakten über den gebürtigen Korsen gesammelt, die vielleicht noch nicht jeder kennt.

Seit dem Kinostart von
Seit dem Kinostart von "Napoleon" ist Napoleon Bonaparte wieder in aller Munde.

Seit 23. November läuft in den deutschen Kinos der Film "Napoleon" mit Oscar-Gewinner Joaquin Phoenix (2020 als Bester Hauptdarsteller in "Joker") in der Hauptrolle als ehrgeiziger Napoleon Bonaparte. Und prompt scheint das Interesse an dem französischen Feldherren wieder enorm gewachsen zu sein.

Erst kürzlich kam einer der typischen Filzhüte von Napoleon bei einer Versteigerung des Auktionshauses Osenat in Fontainebleau bei Paris für 1,932 Millionen Euro unter den Hammer.

Unter den angebotenen Stücken eines Sammlers fanden sich außerdem eine Haarsträhne des Kaisers sowie ein Taschentuch. Zudem wurden auch Handschuhe und ein Hemd angeboten, welches Napoleon auf der Insel Sankt Helena getragen haben soll.

Vieles ist über Napoleon Bonaparte bekannt, manches wissen nur Experten. Wir haben zehn interessante Fakten über den weltbekannten Feldherrn gesammelt, die vielleicht noch nicht jedem bekannt waren.

Napoleon Bonaparte war größer als allgemein angenommen

Eine hartnäckige Legende besagt, dass Napoleon Bonaparte ungewöhnlich klein gewesen sein soll und diesen Umstand mit einem gewaltigen Machthunger kompensieren wollte. 1926 prägte der österreichische Psychoanalytiker Alfred Adler sogar den Begriff "Napoleon-Komplex“, welcher den Zusammenhang zwischen geringer Körpergröße und großem Geltungsdrang beschreiben soll. Allerdings war Bonaparte gar nicht so klein. Heute würde man seine 1,68 Meter wahrscheinlich als nicht besonders groß bewerten, doch für die damalige Zeit, Napoleon lebte von 1769 bis 1821, war der gebürtige Korse sogar überdurchschnittlich groß. Das sich das falsche Bild des kleinen Feldherrn so hartnäckig hält, hat auch mit den Engländern, Napoleons Erzfeinden zu tun, die Bonaparte in antifranzösischen Karikaturen meist als kleinen, fiesen Giftzwerg darstellten.

Napoleon wird auch heute noch als kleiner Mann angesehen, weil er in antifranzösischen Karikaturen stets als kleiner Giftzwerg dargestellt wurde. Dabei war er für die damalige Zeit überdurchschnittlich groß.
Napoleon wird auch heute noch als kleiner Mann angesehen, weil er in antifranzösischen Karikaturen stets als kleiner Giftzwerg dargestellt wurde. Dabei war er für die damalige Zeit überdurchschnittlich groß.

Napoleon hat erst spät Französisch gelernt

Napoleon ist zwar als französischer Feldherr bekannt, die französische Sprache lernte er tatsächlich aber erst im Alter von neun Jahren. Bonaparte kam am 15. August 1769 in Ajaccio auf der Insel Korsika zur Welt. Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Insel im Mittelmeer allerdings erst drei Monate zu Frankreich. Davor stand sie unter der Regierung der Republik Genua, welche Korsika im Jahr 1769 an die französische Krone veräußerte. Im Hause Bonaparte sprach man also nicht Französisch, sondern unterhielt sich auf Korsisch, welches eng mit der italienischen Sprache verwandt ist. Erst als er neun Jahre alt war, erlernte Napoleon Bonaparte dank eines Stipendiums im Burgund Französisch, soll aber immer mit einem Dialekt gesprochen haben. Erst als junger Student in Paris entschloss er sich, französischer zu werden und änderte seinen Namen von Napoleon du Buonoparte in Napoleon Bonaparte.

Dank Napoleon wurde die Ägyptologie gegründet

Mit 40.000 Soldaten brach Napoleon im Mai 1799 nach Ägypten auf, um das Land für Frankreich zu erobern. Binnen weniger Wochen gelang Napoleon und seinen Soldaten der Triumph über die muslimischen Mamluken, die das Land am Nil mehr als ein halbes Jahrtausend lang beherrscht hatten. Das bei den Kämpfen die Nase der weltberühmten Sphinx durch eine französische Kanonenkugel zerstört wurde, ist jedoch eine Legende, diese fehlte schon lange Zeit vor dem Feldzug der französischen Truppen. Dieser endete am Ende zwar in einem Desaster für Napoleon, für die Wissenschaft war er allerdings ein großer Gewinn. Denn neben den Soldaten gehörten zu Napoleons Tross auch 167 Gelehrte, die das nordafrikanische Land erkundeten und den neuen Forschungszweig der Ägyptologie begründeten.

Dass die Nase der weltberühmten Sphinx durch eine französische Kanonenkugel zerstört wurde, gehört in die Welt der Fabelgeschichten.
Dass die Nase der weltberühmten Sphinx durch eine französische Kanonenkugel zerstört wurde, gehört in die Welt der Fabelgeschichten.

Seine Frau Joséphine war älter als er

Als der als schüchtern geltende 26-jährige Napoleon Bonaparte erstmals auf Joséphine de Beauharnais traf, war diese bereits 32 Jahre alt, verwitwet und in der französischen Gesellschaft sehr etabliert. Bereits nach sechs Monaten heiratete das Paar. Gerüchten zufolge machte sich Joséphine auf der Heiratsurkunde vier Jahre jünger und Napoleon um 18 Monate älter, sodass die zwei ein gesellschaftsfähiges Alter hatten.

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Napoleon hatte ein Problem mit einem Mops

Napoleon Bonaparte war sehr verliebt in seine Ehefrau Joséphine. Allerdings gab es da ein kleines Problem, denn es machte den Eindruck, als ob Joséphine ihren Mops namens Fortune mehr mochte als ihren Ehegatten. Schon vor der Hochzeit hatte Fortune einen festen Platz in Joséphines Bett beansprucht. Napoleon hatte nun die Wahl: entweder den Mops im Ehebett akzeptieren oder woanders schlafen. Als Napoleon in der Hochzeitsnacht mit seiner frisch angetrauten Joséphine intim werden wollte, war Fortune gar nicht begeistert und griff Bonaparte im Bett an, was mit blutigen Wunden und einer Narbe an Napoleons Bein endete.

Napoleon Bonaparte war unsterblich in seine Frau Joséphine verliebt, soll aber Probleme mit deren Mops gehabt haben.
Napoleon Bonaparte war unsterblich in seine Frau Joséphine verliebt, soll aber Probleme mit deren Mops gehabt haben.

Dank Napoleon bekamen Württemberg und Bayern einen König

Ab 1805 verleibte sich Napoleon auch das damalige Deutschland ein, weder Österreich noch die preußischen Truppen konnten den Vormarsch des französischen Feldherren und seiner Armee Einhalt gebieten. Auf Druck Frankreichs legte Franz von Österreich im August 1806 die römisch-deutsche Kaiserwürde nieder, womit nach rund 1000 Jahren das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation besiegelt war. Für die Herrscher von Württemberg und Bayern lohnte sich das Bündnis mit Napoleon allerdings, sie wurden von ihm für ihre Unterstützung belohnt und zu Königen aufgewertet.

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Napoleon brachte die Zivilehe nach Deutschland

Mit dem Einmarsch der Franzosen begann in Deutschland in einigen Bereichen eine neue Zeit. So führten die Franzosen in den von ihnen beherrschten Gebieten nicht nur das noch heute gültige metrische System ein, auch die Zivilehe, eine wichtige Errungenschaft der Französischen Revolution fand Einzug ins deutsche Land. Erstmals konnten Paare auch ohne Beteiligung der Kirche eine Ehe schließen. Nach der endgültigen Niederlage Napoleons und dem Ende der französischen Vorherrschaft wurde die Zivilehe jedoch vorerst wieder abgeschafft.

Die berühmte "Napoleongeste" stammt gar nicht von Napoleon

Auf vielen Porträts sieht man Napoleon Bonaparte, wie er seine rechte Hand auf Bauchhöhe in seine Weste steckte. Diese Pose ist so eng mit ihm verbunden, dass man sie heute noch als "Napoleongeste" bezeichnet. Doch was hatte es mit dieser Geste auf sich? Verbarg er damit ein parfümiertes Taschentuch oder litt Napoleon gar unter chronischen Magenschmerzen? Beide Annahmen sind falsch, ebenso wie die, dass Napoleon diese Geste erfunden hat. Das ist nicht korrekt, allerdings hat Napoleon sie populär gemacht, da die Geste mit der Hand in der Weste den Kaiser zugleich entschlossen und würdevoll erscheinen lassen sollte. Die Geste selbst lässt sich bis zu den alten Römern zurückverfolgen, wo Redner oftmals eine Hand in ihrer Toga verbargen.

Napoleon machte zwar die Geste mit der Hand in der Weste populär, sie stammt aber aus dem alten Rom.
Napoleon machte zwar die Geste mit der Hand in der Weste populär, sie stammt aber aus dem alten Rom.

Nach der verlorenen Schlacht bei Waterloo wollte er nach Amerika flüchten

Am 18. Juni 1815 erlitt Napoleon Bonaparte bei Waterloo gegen die alliierten Truppen unter dem britischen General Wellington und dem preußischen Feldmarschall Blücher seine letzte große Niederlage. Vier Tage später, am 22. Juni, dankte Napoleon ab und floh in Richtung Atlantikküste. Dort hoffte er auf ein Schiff, auf dem er nach Amerika flüchten konnte. Doch aus seinem Exil auf dem amerikanischen Kontinent wurde nichts, denn Napoleon wurde von einem britischen Kriegsschiff an der Flucht gehindert. Der ehemalige Kaiser musste an Bord der "HMS Bellerophon“ gehen und dort warten, welche Pläne die Engländer mit ihm hätten. Die sahen so aus, dass Bonaparte auf die einsame Insel St. Helena im Südatlantik verbannt wurde.

Napoleon Bonaparte an Bord der
Napoleon Bonaparte an Bord der "HMS Bellerophon“ auf der Fahrt ins Exil auf die entlegene Insel St. Helena.

Seine Zeit im Exil vertrieb sich Napoleon mit Gartenarbeit

In seinem Exil auf der Vulkaninsel St. Helena war der einst so rastlose und machthungrige Napoleon zur Tatenlosigkeit verdammt. Neben dem Schreiben seiner Memoiren soll sich Bonaparte seine Zeit im Exil unter anderem auch mit Gartenarbeit vertrieben haben. Am 5. Mai 1821 starb Napoleon dann, statt auf dem Schlachtfeld, im Exil auf der Insel St. Helena im Kreis seiner wenigen verbliebenen Getreuen. Als Todesursache wird bis heute Magenkrebs vermutet. Am 15. Oktober 1840, fast 20 Jahre nach seinem Tod, wurde die Leiche von Napoleon Bonaparte exhumiert. Seine sterblichen Überreste wurden auf der Fregatte "Belle Poule“ nach Frankreich gebracht. Am 15. Dezember 1840 wurde Napoleon in einem Sarkophag im Pariser Invalidendom beigesetzt.

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