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10 überraschende Fakten über Microsoft: Die große Metamorphose des Windows-Konzerns

Seit einigen Tagen ist Microsoft zurück, wo der Software-Pionier bereits vor knapp einem Vierteljahrhundert stand: Auf dem Börsenthron als wertvollster Konzern der Welt.

CEO des wertvollsten Konzerns der Welt: Microsoft-Chef Satya Nadella (Foto: © Microsoft )
CEO des wertvollsten Konzerns der Welt: Microsoft-Chef Satya Nadella. (Foto: © Microsoft )

Von der Gründung im Jahr 1975 durch Bill Gates und Paul Allen bis heute hat Microsoft einen langen und durchaus wechselhaften Weg zurückgelegt. 10 erstaunliche Fakten über den Software-Pionier.

Die Gründung in einem Motelzimmer

Der Mythos, dass große Unternehmen oft in Garagen gegründet werden, gilt nicht für Microsoft. Die beiden Gründer Bill Gates und Paul Allen hatten sich während ihrer Schulzeit in Seattle kennengelernt und teilten eine Leidenschaft für Computerprogrammierung. Gates und Allen mieteten ein kleines Motelzimmer in Albuquerque, New Mexico, als ihren ersten offiziellen Arbeitsplatz. Am 4. April 1975 wurde Microsoft geboren.

Die beiden Microsoft Co-Gründer Paul Allen und Bill Gates 1984 in Seattle, Washington. (Bild: © Doug Wilson/CORBIS/Corbis via Getty Images)
Die beiden Microsoft Co-Gründer Paul Allen und Bill Gates 1984 in Seattle, Washington. (Bild: © Doug Wilson/CORBIS/Corbis via Getty Images)

Durchbruch mit IBM-Deal

Der ursprüngliche Fokus von Microsoft lag auf der Entwicklung und dem Verkauf von BASIC-Interpretern für den Altair 8800, einen der ersten persönlichen Computer. Dieser Schritt war entscheidend, da es zu dieser Zeit wenig Software gab, die auf den damals neuen und rudimentären PCs laufen konnte. Microsofts BASIC-Interpreter war ein Erfolg und legte den Grundstein für das zukünftige Wachstum des Unternehmens. Der geschäftliche Wendepunkt für Microsoft war der Vertrag mit IBM im Jahr 1980, um ein Betriebssystem für deren erste Generation von Personal Computern zu liefern.

Microsofts berühmtes Betriebssystem MS-DOS wurde durch Zukauf geboren

Bevor das berühmte weltberühmte Betriebssystem MS-DOS auf den Markt kam, kaufte Microsoft 1981 ein Betriebssystem namens "86-DOS" von Seattle Computer Products für ganze 50.000 Dollar. Es wurde zu MS-DOS weiterentwickelt und dann für IBM lizenziert. Diese strategische Entscheidung legte den Grundstein für das spätere Wachstum des aufstrebenden US-Unternehmens.

Windows startet als grafische Benutzeroberfläche

Die erste Version von Microsoft Windows, Windows 1.0, wurde am 20. November 1985 veröffentlicht. Windows 1.0 war kein eigenständiges Betriebssystem, sondern vielmehr eine grafische Benutzeroberfläche, die auf MS-DOS aufsetzte. Nutzer mussten MS-DOS auf ihren Computern installiert haben, um Windows 1.0 ausführen zu können.

Diese frühe Version von Windows bot eine grafische Oberfläche mit Fenstern, Symbolen und Menüs, die mit einer Maus bedient werden konnten, was eine Abkehr von der rein textbasierten Schnittstelle darstellte, die in früheren Betriebssystemen üblich war. Obwohl Windows 1.0 nicht sofort ein großer Erfolg war, legte es den Grundstein für die Entwicklung von Microsoft Windows zu einem der dominierenden Betriebssysteme in der Welt der Personal Computer.

Die Rettung von Apple

Apple und Microsoft gelten als Pioniere des Silicon Valley und gleichfalls als ewige Erzrivalen. Zunächst hatte Apple mit seinem ikonischen Gründer Steve Jobs in den frühen 80er-Jahren die Nase vorn, dann stolperte Apple nach zahlreichen Fehlentscheidungen in eine dekadenlange, tiefe Krise, die Mitte der 90er-Jahre fast in der Pleite des Macintosh-Konzerns geendet wäre.

Maßgeblichen Anteil am Überleben hatte in einer ironischen Wendung der Ereignisse ausgerechnet Microsoft. Der einstige Erzrivale investierte 1997 150 Millionen Dollar in Apple, um den Bankrott abzuwenden – und erhielt dafür u.a. Apple-Aktien, die später gewinnbringend (aber viel zu früh) wieder veräußert wurden. Diese Investition half Apple, sich zu erholen und sicherte Microsoft gleichzeitig einen Platz auf den Macintosh-Computern mit einer speziellen Mac-Version der Office-Software.

Xbox: Ein Konsolenname mit mathematischem Flair

Eines der ungewöhnlichsten und erfolgreichsten Microsoft-Produkte der letzten Dekaden ist die Spielekonsole Xbox. Der ungewöhnliche Name kommt nicht von ungefähr: Der wurde von "DirectX Box" abgeleitet. DirectX ist eine Sammlung von APIs, die für Multimedia-Anwendungen entwickelt wurde. Die Konsole war ursprünglich als eine Art "Box" gedacht, die diese APIs nutzen sollte, um Spiele zu verbessern, was schließlich zum kürzeren und prägnanteren Namen "Xbox" führte.

Bill Gates stellt 2001 die erste Xbox als
Bill Gates stellt 2001 die erste Xbox als "Zukunft des Gamings" vor. (Bild: JC/HB)

Die Entwicklung der Xbox war anfangs so geheim, dass die ersten Treffen des Projekts unter dem Decknamen "Midway" stattfanden, benannt nach der entscheidenden Schlacht im Pazifikkrieg. Dies zeigt Microsofts Fähigkeit, innovative Projekte mit größter Diskretion zu entwickeln.

Clippy: Der wohlmeinende, aber unerwünschte Helfer

Clippy, die Büroklammer, die in älteren Versionen von Microsoft Office ab 1996 als Hilfe-Assistent diente, wurde wegen seiner aufdringlichen Art oft kritisiert – in der deutschen Version hieß sie "Karl Klammer". Der Office-Assistent soll auf eine persönliche Initiative von Bill Gates' Ehefrau Melinda zurückgehen. Trotz guter Absichten wurde Clippy zu einem Symbol für störende Benutzererfahrung und wurde in späteren Versionen ab 2001 entfernt. In den sozialen Medien führt Clippy indes ein Eigenleben – erst recht mit dem Siegeszug der Künstlichen Intelligenz und ihren grafischen Anwendungen.

Abstieg unter Steve Ballmer

Nach der Milleniumswende erlebte Microsoft unter CEO Steve Ballmer, der 2000 überraschend die Führung von Gründer Bill Gates übernommen hatte, Herausforderungen, die zu einem relativen Abstieg führten. Ballmer setzte stark auf die Lizenzprodukte von Windows und Office, während er wichtige Technologietrends wie Suchmaschinen, soziale Medien und vor allem mobiles Computing unterschätzte. Microsofts Versuche, mit dem MP3-Player Zune gegen den iPod und später mit Windows Phone gegen Android und iOS anzutreten, scheiterten. Zusätzlich belasteten rechtliche Auseinandersetzungen, etwa wegen monopolistischer Praktiken, das Software-Unternehmen gleich zu Beginn von Ballmers Ägide.

Steve Ballmer war von 2000 bis 2014 CEO von Microsoft. (Bild: REUTERS/Rick Wilking)
Steve Ballmer war von 2000 bis 2014 CEO von Microsoft. (Bild: REUTERS/Rick Wilking)

Obwohl Microsoft unter Ballmer in Bereichen wie Server-Software und Tools weiterhin auf Wachstumskurs blieb und mit der Einführung der Xbox im Gaming-Sektor erfolgreich war, reichte dies nicht aus, um mit der dynamischen Entwicklung der Tech-Branche Schritt zu halten. Diese strategischen Fehleinschätzungen und verpassten Chancen führten dazu, dass Microsoft gegenüber Konkurrenten wie Apple und Google an Boden und Ballmer schließlich seinen CEO-Posten verlor.

Comeback zum wertvollsten Konzern der Welt unter Satya Nadella

Microsoft musste fast 20 Jahre warten, um wieder zum wertvollsten Konzern aufzusteigen, hauptsächlich wegen verpasster Technologietrends wie einem eigenen Smartphone. Unter Satya Nadella, der vor fast genau 10 Jahren den CEO-Posten übernahm (im Februar 2014), begann Microsofts Metamorphose vom Windows-Konzern zum Anbieter von Cloud-Computing-Lösungen mit Azure und zuletzt verstärkt Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Die strategischen Änderungen ermöglichten in den vergangenen Jahren ein beschleunigtes Wachstum und an der Wall Street eine Wertsteigerung von mehr als 1000 Prozent, die schließlich in der Rückkehr an die Börsenspitze als wertvollstes Unternehmen der Welt mit einem Unternehmenswert von über 3 Billionen Dollar gipfelte.

Microsoft verdient knapp 22 Milliarden Dollar im Weihnachtsquartal

Für das jüngste Quartal, das am 31. Dezember endete, konnte Microsoft heute nach Handelsschluss an der Wall Street erneut eine Rekordbilanz vermelden. Der knapp 49 Jahre alte Big-Tech-Konzern verzeichnete einen Umsatzanstieg von 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf Erlöse von nunmehr 62 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg gar um 33 Prozent auf 21,87 Milliarden Dollar bzw. 2,93 Dollar pro Aktie, verglichen mit 16,43 Milliarden Dollar oder 2,20 Dollar pro Aktie im Vorjahr.

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